Samstag, 9. März 2019

Weltliteratur

Alle folgenden Texte finden Sie auf der Seite von Amazon, ein wahrer Fundus der Literaturkritik.

Thomas Mann: Zauberberg
Im Zauberberg beweist Thomas Mann, dass er nicht schreiben kann. Oder in den Worten eines F.A.Z.-Kritikers (der diese jedoch auf ein anderes Buch bezog): Der Autor hat zwei Probleme: Er kann nicht schreiben und er hat nichts zu erzählen. Auf fast eintausend Seiten breitet der Großbürger aus Lübeck seien sauren Teig aus. Über die gestelzte Sprache Manns ist schon viel geschrieben worden. Ich glaube, Thomas Mann ist ein Autor für Leser, die sich sozial abheben wollen. Was für den Spießbürger der 5er-BMW ist, ist für den SpießBILDUNGSbürger der aristokratische Habitus eines Thomas Mann.
Ich las mehr als 100 Seiten und dachte, wann beginnt endlich sein Buch und die vernünftigen Gedanken. Ich hatte schon vor dem Kauf des Buches Zweifel. Es ist unheimlich schwierig auf 1000 Seiten etwas spannendes zu schreiben.

Franz Kafka: Das Schloss
Soooooo viele Worte und sooooooo wenig gesagt. Tlw. habe ich dieses Buch nur aus Wut weitergelesen weil ich dachte:"es MUSS doch irgendwann mal was passieren". Letztendlich habe ich dann doch aufgegeben.
Gäbe als Bewertung null Sterne, so hätte ich diese Bewertung gewählt. Ich hatte mich zunächst durch Kafkas "Der Prozeß" gequält. Gequält, weil allein Kafkas Schreibstil aus meiner Sicht eine einzige Zumutung ist. In vielen Fällen fehlende oder schlichtweg falsche Interpunktion und unendliche Schachtelsätze erschweren den rein technischen Vorgang des Lesens. In den meisten Fällen verschachtelt Kafka, was sinngemäß nicht einmal zusammengehört. So etwas hätten mir meine Deutschlehrer zu Schulzeiten um die Ohren gehauen. Und einen Sinn ergab "Der Prozeß" am Ende dann für mich auch nicht. Und so hoffte ich, daß "Das Schloß" vielleicht eher Kafkas Ruf als Weltliterat rechtfertigen könnte. Aber weit gefehlt. Die Geschichte ist ebenso abstrus und sinnlos und endet noch mehr im Nichts als "Der Prozeß". Ich bin zwar kein ausgebildeter Psychiater. Aber m.E. litt Kafka unter einer Neurose, die sich zumindest in diesen beiden Werken als eine Paranoia gegenüber Bürokratie, Ämtern und dem Rechtswesen manifestiert. Das ganze verwoben mit einem irgendwie gestörten Verhältnis zu Frauen, das er in seine "Geschichten" einzubringen versucht. Wobei "Geschichte" weit übertrieben ist, denn geordnete Handlungsstränge konnte ich beim besten Willen nicht erkennen. Vielleicht konnte es Kafka am Ende selbst auch nicht, denn er wollte ja gar nicht, daß seine Werke veröffentlicht werden. So bleiben mir am Ende die verschwendetsten Stunden meines Lebens, die ich in das Lesen dieser beiden "literarischen Versuche" investiert habe.

William Shakespeare: Romeo und Julia
Langweilig. Es gab keine Tode und manchmal kommt es einem so vor als ob es ein Liebesroman wäre.

Die Bibel
Es war nicht das was man sich vorstellt. Ich fand es miserabel. für den Preis hat es sich nicht gelohnt

Homer: Odysee
Ich kann das Buch nicht empfehlen. Die Odyssee mag interessant sein, aber der Schreibstil ist zuuu alt für moderne Leser. Man bräuchte halt eine geraffte Version in moderner Sprache - oder einen modernen Film.

Herman Melville: Moby Dick
Einige Stunden hörte ich tapfer Moby Dick. Das erste Kapitel Etymologie wollte einfach nicht enden mit z. T. interessanten, aber in der Masse überflüssigen, oft unerträglich banalen Zitaten mit Namensnennung und lexikalischen Einschiebseln, die weit über das literarisch vernünftige Maß hinaus schießen. Sinnlose Wissensvermittlung. Dann geht es im Schneckentempo und mit Lupenblick unendlich langsam in der Handlung weiter. Noch nie hat ein Mensch es fertig gebracht, vom Eingang einer Herberge bis ca. drei Meter den Flur entlang Unmengen an Unwichtigkeiten und Impressionen dermaßen zu zelebrieren. Melville propagiert im weiteren, bis zur Schmerzgrenze gedehnten Verlauf einen Detailwahn, der selbstverliebt und auch lehrerhaft anmaßend wirkt. Mit seinen subjektiven Beurteilungen geht er hausieren, erhebt sich über Menschen und Situationen als selbstgerechter Beobachter, der aus banal banalsten Phrasen Originalität herausquetschen will. Dazwischen ein wenig Schmalz von Rührseligkeiten, welche mit philosophischem Käse überbacken und mit frömmelnden biblischen Bezugnahmen versalzen werden - ein literarischer Schweinefraß!

