Donnerstag, 13. Dezember 2018

Erotica

Das erotische Leben eines Mannes hat erstaunlich oft mit Krankenschwestern und Ärztinnen zu tun, für einige von uns beginnt dieser Lebensabschnitt im geheimnisvollen Reich der Medizin, so wie unser Leben im Regelfall in einem Krankenhaus beginnt. Für die bedauerlichen Exemplare meines Geschlechts war es zu meiner Jugendzeit der eiskalte Griff einer steinalten Ärztin ins zarte Gemächte, sicherlich der Tiefpunkt der demütigenden Musterung im Kreiswehrersatzamt, nicht selten Auslöser lebenslanger Traumata beim Anblick medizinischen Personals. Nicht so bei mir.
Es war Frühling 1980, die Sonne schien, die Vöglein zwitscherten um die Wette, als ich zu einer Operation in eine Mainzer Klinik musste. Nichts Aufregendes, eine Leistenoperation. Aber der Arzt, der meinen Unterleib untersuchte, ordnete eine Rasur des Schambereichs an. Ich war dreizehn Jahre alt und hatte es nun amtlich, dass ich genug Haare am Sack hatte. An dem Tag, an dem die beiden blutjungen und bildschönen Krankenschwestern mit einem verschwörerischen Lächeln das Zimmer betraten, wurde ich zum Mann.
Beide hatten dunkelbraunes langes Haar, eine mit wilden Locken, eine glatt und glänzend. Während die Schwester mit dem glatten Haar neben dem Bett stand und mir abwechselnd ins Gesicht lächelte und auf meine erblühende Mannespracht starrte, packte die Gelockte einen Einmalrasierer aus und beugte sich tief über meine Familienjuwelen. Ich weiß nicht mehr, wie lange es gedauert hat. Es war aufregend, schön und nahm einfach kein Ende. Damals hatten die Krankenschwestern noch extrem kurze weiße Kittel an, die weit über den Knien endeten, und nicht diese schlabbrigen blauen Hosen und Hemden, die man heutzutage trägt und in denen sie aussehen wie Fabrikarbeiterinnen.
Noch heute finde ich ein Krankenschwesterkostüm sehr erotisch. Während meines Zivildienstes im Altersheim bin ich mal bei einem Betriebsausflug mit einer drallen Blondine Geisterbahn gefahren, weil sie das unbedingt wollte. In der Finsternis zwischen Gespenstern und Geköpften küsste sie mich wild. Ich schob meine Hand unter ihr T-Shirt, sie hatte keinen BH an, es war wie im Film. Die Welt der Erotik besteht nicht nur aus schwarzem Leder, sondern auch aus weißen Kitteln. Und Sie, liebe Lesende, dürfen jetzt über die äußerst delikate Frage nachdenken, ob ich in jenem unvergesslichen Frühling eine Erektion hatte oder nicht.
Madness – It Must Be Love. https://www.youtube.com/watch?v=vmezIIrFQmY

Kommentare:

  1. Es gibt kein Argument für die Unterdrückung der obszönen Literatur, das nicht in unvermeidlicher Folge zur Rechtfertigung aller anderen Beschränkungen, die der Freiheit des Geistes auferlegt wurden, dienen würde oder bereits gedient hätte.

    David Herbert Lawrence (1885 - 1930)

    ...lassene mal IHREN PHANTASIEN hier freien lauf, ist JA auch IHR BLOG (ړײ)

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  2. Ich war auch Zivildienstleistender. Im Krankenhaus.
    Herrlich.
    Die armen Hunde in den Kasernen damals.

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  3. Gerne der Zeiten gedenk' ich, da alle Glieder gelenkig - bis auf eins.
    Doch die Zeiten sind vorüber, steif geworden alle Glieder - bis auf eins.
    Goethe)

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  4. Ah, zu meiner Zivildienstzeit gab es diese Schwesterntrachten mit Ausschnitt auch noch - da war die Laune dann davon abhängig, mit welcher Kollegin man morgens die Bettenmach-Runde versah...

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  5. Meine Vasektomie(Sterilisation) wurde durch eine Chirurgin durchgeführt.Alles kein Problem trotz Hoden Rasur.Hauptsache ich bezahle nie Alimente.Danke Frau Doktor.

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