Donnerstag, 1. November 2018

Das erwartet uns 2019

Nach den Niederlagen bei den Wahlen zwischen Herbst 2017 und Herbst 2018 wird sich die waidwunde GroKo unter der Überschrift „Dienst nach Vorschrift“ mit weiterhin katastrophalen Umfragewerten zu den Europawahlen im Mai 2019 durchschleppen. Diese Wahlen sind zwar politisch bedeutungslos, aber als bundesweite Abstimmung über die Arbeit der Regierung in Berlin ein Gradmesser für alle Beteiligten der GroKo.
Trotz geräuschloser Arbeit wird die GroKo eine weitere Niederlage kassieren. Das Publikum ist der bleiernen Wiederholungen überdrüssig. Die beiden Volksparteien, gemeinsam auf vierzig Prozent geschrumpft, beschließen im Juni, dass im Herbst Neuwahlen stattfinden sollen. Merkel stellt die Vertrauensfrage wie einst Schröder und bleibt bis zur Wahl geschäftsführend im Amt. Die SPD geht also noch ein Jahr durch den Dienstboteneingang ins Kanzleramt, dann ist es endgültig vorbei mit dem Regieren.
Im Herbst 2019 wird die CDU/CSU mit Kanzlerkandidatin Kramp-Karrenbauer stärkste Fraktion. Gemeinsam mit den beiden erstarkten bürgerlichen Parteien, FDP & Grüne, wird eine Jamaika-Koalition gebildet. Unternehmen und Bürgertum dürfen sich freuen, sie sind die Zielgruppen der Politik dieser neuen Regierung. Das ärmere Drittel der Bevölkerung geht leer aus.
Fazit: In einem Jahr wird der Busfahrer gewechselt, aber der Fahrplan bleibt.
Sollte der brave Kanzlerwahlverein CDU es tatsächlich wagen, Merkels Favoritin AKK zu verschmähen und ihren längst gemeuchelten Gegner Merz aus der Gruft zu holen, sehen die Dinge allerdings anders aus. Mit Heuschrecken-Fritz („Black Rock“ – kann es einen Namen geben, der besser zum Selfmade-Millionär aus dem Sauerland passt?), Chef der Atlantikbrücke, werden wir auch wieder anschlussfähig an Trumps Amerika. Er holt mit einem satten Rechtsruck die verlorenen Schafe von der AfD zurück, bringt die Union auf 40 Prozent und regiert gemeinsam mit Buddy Lindner ohne die Grünen. Egal, wie die Wahl zum CDU-Chef und damit zum nächsten Kanzlerkandidaten und damit zum nächsten Kanzler im Dezember ausgeht: Deutschland rückt nach rechts.
P.S.: Isn’t that funny? Beim CDU-Parteitag in Hamburg findet eine Richtungswahl statt, die wesentlich bedeutender sein wird als die Bundestageswahlen 2017 und 2019. Allerdings ist es nur etwa tausend Menschen, den Delegierten aus allen Bundesländern außer Bayern (welche Ironie!), vorbehalten, eine Entscheidung über die Zukunft der Regierung zu treffen. Hätte ich selbst nicht besser choreographieren können.
Blue Oyster Cult - (Don't Fear) The Reaper. https://www.youtube.com/watch?v=ClQcUyhoxTg

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