Fjodor Dostojewski: Schuld und Sühne
Es sei ein "Kriminalroman von atemberaubender Spannung" versprach der Einband. Es ist ein wahrhaft atemberaubendes Buch. Nach wenigen Seiten sind selbst die Funktionen des Körpers, die automatisch ablaufen, entschlummert, also auch die Atmung. Ich lese viel und lese gerne. In den nunmehr fast 45 Jahren in denen ich lese ist mir nie ein langweiligeres Buch in die Hand gefallen. Es ist irgendwie ein Kriminalroman. es gibt Mord, Selbstmord, einen Mörder und endloses Geschwafel. Dialoge, die nicht enden wollen, die die Handlung nicht voran bringen, die Personen nicht wirklich klarer werden lassen. Sicherlich ein großer, philosophischer Roman, aber kein Kriminalroman. Ich war nach zwei Dritteln soweit das Buch beiseite zu legen, wollte mich aber nicht geschlagen geben. Hätte ich doch aufgehört zu lesen! Das Leben ist viel zu kurz es so zu verschwenden!

Andy Bonetti: Die Dunkelheit am Ende des Tunnels
Ein unerträglicher Schwachsinn, der mir Seite für Seite die Gedärme zerfressen hat. Wie soll die friesische Mafia denn jemals St. Pauli kontrollieren? Ohne Sinn. Reine Geld- und Zeitverschwendung. Minus fünf Sterne.

P.S.: Vielen Dank für die Idee zu diesem Blogpost, Ackerboy!
Klaus Nomi - Wasting my time. https://www.youtube.com/watch?v=S0_7lDi7TQY

15 Kommentare:

  1. Hat es nicht in die Hitliste geschafft: Hörbuch, gelesen von Christoph Maria Herbst "Die Straßenverkehrsordnung"!

    https://www.amazon.de/Die-Stra%C3%9Fenverkehrsordnung-StVO-Das-H%C3%B6rbuch/dp/3839811953

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  2. Auflösung:
    Wer hier Comedy erwartet liegt falsch.
    Kommentar eines Hörers: "Herbst liest die StVO: trockene Gesetzestexte professionell vorgetragen.
    Ich fand die sperrigen Satzkonstruktionen durchaus unterhaltsam und freu mich schon auf die bestellte BGB-Lesung."

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  3. Über jedem guten Buch muss das Gesicht des Lesers von Zeit zu Zeit hell werden.

    Christian Morgenstern *tja*

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  4. Odyssee Kurzfassung: Sie schmausten unendlich viel Fleisch und süßen Wein.

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  5. Ich dachte, ich bekomme was von Bonetti-Media für eine Blogpost-Idee? Das war früher bei der Kinderseite der Zeitung immer so! Ist Stalins Bleistift noch verfügbar?

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    1. Du bekommst nächsten Monat als Honorar eine Flasche Ouzo. Den Stift bringe ich dir gerne mit. Dann kannst du die besten Stellen im Internet rot markieren.

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  6. Sesemi Weichbrodt9. März 2019 um 11:03

    Amazon-Kundenrezension zu Adornos Ästhetischer Theorie:

    "Seine Hermeneutik - wie immer verzweigt in seiner Metapher artigen Sprache.
    Methapherhafte Sprache - führt wiederum teilweise in die Irre
    Textstruktur - schwer zu durchdringen, selbst wenn man einen Dr. Titel hat

    Ich dachte, durch die Thesen Adornos könnte man einen neuen Zugangspunkt zur Kunst finden, aber er verstrickt nur selbst in seinen Ansätzen.

    Eben ein alter, weißer, heterosexueller Mann, der besonders die westliche Kunst im Hinterkopf behält und dessen Buch unbedingt im Seminar besprochen wird, von einem weißen, männlichen, westlichen Dozenten - und beide treten nur auf der Stelle."

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  7. Ein ein wirklich schönes Panorama an Halbgaren. Ich muss mich dann immer damit trösten, dass es das früher auch gegeben hat, nur dank fehlendem Internet halt nicht so sichtbar war.
    Wenn man übrigens mal so richtig abhusten möchte, empfehle ich einen Blick in die Kundenrezensionen zu üblem revisionistischem Schund wie etwa dem hier. Es wurde gewarnt.

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  8. Die Bibel hab ich mit 13 Jahren gelesen und fand das alte Testament richtig cool.
    Tote, Rache, Pädophile ohne Ende, Polygamie bis der Arzt kommt und Krieg, Krieg, Krieg.
    Für 1973, also ohne Pornhub bzw. ganz ohne WWW, mit funktionierender Einlasskontrolle an den Kinokassen und mit genau drei ÖR TV-Programmen, war das absoluter Hardcore.

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  9. Tolle Idee diese Texte zu posten! Unvergessen ist mir ein Radiobeitrag von Peter Rühmkorf, er las ein Postleitzahlenbuch inkl. Ortsnamen. Ich habe diesen Text nie mehr gefunden.
    Friesische Mafia? Im Wattenmeer verschollen, gibt es als Friesengeist!

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  10. Geile Idee, aber ihr lest die falschen Bücher ;-).

    Ein Klassiker, gefällt den meisten Kindern! Das Buch ist wirklich phantasiereich, nicht die aufgesetzte Pseudo-Phantasie, die heute gern verkauft wird.

    Boy Lornsen
    Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

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    1. "Katze mit Hut"
      eine Alternative zu den brutalen "Grimms Märchen"

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  11. Im Kaminfeuer hatte das Buch einen ordentlichen Heizwert.
    Zu: Heiko Maas, eine neue Strategie gegen Rechts.

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  12. Der Meister hat Peter Sloterdijk vergessen.
    Oder "Schlodderdoig", wie der Schwabe sagt, und dem Wort eine ganz neue Bedeutung gibt.
    Aber nur dem Eingeweite, Erleuchtete.

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