Samstag, 23. Februar 2019

Von führenden Lungenfachärzten empfohlen: Blogstuff 284

„Es mag sein, dass unsere Zeit einmal die der Ironie genannt wird (…). Natürlich nicht die der geistvollen des achtzehnten Jahrhunderts, sondern die der unfreiwilligen und ebenfalls bösartigen oder dummen unseres plumpen Zeitalters des Fortschritts in der Technik und des Rückschritts in der Kultur.“ (Erich Maria Remarque: Die Nacht von Lissabon)
Die Ausländer machen es uns nicht leicht. Erst bleiben die Terroristen aus, dann die Flüchtlinge. Jetzt basteln wir uns mit den arabischen Clans ein neues Feindbild zusammen. Hoffentlich hat die Polizei keinen Erfolg. Sonst richtet sich Saurons Germanenauge wieder auf die Juden.
Wegen geringfügiger Verzögerungen wird das Projekt „Stuttgart 21“ jetzt in „Stuttgart 22“ umbenannt. Aber im nächsten Jahrhundert verkürzt sich die Fahrzeit nach Ulm dann garantiert um zehn Minuten.
Die jungen Polizisten bei der Fahrzeugkontrolle. Ihre harten Gesichter mit dem starken, weißen Gebiss. Sie sehen aus wie Frontsoldaten.

Experten streiten immer noch, was der sechste Sinn des Menschen ist. Schwachsinn oder Wahnsinn?
Seit 1961 steht in Mainz, zwischen Dom und Rheinufer, ein „Mahnmal der Deutschen Einheit“. Es ist ein dreigeteilter Betonkubus, der mit dem Wort „Deutschland“ zusammengehalten wird. Auf der Schmalseite sind Ortsnamen aus der damaligen DDR, aber auch aus den ehemaligen Ostgebieten eingemeißelt. Danzig, Breslau und Tannenberg, wo Hindenburg die entscheidende Schlacht gegen die Russen gewann. Das wirkt für mich, spätestens seit 1990, als Denkmal des Revanchismus. Warum wird so eine rechtsradikale Skulptur mitten in der Stadt geduldet? Die Stadt und das Bundesland wird von der SPD regiert, die sich über das Thema ausschweigt. Die linksjugend solid aus Wiesbaden hat das Teil 2010 mit einem Plakat verhüllt, auf dem „Großdeutsche Träumerei abwracken!“ stand.
Hätten Sie’s gewusst? Der FC Bayern hat mehr als doppelt so viele Mitglieder wie die CSU. Wenn der Uli Hoeneß bei der nächsten Landtagswahl antritt, wird es eng für den Söder.
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er ist der neue Brand Ambassador, der Markenbotschafter von Bonetti Media, in Moskau, wo bekanntlich die Geschicke der Welt gesteuert werden.
Das wird die Fernsehsensation im Frühling. Frauentausch in Berlin. Nahles übernimmt für zwei Wochen die CDU, Kramp-Karrenbauer die SPD. Exklusiv beim RTL.
Rätsel Zeit: 2019 wird sich nie mehr wiederholen, der Februar aber schon.
Hätten Sie’s gewusst? Die Universität Berkeley hat für Nobelpreisträger eigene Parkplätze. Die gibt es ab jetzt auch bei Bonetti Media.
Die ehrwürdige Präposition „behufs“ wurde leider durch „zwecks“ oder „zu dem Zweck“ ersetzt. Wieder verschwindet ein an sich doch tadelloses Wort in der Versenkung.
P.S.: O-Ton eines Arbeiters, der in unserer Straße Glasfaser verlegt: „Das Internet wäre am besten gar nicht erfunden worden. Das macht die ganze Welt verrückt.“ Er hat noch 18 Jahre als Bauarbeiter vor sich und hatte schon zwei Bandscheibenvorfälle. Er fragt sich, wie er bis 67 durchhalten soll.
Madness – Yesterday’s Men. https://www.youtube.com/watch?v=5DoVUlvSg7M

7 Kommentare:

  1. Eben wollt ich ganz unabhängig von Heinz Pralinski, den Glauben an die Menschheit berlieren, dann das...

    Madness - One step beyond
    https://youtu.be/SOJSM46nWwo

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  2. Sehr schöne FRÜHSTÜCKS-Lektüre... wieder (ړײ) *DANKEschööönUNDmitderCappuccinotasseinsWEwinkewunkt*

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  3. Hätten Sie’s gewusst? Die Universität Berkeley hat für Nobelpreisträger eigene Parkplätze. Die gibt es ab jetzt auch bei Bonetti Media.

    Wat denn nu?

    Hat jetzt Bonetti Media lediglich Nobelpreisträger oder endlich mal eigene(!) Parkplätze?

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    1. Es gibt nur einen Nobelpreisträger und sein Parkplatz ist direkt vor dem Eingang zur Konzernzentrale.

      https://kiezschreiber.blogspot.com/2018/10/literaturnobelpreis-2018.html

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  4. Unglaublich, dass mit dem Mainzer Denkmal, und da haben sie sich in RP über die Kirchenglocke aufgeregt, deren Aufschrift niemand lesen konnte.

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    1. 2002 hat Mainz immerhin Adolf Hitler als Ehrenbürger gestrichen. 57 Jahre nach dem Krieg ...

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  5. Bei mir um Ecke steht auch ein nettes Denkmal

    https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Denkmal_IR_76.jpg
    „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen“

    Finde ich aber gut, man kann sehen wie viele Spacken dem huldigen.
    Mittlerweile sind es gar keine mehr, das mit der Atombombe hat sich wohl auch in den Kreisen rumgesprochen.

    Würde immer mal wieder mit Farbbeuteln eingefärbt, das ist aber auch aus der Mode.

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