Sonntag, 11. November 2018

Fachkräftemangel im Praxistest

Überall fehlen Fachkräfte, hört man. Millionen offene Stellen unbesetzt. Personal dringend gesucht. Okay. Hiermit bewerbe ich mich bundesweit. Als Fachkraft. Schließlich kann ich als Universalgenie alles. Ich fange auch gerne gleich als Chef an. Morgens die Arbeit verteilen und dann Zeitung lesen – warum nicht? Mal sehen, was passiert. Ich werde über die hereinströmenden Angebote berichten.

Bewerbung

Ich bin:
- Akademiker und habe den schwarzen Gürtel in Politikwissenschaft (Dr. phil.)
- 52 Jahre alt
- Ledig
- Gesund (bis auf meine Gicht, Bluthochdruck und gelegentlich Tourette)
- Berufserfahrung als Wissenschaftler, Journalist, Schriftsteller

Ich kann:
- Hochdeutsch, Rheinhessisch, Englisch, Gebärdensprache (Schulterzucken, Mittelfinger)
- Schreiben
- Ordnung in Unordnung bringen, Unordnung in Ordnung bringen
- Stundenlang auf einem bequemen Stuhl in geschlossenen Räumen sitzen
- Social Skills: renitent, faul, gefräßig

Ich erwarte:
- Eine Tätigkeit, die meiner Qualifikation entspricht
- Sechs Wochen bezahlten Urlaub im Jahr
- Einzelzimmer mit Mini-Bar oder Home Office
- Ein Monatsgehalt von mindestens 3000 Euro netto, gerne mehr

Ernstgemeinte Zuschriften bitte im Kommentarbereich deponieren.

Lilli Berlin - Ostberlin-Wahnsinn. https://www.youtube.com/watch?v=BUnzv6cgFb0

6 Kommentare:

  1. Ich staune, dass du dich unter deiner Qualifikation bewirbst. Ich würde nicht so bescheiden sein. Das Schulterzucken gehört in Gebärdensprache zur Mimik und der Mittelfinger (gibt es als Komponente in diversen Wörtern, die alle vulgär sind) qualifiziert dich mindestens zum US-Präsidenten, wenn du es bescheiden magst würde ich mich also mindestens als Kanzler-Nachfolge bewerben. Besser als der Spahn (bitte nicht) und der Merz (bitte erstrecht nicht) kannst du den Job auf jeden Fall. Und eine Wohnung in Berlin hast du eh. Wenn du dann umziehst kannst du mit dem Vermieten der kleinen Hütte richtig Reibach machen, weil "alle" mal bei Kanzlers wohnen wollen.

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    1. Ich würde auch ganz bescheiden als Chef des Verfassungsschutzes anfangen und den Laden auflösen. Wäre ich Kanzler, würde das Häuschen im Hunsrück "Weißes Haus" heißen.

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    2. Ja, genau, der Posten ist doch jetzt frei(?). So wie er war auflösen und die Nachfolgeorganisation vernünftig aufziehen. Irgendsowas muss es wahrscheinlich geben als Instanz, denn die Verfassung ist doch schützenswert.

      Ist das weiße Haus wenigstens weiß? Wenn nicht tun es sicher auch weiße Gardinen.

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  2. Ich weiß nicht und zögere noch.

    Eigentlich bin ich mit der jungen Rumänin für 2€ den Tag ganz zufrieden.

    Nein, tut mir leid, da muss ich bedauernd ablehnen, zuviel Akademikerwissen. Das birgt die Gefahren von Renitenz, Sozialneid und Aufbegehren.

    Wir bitten um Ihr Verständnius und wünschen Ihnen für Ihren weiteren beruflichen Werdegang alles Gute.

    Der Chef des Kanzleramtes
    (Nach Diktat verreist)

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  3. Bitteschön:

    https://www.winzer-service.de/anzeigen/stellenmarkt-dienstleistungen/stellenmarkt/angebote.html

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