Donnerstag, 15. November 2018

Auf Wiedersehen

„Bahnhof Bad Nauheim. Mit einem Seufzer der Erleichterung stellen die acht Träger die Sänfte am Bahnsteig ab. Meister Bonetti, Literaturnobelpreisträger und Liebhaber der kulinarischen Künste, erhebt sich von seiner Ottomane. Sein Kammerdiener Johann gibt ihm noch einen sanften Schubs, dann steht er vor dem Zug. Der von der Firma Pullman Palace Car Company handgeschmiedete Eisenbahnwagen ist ganz in den Farben Bordeauxrot und Gold gehalten. Das Personal hilft ihm die wenigen Stufen hinauf und der Meister lässt sich in einen schweren Ledersessel fallen. Seine Zofe tupft ihm die Schweißtropfen von der Stirn und streift ihm die Seidenpantoffel über die Füße. Es ist wieder einmal an der Zeit, seine Latifundien in der Hauptstadt mit einem Besuch zu beehren und ein wenig das Leben der kleinen Leute zu studieren, um seinem geneigten Publikum von der ach so grausamen Welt da draußen zu berichten. Der Bonetti-Zug. Seit Jahren erfolgreich. Er hat immer freie Fahrt. Während schlecht gelaunte und schlecht bezahlte Angestellte in ihren billigen Dritte-Welt-Zügen auf die Weiterfahrt warten, rauscht der Bonetti-Zug durch das Land. Mit einem milden Lächeln quittiert der Meister ein Glas Moët & Chandon Brut Impérial, das ihm von seinem zwergwüchsigen Lakaien Billy Masser auf einem Silbertablett serviert wird.“ (Lukretzia Zwicklbauer: Andy Bonetti - Tausendsassa und Prophet)
Liebe Lesende!
Die nächsten Wochen bin ich wieder offline. Also richtig raus aus dem E-Business. Keine Texte, Kommentare werden nicht freigeschaltet und Mails kann ich nicht beantworten.
Sollten Sie in den nächsten Wochen einem großen, gutaussehenden Mann begegnen, der ein Kamerateam im Schlepptau hat – das bin ich. Arte dreht gerade eine zwölfteilige Dokumentation über mein Leben als Literaturikone.
Ich melde mich im Dezember mit fangfrischem Content aus der Hauptstadt. Bis dahin alles Gute!
Euer verdienter Blogger des Volkes

Ihr Völker der Welt, schaut auf dieses Video: John F. & Die Gropiuslerchen - Berlin, Berlin (1987). https://www.youtube.com/watch?v=8ypOJ_05KV0
P.S.: Der Name Billy Masser ist ein Hinweis auf einen Seelenverwandten von Andy Bonetti, der vor zweihundert Jahren mit einem Gespann aus vier weißen Hirschen durch Berlin zu fahren pflegte. Finden Sie es heraus!

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