Samstag, 6. Oktober 2018

Poststrukturalistische Intertextualität im Werk von Andy Bonetti – eine Annäherung


Blogstuff 246
„Denn worum es geht: das Leben herumzubringen mit einem Minimum an Schmerz, Leid, Not. Ganz einfach. Man übersieht die Wahrheit, weil man immer nach etwas Großem, Komplizierten sucht.“ (Heinz Strunk: Der goldene Handschuh)
Justin sitzt in irgendeinem Frikadellenpuff in Frankfurt. Er hat sich für zwei Euro einen Cheeseburger und eine kleine Cola gekauft. Aus den Augenwinkeln beobachtet er die drei Mädchen am Nachbartisch. Er hat noch nie ein Mädchen angesprochen und er wird es auch heute nicht tun. Justins Gesicht ist eine Mondlandschaft aus Eiterpickeln und Aknenarben. Vier oder fünf Pickel sind immer kurz vor der Explosion, schmerzhafte gelbe Kuppeln sind auf den roten Miniaturvulkanen zu sehen. Wenn jetzt ein Schulkamerad hereinkäme und ihm auf die Schulter hauen würde, dann platzen die Dinger auf und der Eiter spritzt bis zu den Mädchen.
Die Zahlen werden immer phantastischer: Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Konsum, Glück ganz allgemein. Ich liebe das Ranking „Welche westliche Marktwirtschaft ist das glücklichste Land der Erde?“ Aber die Bevölkerung glaubt den Zahlen so wenig wie in der Endphase der Honecker-Ära. Haben die römischen Imperatoren kurz vor ihrem Untergang den Zorn auch mit aufgehübschten Statistiken bekämpft?
Eines Tages kalbt die Erde und schenkt einer gigantischen Plastikkugel das Leben. In Milliarden Jahren bilden sich auf diesem neuen Kunstplaneten FDP-Wähler und SUV-Fahrer.
Ich möchte an dieser Stelle ganz entschieden die Behauptung zurückweisen, Andy Bonetti sei abgehoben und habe den Kontakt zu den hart arbeitenden Lesern in diesem Lande verloren. Erst neulich habe ich ihn beim Bäcker gesehen, als er – umringt von drei Kamerateams und acht Reportern – eine Mohnstange käuflich erworben hat.

Bonetti (Symbolbild)
Wozu noch FDP wählen? FDP ist doch schon überall drin, so wie Zucker in allen Lebensmitteln.
Diese herzzerreißenden Zeilen erreichten mich aus der Türkei: “I write you this letter from the heart full of sincerity and tension. My name is Mrs. Fatima Aya Ozturk, wife of General Akin Ozturk, former four-star General in the Turkish Air Force (…). My husband was arrested on 16 July 2016 on charges of having played a leading role in the failed 2016 Turkish coup d’état attempt of 15 July. (…) Recently I was diagnosed with kidney cancer and my condition is really deteriorating and is quite obvious that I may not live longer (…) I have no Children of my own so I have decided to contribute the worth of $13.5 Million to aid the less privileged Worldwide, during my online search on international chambers of commerce/international Phone Numbers-White Pages-Yellow Pages Search I selected you to assist me to take care of this mission.” Fehlt nur noch, dass ihr Teppichladen gerade abgebrannt ist.
Warum nennt sich die Rekrutierungskompanie der SPD eigentlich immer noch „Jungsozialisten“?
Wieso entwickelt sich diese Gesellschaft eigentlich auseinander? Kinderarmut und Altersarmut steigen doch parallel.
Es gibt noch Tabus in unserer Gesellschaft. Dazu gehört, ein „großes Geschäft“ zu machen, wenn Sie bei anderen Leuten zu Besuch sind. Noch schlimmer wird es, wenn Sie drei Mal in einer halben Stunde aufs Klo müssen, weil sie Durchfall haben. Ist die Wohnung sehr klein und das Klo nahe am Wohnzimmer, sollten Sie „Oh Gott“ und „Ach du liebe Zeit“ rufen, während Sie auf der Schüssel sitzen. Sie werden nie wieder eingeladen.
Diese maßlose Empfindlichkeit. Ein Windhauch genügt, um die Flammen der Empörung emporschlagen zu lassen.
Sherbet – Howzat. https://www.youtube.com/watch?v=oXM4wGCqKWA

Bonettis Empfehlung: die Herbstfarbe unserer Wahl.

1 Kommentar:

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