Samstag, 5. Januar 2019

Blick aus dem Küchenfenster

Heid is nix los. Werklisch ned. Nix los uff de Gass. Kohn onzischä Mensch läsd sisch bligge. Sinn alle daham. Noch ned emol die junge Leid, die Bucklische, die wo de ganze Dach Kneppschä drigge. Die hogge daham und gugge Indänät. Kennsd verigt wern. Is nix mehr los, die Gassi s leer. Odä die sinn all in de Stadt. Dring-ge iän Kappudschino unn Brosekko, västehsde, unn hiä guggsde ausm Kischefänstä unn nix bassird. Was war des frijä so scheen. Do is als emol de Brieftreschä vobei kumme, do hosde mo e Schwätzje gehalle. Heit kumme nuä noch die Pagädfritze, die wo sich gaa ned auskenne und die noch koin oinzischä Mensch vohär gesehe hod. Donn glingele se iberall – abä isch mach ned uff. Is kaanä daham unn de Resd geed aach gleisch. Is mei Meinung. Des wah frijä gons andesdä. Abä des will jo heid konä meä wisse. De ganse Daach woschdele se an iäm Scheißhändy rum unn drigge die babbische Kneppschä. Es guggt konä emol naus.

Kommentare:

  1. Hast du wenigstens ein bequemes Kissen fürs Fenster?

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    1. Da sagst du was. Aber zwischen mir und dem Fenster ist so eine doofe Arbeitsplatte. Ich hasse Arbeit!

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  2. Aber drüben beim Schelder gibts ein frisches Bier, da hängt ja der Bierstern.

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    1. Das Dorf liegt irgendwo im Internet, aber ich wünschte, das wäre der Blick aus dem Fenster. Da würde ich den ganzen Tag aus dem Kneipenfenster auf unser Haus gucken.

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  3. Do vuzellsch ebbis. Des isch do bin uns im Badische au nid anderschd. Wänn ma mol dusse isch, do ränne eim d'Maidli und d'Buebe faschd iber de Hüffe, will sie als uff ihri Smatfons glotze (des sinn so Telefon-Dinger, wo keini Chnepf me hänn, sondern nur noch so e Glasschiibe, wo d'Jugend dann mit ihre Feddfinger druffumme dabbt).
    Un dü hesch recht, bi uns bringt au jedesmol e andere Poschdli d'Briäf und de Päcklibot sieht au jedesmol anderschd üüs. Un ständig sinn sie am ränne.
    Aber ich gib dir mol a guede Rot: gang üsse, in d'Wirtschaft oder so, do erfahrsch immer noch s'Neischdi! Stammdisch wirds immer gä. Un ä guede Wii gids därt au.

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    1. Wir haben ja keine Gastwirtschaft mehr im Dorf, aber ich habe gerade eine Stunde mit meinem Winzer gesprochen und weiß wieder das Neueste. Wir haben auf der Dorfstraße ja nur zwei Gewerbeflächen. In der ehemaligen Dorfkneipe ist jetzt ein Friseursalon (es gibt also nur noch Kaffee) und aus dem anderen Laden gehen jetzt der Mike (Werbung) und der Volker (Steuerberater) raus, was natürlich zu aufgeregten Diskussionen geführt hat. Kommt da vielleicht (auf 78 qm) eine Imbissstube oder irgendwas hin, wo man sich mal auf ein Bier treffen kann? Das wäre ja der Hammer! Bonetti Media wird zeitnah informieren :o)

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  4. Großes Heimatkino, da lüfte ich mal mein Schiebermützchen

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  5. Was is „Kneppschä“, sach amoi

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    1. Knöpfchen. Anfang der Neunziger habe ich mal an einem Bürocomputer in Ingelheim die Warnung "Rummworschdele unn Kneppschä drigge gibz ned" gelesen. Damals musste man noch die Laien von den Geräten fernhalten.

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