Dienstag, 4. September 2018

Marmeladenbrötchen in Not – die Killerwespen kommen


Blogstuff 234
„Manchmal dachte sie, sie könnte niemals einen Menschen so lieben wie diese abgewrackte Hure Kreuzberg.“ (Annette Berr: Nachts sind alle Katzen breit)
Die Geschichte der Wespen ist eine Geschichte der Missverständnisse. Ich wurde von Karel Gott in den siebziger Jahren sozialisiert. Von Biene Maja habe ich gelernt, dass Wespen Feinde sind. Habe ich im Affekt gehandelt oder bin ich Opfer der Indoktrination durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen geworden? Jedenfalls liegt eine tote Wespe auf der Fensterbank. Mit einem Exemplar von „Meiner schöner Garten“ erschlagen. In Rheinland-Pfalz sind dafür bis zu 5.000 € Bußgeld fällig, in NRW das Zehnfache. Lese ich. Ich recherchiere genauer. Eine einzelne gemeuchelte Wespe gilt nur als Ordnungswidrigkeit und der Fall wird in der Regel nicht verfolgt. Man kann sich auch immer noch auf Notwehr rausreden und den Allergiker mimen. Allerdings bin ich Serientäter, seit vielen Jahren. Gibt es Selbsthilfegruppen?
Gesundheitsminister Spahn möchte, dass jeder Leiche die Organe entnommen werden können, wenn man sich zu Lebzeiten nicht dagegen ausgesprochen hat. Die Umkehrung des bisherigen Prinzips der Organspende. Wem gehören die Toten? Der Familie oder dem Staat? Verwertbares Material wird konfisziert, die Angehörigen dürfen den Restmüll beerdigen – wir kennen das von der Mülltrennung. Darf der Staat den Toten auch die Goldzähne ausbrechen?
Das war Stoff für seine Kunst, quasi Kunststoff: „Donald Trump wuchs in luxuriösen Verhältnissen als Sohn wohlhabender Einwanderer in einem verschlafenen Hafennest namens New York auf. Während die Fischer am Abend auf den Quaimauern saßen und ihre Netze flickten, begann Trump als kleiner Junge mit Immobiliengeschäften und versuchte, einem Touristenpaar aus Yokohama die Brooklyn Bridge zu verkaufen.“
Bald endet das große Sterben in Syrien und die Politiker, die sich vorher den Krieg erklärt haben, werden den Frieden erklären. Aus einem Absatzgebiet für Waren wurde 2011 ein Absatzgebiet für Waffen. 2019 wird aus einem Absatzgebiet für Waffen wieder ein Absatzgebiet für Waren. Die Konzerne des Westens werden prächtig am Wiederaufbau verdienen, die Regierungen werden die Subventionen für die eigene Wirtschaft zur humanitären Hilfe für die Opfer verklären und die Presse wird mit feuchten Augen über dieses großzügige Engagement berichten.
30. Juli. Es sind zum ersten Mal über 31 Grad an meinem Schreibtisch. Der Ventilator ist nur dreißig Zentimeter von meinem Körper entfernt. Wenn er kaputt geht, sterbe ich. Die Symbiose von Mensch und Maschine. „Schreibt jemand meine Gedanken mit?“ rufe ich in den Raum. Keine Antwort. Möge Giselinde, die Schutzheilige aller Fügsamen und Geduldigen, ihre Hände über mich halten.
Die Menschen sind so unterschiedlich, ein Entdecker von außerhalb würde sie wohl für verschiedene Arten halten.
Die Neubauten sind effizient und günstig. Ästhetik spielt in der Bauwirtschaft schon lange keine Rolle mehr. Beim Wiederaufbau nach 1945 hatte man weder Geld noch Zeit für das Schöne. Aber auch später hatte niemand mehr das Bedürfnis, sich durch einen prachtvollen Bau ein Denkmal für die kommenden Generationen zu setzen. Von unserer Zeit werden keine Pyramiden künden. Im Inneren der Häuser geht es weiter. Eine Schulfreundin hat sich gerade eine neue Küche gekauft. Der Esstisch, die Sitzbank und die Stühle flogen raus. Stattdessen gibt es nun eine Kochinsel. Gemeinsames Essen war in diesem Raum nicht mehr vorgesehen. In wenigen Wochen waren ihr Lebensgefährte und ihr Sohn ausgezogen – natürlich nicht nur wegen der Küche. Jetzt sitzt sie allein in ihrer Innovation. Der Hund steht derweil an der Wohnungstür und wartet auf die Menschen, die nicht mehr kommen.
UB40 - Rat In Mi Kitchen. https://www.youtube.com/watch?v=oLoXFmJBvlk

