Samstag, 15. September 2018

Haie

Der größte Horrorfilm meiner Kindheit war „Der weiße Hai“. Ich hatte damals eine solche Angst, von einem Hai gefressen zu werden, dass ich den Film bis heute (ich bin in diesem Sommer 52 Jahre alt geworden) nicht gesehen habe. Ich ging damals in die vierte Klasse der Kurt-Schumacher-Grundschule (die nach der „geistig-moralischen Wende“ von 1982 in Theodor-Heuss-Grundschule umbenannt wurde) in Ingelheim-West.
Nur ein einziger Junge hatte den Film, zusammen mit seinen Eltern, tatsächlich gesehen: Branislav Jevtic, genannt Bané. Seine Eltern waren aus Kroatien und hatten nur fünfzig Meter von unserer Wohnung entfernt ein Restaurant, die „Dalmatiner Stuben“. Mein bester Freund, der beste Fußballer in unserer Klasse und heute Tennislehrer in San Diego, Kalifornien.
Weil der Film Tagesthema in unserer Klasse war, wurde Bané im Unterricht nach vorne gebeten, um aus dem Film zu erzählen. Vorher fragte die Lehrerin, ob jemand Angst hätte und lieber draußen warten wollte, bis Bané fertig wäre. Tatsächlich verließen zwei Mädchen das Klassenzimmer. Bané schilderte die Horrorszenen spannend und ausführlich. Wir hingen mit weit aufgerissenen Augen an seinen Lippen, falls mir an dieser Stelle ausnahmsweise mal eine alberne Formulierung erlaubt ist.
Von der Gesamthandlung weiß ich bis heute nichts, aber ich habe eine Heidenangst vor Haien. Ich habe von „Ein Zombie hing am Glockenseil“ bis „Haus der 1000 Leichen“ alle möglichen Horrorfilme gesehen. An Hai-Filme traue ich mich noch immer nicht heran.
Jaws – Main Title. https://www.youtube.com/watch?v=lV8i-pSVMaQ

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