Samstag, 3. November 2018

Aus dem Bembel ins Gerippte – Äppelwoi und Spaß dabei


Blogstuff 254
„Erst wenn der letzte Diesel gestorben ist, werdet ihr merken, dass man Elektroautos nicht essen kann.“ (Heinz Pralinski)
Kann sich noch jemand an die Typen erinnern, die mit einem schwarzen Aktenkoffer in die Schule gekommen sind? Die hatten immer Hemden an, nie T-Shirts oder Sweat-Shirts. Die Hemden hatten Brusttaschen und in den Brusttaschen steckten Kugelschreiber. Ich habe ja erst in der Uni mit dem Aktenkoffer angefangen. Soziologie-Seminar. Schwarzer Anzug, Sonnenbrille, Budapester Schuhe. Im Aktenkoffer war meine Bong, sonst nichts.
Hatte sonst noch jemand außer mir seine Monatskarte in einem Kunstlederetui mit Plastikfenster an einer Kordel um den Hals hängen?
Wow! Ich habe eine ehemalige studentische Hilfskraft gegoogelt, mit der ich vor zwanzig Jahren ein Projekt gemacht habe. Beeindruckend: http://aiapgh.org/news/meet-michelle-fanzo/
Ich war 1968 dabei. Ha – Ha – Haribo. Dazu habe ich im Kinderwagen die Ghettofaust geballt. Also erzählt mir nix.
Jogi Löw wird vielleicht einmal länger im Amt gewesen sein als Angela Merkel.

Foodporn ist out. Neuer Trend: Fotografieren Sie Ihre Unterhosen auf der Wäscheleine. Fragen Sie nicht, machen Sie’s einfach!
Im Vorderhaus ist eine Kneipe. Rechts vom Tresen führt ein Gang zu den Toiletten. Öffnen Sie die letzte Tür. Vor Ihnen liegt der gepflasterte Hof, der von der Straße nicht zu erreichen ist. Überqueren Sie ihn und betreten Sie den Spielsalon im Hinterhaus. Hier sitzen mindestens tausend Jahre Knast.
Wir dürfen uns von den CSFG-Regierungen der Zukunft nicht mehr erwarten als von der aktuellen GroKo.
Im letzten Kabinett von Schröder (2002-2005) waren sieben Männer und sechs Frauen. Im letzten Kabinett Merkel sitzen neun Männer und sechs Frauen. Im 15. Bundestag (2002-2005) lag der Frauenanteil bei den Abgeordneten bei 32,5 Prozent, im aktuellen Bundestag liegt er bei 30,7 Prozent. In Sachen Frauen fällt bei mir Frau Merkel in erster Linie ihre eigene Karriere ein – und dann die alberne Frauenquote in Aufsichtsräten (die bekanntlich nicht die Konzernleitung bilden, die immer noch fest in Männerhand ist). Von den sechzehn Bundesländern werden zwei von Frauen regiert.
Ich habe mal einen kleinen Block geschenkt bekommen, den man von oben zuklappen konnte, so wie in den amerikanischen Krimis. Also beschloss ich eines Nachmittags nach der Schule, Privatdetektiv zu werden. Ich ging auf die Straße, wo mir gleich ein kleiner, alter Mann mit schwarzem Pullover verdächtig vorkam. Also verfolgte ich ihn. Er lief einige hundert Meter durch mein Viertel und ich notierte mir alles, während ich hinter ihm her schlich und mir dabei alles in allem sehr unauffällig vorkam. Dann er verschwand er in einem Haus und kam auch eine ganze Weile nicht mehr heraus. Mir wurde langweilig und so endete meine Zeit als Privatdetektiv.
Die Verhältnisse in Deutschland können sich nur durch externe Ereignisse ändern. Erschütterungen der Europäischen Union beispielsweise nach dem Brexit oder einem Euro-Austritt Italiens. Eine Wirtschaftskrise durch einen Handelskrieg mit den USA, da Protektionismus Gift für die Exportnation wäre. Kernfrage: Wie stark wird der wachsende Nationalismus die internationale Ordnung verwüsten? Aus eigener Kraft wird dieses Land keinen Politikwechsel schaffen. Seit der konservativen Revolution Reagan/Thatcher/Kohl vor fast vierzig Jahren drehen wir uns im Kreis, für das untere Drittel der Gesellschaft ist es eine Abwärtsspirale. Deutsche Politik bleibt rechts, möglicherweise wird sie eines Tages durch externe Schocks auch rechtsextrem wie in Österreich, Polen oder Ungarn.
Orkestra Obsolete - Blue Monday. https://www.youtube.com/watch?v=cHLbaOLWjpc

Kommentare:

  1. Der kleine alte Mann mit dem schwarzen Pullover ermordete am besagten Tag 12 Nachbarn, seine Mutter und diversen Kleinkram. Da wäre ich als Privatdetektiv auch rasch nach Hause gegangen, lieber Kiezschreiber. War ja nichts los, da drin.

    Schönster Satz: " Im Aktenkoffer war meine Bong, sonst nichts."

    Cool.

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    1. Danke. Wär ich nur so cool gewesen. In Wirklichkeit hatte ich eine fadenscheinige Jeansjacke an, meine Bücher, Schreibblock und Stifte waren in einer Tüte mit der Aufschrift "Plastik statt Jute". Fanden die Leute aber auch gut.

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