Montag, 24. September 2018

Was macht eigentlich Guido Westerwelle?

Wo ist „Mister 18 Prozent“, der Star der FDP? Jetzt, wo wir in brauchen, ist er tot. Einfach so. Aber wir haben seine Sätze, die wie in Stein gemeißelt sind. Nie hatten wir sie so nötig wie heute.
Sein Klassiker. Damals zum Thema Hartz IV: „Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“ Für einen kurzen Augenblick der Verblüffung und des verschämten Innenhaltens wurden die Bacchanalien in Duisburg-Marxloh unterbrochen.
Aber es gab noch mehr, an das es sich zu erinnern lohnt.
Eat this, Linke: „Wer Deutschland für kapitalistisch hält, der hält auch Kuba für demokratisch.“
Eat this, AfD: „Deutschland wird von der Mitte aus regiert, von einer Koalition der Mitte. Und die Ränder haben in dieser Republik nichts zu sagen.“
Eat this, SPD: „Mindestlohn ist DDR pur ohne Mauer.“
Eat this, Medien: „Ihr kauft mir den Schneid nicht ab.“
Wer hat sich damals getraut, ihm contra zu geben? Richtig. Horst Seehofer beim politischen Aschermittwoch 2010. Da hatte er gerade ein paar Monate gemeinsam mit der FDP regiert: „Oha. Das war eine beachtliche Warnung, das hat uns wirklich umgehauen. Da beben die Alpen, da wackelt der Frankenwald, da schäumt der Chiemsee. Und, liebe Freunde, spürt ihr nicht das Flattern eurer Knie? Aber keine Angst, das ist kein Tsunami – das ist nur eine Westerwelle.“


Lebte zu kurz, um alles sagen zu können: Gildo Westerwelle.

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