Donnerstag, 28. März 2019

Comeback Time

Wir schreiben das Jahr 2050. Deutschland gibt es nicht mehr. Das Land gehört jetzt den Automobilkonzernen und den Banken. Andy Bonetti ist über achtzig Jahre alt, sieht aber, dank seiner Sinatra-Diät, aus wie 65: nur Whisky und Zigaretten, zwischendurch mal eine Bretzel von Ditsch, dem Hauptsponsor der Fußballnationalmannschaft.
Die Macher des Kiezschreiber-Blogs sind alt geworden, aber sie haben immer noch unglaubliches Potential. Wir erinnern uns: 2020 trennten sich die Fab Four und verkündeten der entsetzten Weltöffentlichkeit, nie wieder gemeinsam aufzutreten. Andy Bonetti, Heinz Pralinski, Johnny Malta und Lupo Laminetti verfolgten fortan ihre Solo-Projekte.
Andy Bonetti ging nach Las Vegas und eröffnete sein eigenes Casino. Er verlor fast sein gesamtes Vermögen, der Rest ging für die Scheidung von Cher drauf. Glücksspiel und Frauen. Wie blöd kann man sein?
Heinz Pralinski gründete Pet.com, das Internet der Tiere. Eigene Seiten für Haustiere, eigene Computer für unsere vierbeinigen Freunde. Tastaturen, die man auch mit Tatzen und Hufen bedienen kann. Kurzum: Das Medienprojekt ging in die Hose.
Johnny Malta schrieb an einer dreiundzwanzigbändigen Enzyklopädie der Wortbedeutung und bekam einen Nervenzusammenbruch. Er kam in ein Sanatorium in den Alpen und schrieb über seine Erfahrungen ein Buch mit dem Titel „Der Zauberberg“. Zu seinem namenlosen Entsetzen gab es das aber schon.
Lupo Laminetti ging in den Untergrund, um eine Weltrevolution anzuzetteln. Man hat lange nichts von ihm gehört, den Kapitalismus gibt’s immer noch. Greta Thunberg ist inzwischen die reichste Frau der Welt, weil sie eine Öko-Moden-Kette aufgemacht hat, fairgetradeten Kaffee to go in handgetöpferten Bechern aus Behindertenwerkstätten verkauft und eine eigene Hautpflegeserie vermarktet.
Aber jetzt sind sie wieder zusammen. Unsere vier Helden. Gemeinsam wollen sie das Kiezschreiber-Blog auf ein neues Level heben. Seien Sie dabei. Nie gesehene Inhalte voller Schönheit und Wahrheit. Die Weltneuheit: SlowPost. Maximal fünf Wörter pro Tag, über die Sie lange meditieren können. Atem – Wasser – Blaubeermuffin. So in dem Stil. Reduktion eines Haikus auf das Wesentliche.
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Jamiroquai - Space Cowboy. https://www.youtube.com/watch?v=OPkjnRIdQXQ

Investigativer Hedonismus hat einen Namen: Bonetti Media. Hier sehen Sie die vier schnuckeligen Kerle von der Pressestelle in ihrer ganzen Pracht.

5 Kommentare:

  1. "Wir schreiben das Jahr 2050. Deutschland gibt es nicht mehr."

    ICH bin dann tot, WEN interessiert´s !!!

    *hehe..amheutigenEhrentagdesUnkrauts2019am28.MärzinderWelt*

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  2. NACHTRAG:

    "Ein Must-Have für Ihre Bookmarks. Nur 9,99 € im Monat. Die ersten hundert Abonnenten erhalten eine unvergessliche Überraschung per Mail."

    OHNE
    MOOS
    NIX
    LOS

    ÜBERRASCHUNG ... (ړײ)

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  3. 2050 - es ist voll Pracht! Eine Dystopie, die, um so mehr man sich damit beschäftigt, wahrscheinlicher wirkt. So gruselig die Aussichten auch sind, Deine Ideen sind es nicht, im Gegenteil. Ich hoffe, es schwappt (bzw. schweppt) noch viel rüber aus dem Hause Bonetti. Keep the fire burning!


    Grüße, carie aus Leipzig

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  4. Als Mann des Glaubens muss ich protestieren, dass sie die aus handgeschöpftem Büttenpapier hergestellten Abreißkalender mit erbaulichen und besinnlichen Anmerkungen zum Tage von Greta Thunberg vergessen haben.
    Obwohl zuerst in der Szene heftig umstritten - OMG echtes Papier -, so wurden sie aufgrund ihres ökologischen Inhalts doch ein Welterfolg. Übersetzt in 112 Sprachen erwärmten Weisheiten wie "Mülltrennung am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen" oder "Ein AKW kommt selten allein" oder "Alles auf der Welt ist nur für kurze Zeit: Schönheit, Reichtum, das Leben, doch erneuerbare Energie bleibt ewiglich!" die Menschen.

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  5. Provinzinschinör28. März 2019 um 10:00

    Och, das Leben in einer Automobilfirma ist verglichen mit einer kleinen Firma oder dem weltbekannten schwäbischen Mittelständler der Himmel.
    Weil man nämlich fast keine Arbeit hat und dafür massig Kohle einschiebt.
    Zumindest im Büro. Die Jungs am Band müssen schon was malochen, aber so in der Entwicklung oder in irgend einer Stabsstelle.....ha !
    Ihr glaubt das nicht ??
    Habe ein paar Jahre in einer größeren Masch.bau Fa. hinter mir.
    Da hat man sich schon das eine oder andere mal eine philosophische Doktorarbeit runtergeladen und sich weiter gebildet.
    Isso !!
    Wenn also Deutschland irgendwann von VW übernommen wird, wegen mir ja !
    Und in einer Bank überarbeitet man sich auch nicht. Also bitte !
    Nur die Fresse halten muß man. Keine neuen Ideen verbreiten oder gar arbeiten wollen !
    Da hat man dann schnell den Abfindungsvertrag in der Tasche.
    Iss auch wieder so !

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