Andy Bonetti geht nie ohne Fatsuit aus dem Haus.

6 Kommentare:

  1. Dune- Der wüste Planet.
    David Lynch in Bestform.
    Eine Frühform von Jabba. Cooles Bild.

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    1. Mega-Film. Lynch ist einfach der Wahnsinn. Mulholland Drive habe ich fünf Mal gesehen und arbeite weiter an der Entschlüsselung (Text dazu im Februar 2021).

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  2. In Sachen Baustil der 50er möchte ich widersprechen. Gerade in den 50ern wurden sehr schöne Sachen gebaut. In schönen Proportionen, nicht so groß, man hatte ja keine Kohle, trotzdem mit Stil. Auch die Möbel waren schöner, viel kleiner, gut, die Buden waren ja auch kleiner, trotzdem der Menschlichen Proportion angepasst.
    Heutzutage wird ja nur noch geprotzt. Mega Hütten, Raumhöhe 3,20 m, riesen Flächen, Wohnzimmer mit 80m² u.s.w.. Und davor der SUV. Oder gehen Sie mal in das Möbelhaus. Einfache Esszimmerstühle. Da heben Sie sich einen Bruch, wenn Sie diese Geräte wegtragen wollen.
    In den 50ern hatte man noch eine gewisse Bescheidenheit, wobei sicher auch der verlorene Krieg mithalf. Jetzt, nach 3 gewonnenen Weltmeisterschaften, die ja irgendwie Ersatzkriege sind, was ja auch OK ist, besser so, strebt man wieder nach größerem.

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    1. Da haben Sie offenbar eine andere Wahrnehmung als ich. In meiner Heimatstadt Ingelheim kostet der Quadratmeter Bauland inzwischen 500 Euro. Wenn Sie sich weiter in Richtung Hunsrück bewegen, wird es günstiger. Einen Neubau können sich nur wenige Familien leisten. Die Neubaugebiete, die ich hier sehe, z.B. in Waldalgesheim, zeugen von Bescheidenheit, weil schlicht das Geld fehlt. Die Häuser, die Sie beschreiben, stehen vielleicht in schwäbischen Villenvierteln.


      P.S.: Es sind 4 WM-Titel und mit Krieg hat das nichts zu tun ;o)))

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  3. Bei uns im Großraum Stuttgart wird immer noch gebaut bis der Arzt kommt.
    Mit den beschriebenen Auswüchsen. Zu groß, zu hässlich, zu eintönig.
    Von fehlendem Geld keine Spur, trotz Quadratmeterpreisen von über 600€.
    550€ war vor 3 Jahren.( milde lächelnd )
    Ach ja, 4 x WM, hatte wohl irgendwie eine Vorkriegs WM im Kopf. Schwachsinn.
    WM als Kriegsersatz ? Natürlich ! Ist doch ein prima Ventil für nationalistische Gefühle, für Nationalstolz, mit der Fahne rum rennen und was es sonst noch so an Nationalismussen gibt. Ohne wäre es schlimmer. Wie bei uns die Kroaten abgegangen sind, super. Inklusive Straßenschlägereien mit Asylanten.

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