Freitag, 18. Januar 2019

Matriarchat

„Erst an dem Tag, an dem wir nicht mehr über das Geschlecht von Politikern diskutieren, haben wir die Gleichberechtigung erreicht.“ (Lupo Laminetti)
Er: Ich fände es gut, wenn sämtliche Entscheidungen in Wirtschaft, Forschung und Politik in den nächsten zwanzig Jahren von Frauen getroffen würden. Nur von den Frauen.
Sie: Ja, das wäre großartig. Aber warum nur zwanzig Jahre? Warum nicht fünfzig oder hundert?
Er: Ich will ja noch sehen, wie der Feldversuch ausgeht. In hundert Jahren bin ich schon lange tot.
Sie: Die Frauen würden in zwanzig Jahren vieles verändert.
Er: Vielleicht würde aber auch viele Dinge so bleiben, wie sie sind.
Sie: Es würde keine Kriege mehr geben.
Er: Das glaube ich nicht. Thatcher ist schon in ihrer ersten Legislaturperiode in den Falkland-Krieg gezogen. Merkel wollte 2003 beim Irak-Krieg von Bush mitmachen, zum Glück war sie da noch keine Kanzlerin. Und unsere Verteidigungsministerin kann gar nicht genug Auslandseinsätze für die Bundeswehr bekommen.
Sie: Ich glaube, die Welt wäre friedlicher, wenn die Frauen überall das Sagen haben.
Er: Kommt auf die konkreten Frauen an. Denk mal an Alice Weidel oder Madame Le Pen.
Sie: Das sind natürlich extrem negative Beispiele.
Er: Glaubst du im Ernst, die Frauen beenden den Neoliberalismus, den Neokolonialismus und stoppen den Klimawandel? Das ist in meinen Augen naiver Kinderglaube. Frauen würden genauso die Interessen ihrer Staaten und Konzerne vertreten wie Männer. Eine mächtige Frau wird nicht schwächer agieren als ein mächtiger Mann.
Sie: Naiver Kinderglaube? In welchem Ton redest du denn mit mir?
Er: Wenn ihr die Chefs seid, ist es vorbei mit Puderzucker und Samthandschuhen. Dann wird auch der Ton rauer, verlass dich drauf.
Sie: Nein, er wird nicht rauer. Höchstens der Ton der Männer. Kommunikation ist eine der starken Seiten der Frauen. Da müssen die Männer noch einiges lernen.
Er: Komm schon, die Männer in der Politik quatschen doch auch den ganzen Tag und es kommt nix dabei rum. Es ändert sich nichts an den Eliten, wenn sie weiblicher werden, weil es immer zuerst um den eigenen Status geht, unabhängig von der Beschaffenheit der Geschlechtsorgane.
Sie: Was ist denn die Lösung, Schweinchen Schlau?
Er: KI. Wir lassen die Maschinen entscheiden. Dann können wir uns zurücklehnen und mit den Schultern zucken, wenn es zu Steuererhöhungen und Entlassungen kommt. So wie ein Manager, der sich einen Unternehmensberater ins Haus holt, um unangenehme Entscheidungen zu verkünden. Die KI wäre unser neuer Gott. Der Herr hat uns in seinem unbegreiflichen Dingsbums eine Dürre oder eine Plage geschickt und wir können leider nichts machen. Die perfekte Ausrede und das Ende der Geschlechterdebatte.
Sie: Wolltest du nicht gerade eben noch zwanzig Jahre Matriarchat?
Er: Na und? Bei Merkel hast du doch auch nie gemeckert, wenn sie mal wieder Haken wie ein Feldhase geschlagen hat.
Sie: Ich kann es gar nicht fassen, dass ein Vollidiot wie du das Wahlrecht hat.
Erik Satie - Gymnopédie No.1. https://www.youtube.com/watch?v=S-Xm7s9eGxU

https://www.heise.de/tp/features/Die-groessten-US-Ruestungskonzerne-werden-mehrheitlich-von-Frauen-gefuehrt-4263744.html

5 Kommentare:

  1. Hatte in jungen Jahren eine Chefin. Ich als Jungingenieur. War klasse.
    Später hatte ich Kolleginnen, die nach oben wollten. Das war furchtbar.
    Grönemeyer hat recht: Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit.

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  2. Er: "Meine Frau und ich haben uns getrennt!"
    Freund: "Warum?"
    Er: "Wir hatten unterschiedliche Lebensvorstellungen."
    Freund: "Und nun?"
    Er: "Nun hat sie das Leben und ich die Vorstellung davon."

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  3. Glaub keinem, der dir sagt, dass du nichts verändern kannst
    Die, die das behaupten, ham' nur vor Veränderung Angst
    Es sind dieselben, die erklären, es sei gut so, wie es ist
    Und wenn du etwas ändern willst, dann bist du automatisch Terrorist

    Lass uns diskutieren, denn in unser'm schönen Land
    Sind zumindest theoretisch alle furchtbar tolerant
    Worte wollen nichts bewegen, Worte tun niemandem weh
    Darum lass uns drüber reden, Diskussionen sind okay

    Geh mal wieder auf die Straße, geh mal wieder demonstrieren
    Denn wer nicht mehr versucht zu kämpfen, kann nur verlieren
    Die dich verarschen, die hast du selbst gewählt
    Darum lass sie deine Stimme hör'n, weil jede Stimme zählt
    Revolution, Demokratie

    Die Ärzte - Deine Schuld - Album

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  4. Es ist nicht meine Schuld, wenn die Welt ist wie Sie ist
    Es ist nicht meine Schuld wenn Sie so bleibt

    Habe gestern meinen jungen Ing. Kollegen gefragt,
    wie er sich denn so informieren täte,
    was er denn so liest....
    Er kam dann mit n-TV. Soll ich den jetzt missionieren, agitieren, mich unbeliebt machen ?
    Nä.
    Soll er dumm bleiben bis zum Ende seines Lebens, ich habe das jetzt viele Jahrzehnte probiert, im Kollegenkreis ein wenig Aufklärung zu betreiben. Es reicht jetzt.

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  5. Hatte in jungen Jahren drei Chefs.
    Alles Männer, alle kurz vor der Rente. Herrlich.

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