Samstag, 12. Januar 2019

Ein Leben für den Fußball

Es war ein nasskalter Wintertag, die Sonne blieb bis zum Abend hinter grauen Wolken verborgen. Als es dunkel wurde, kämpfte er um jeden Atemzug. Er rief die Krankenschwester und bat um ein Glas Wasser. Sein letzter Wunsch. Als sie zurück ins Zimmer kam, war er bereits tot. Ein großes Herz hatte aufgehört zu schlagen.
Herbert „Bully“ Malotzke kam am 12. Januar 1919 in Essen zur Welt. Sein Vater war Bergarbeiter, seine Mutter Hausfrau. Er hatte sieben Geschwister. Als er acht Jahre alt war, starben seine Eltern bei einem Straßenbahnunfall. Er wuchs bei einer Tante in Herne auf. Sein erstes Geld verdiente er sich im Laden seines Onkels, der einen Kiosk am Sportplatz betrieb.
So kam Bully Malotzke, bis heute eine Sportlegende unter Eingeweihten, zum Fußball. In der Jugend von SV Glückauf Herne spielte er als Mittelläufer. Als er achtzehn Jahre alt war, wurde er in einem Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf entdeckt. Fortan spielte er für die Fortuna, bis er 1940 von der Wehrmacht eingezogen wurde. Er nahm an den Balkanfeldzügen und der Besetzung Griechenlands teil. 1945 kam er in Landshut in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Ab 1949 spielte er wieder Fußball. Schwarz-Weiß-Essen. II. Division, auch zweite Liga genannt. Damals durften Vertragsspieler nicht mehr als 320 Mark, inklusive Prämien, im Monat verdienen. Malotzke verdiente sich gerade einmal das Geld für die Miete. Nebenbei arbeitete er als Verkäufer in einem Ford-Autohaus. Er war bis 1956 als Spieler aktiv, dann verletzte er sich am Meniskus und musste die Fußballschuhe an den Nagel hängen.
1959 sehen wir ihn wieder als Trainer des Meidericher SV, später als MSV Duisburg bekannt geworden. Er führte den Verein 1963 in die neugegründete Fußballbundesliga. In der ersten Saison wurde er Vizemeister, in den nächsten Jahren ging es abwärts. 1968 verließ er den Verein und wechselte zu Fortuna Köln. Er schaffte den Aufstieg in die erste Liga, stieg aber in der Folgesaison wieder ab. Später erreichte er mit Hertha BSC das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger und mit Eintracht Braunschweig verlor er das DFB-Pokalfinale 1978.
Seine letzte Station als Trainer war Kickers Offenbach, die er in der Saison 1988/89 von der dritten in die zweite Liga führte. Wir Fans bewahren diesem großen Mann ein ehrendes Gedenken in unseren Herzen. Bully Malotzke – unvergessen.
Donovan - Hurdy Gurdy Man. https://www.youtube.com/watch?v=CHxfOZH8cew

Kommentare:

  1. Ich glaube, jetzt sind die Fake-News bei Bonetti Media endgültig angekommen.
    Relotius hat einen neuen Ausbeuter aka Arbeitgeber gefunden.

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    1. Aber es klingt wahr. Und ist der erste Absatz nicht rührend? Trump, Spiegel, Bonetti - Fake News sind einfach voll im Trend.

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  2. https://www.youtube.com/watch?v=v19ZyiZpSEw *töööt*

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  3. 320 Mark? - Soviel? Immerhin das Doppelte eines Durchschnittlohns in den 50ern.

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    1. Keine Ahnung. Ich habe das Gefühl, an der Geschichte stimmt so einiges nicht.

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