Samstag, 29. September 2018

Furcht und Schrecken im bajuwarischen Outback

„Die Landtagswahl in Bayern wirkt sich sehr unheilvoll auf die Arbeit in Berlin aus. Das überdeckt alles, vergiftet das Koalitionsklima und führt zu Recht zu einem schlechten Bild in der Öffentlichkeit.“ (Angela Nahles)
„Wenn selbst eingefleischte CSU-Mitglieder sagen: Diesmal kann man die einfach nicht wählen, dann ist das bemerkenswert.“ (Wolfgang Kubicki)

Bayern ist super. Bayern ist ein Märchenland. Das alles haben die Menschen der CSU zu verdanken. Markus Söder aka Captain Bavaria gibt an wie ein Sack Mücken, wenn er im Bierzelt seine Wahlkampfrede hält. Hier fühlt er sich zu Hause. Das Bierzelt ist die Wahlkampfhüpfburg des Stand-up-Politikers aus Nürnberg. Vor ihm die choreographierte Masse der Claqueure, Galgengesichter, rotglänzend vom Schnaps.
Das Wahlvolk sieht es nicht ganz so rosig. Im August wurde er im RTL/n-tv-Trendbarometer zum schlechtesten Ministerpräsidenten der Republik gekürt. Nur 31 Prozent sind mit seiner Arbeit zufrieden. Bei Meinungsumfragen liegt die CSU aktuell bei 35 Prozent – INSA kommt am 26. September sogar nur auf 34 Prozent.
Es liegt aber nicht nur am unsympathischen Franken. Der senile Querulant Seehofer ist der Vater aller Probleme der CSU. Von Stoibers 60 Prozent (2003) ging es immer nur bergab. Die CSU hat es geschafft, ein Viertel der gesamten Wählerschaft Bayerns zu vertreiben. Es gibt eine komische und eine tragische Dämlichkeit. Seehofer ist in jedem Falle auf komische Art dämlich. Mit dem unergründlichen Eifer einer Krebszelle zersetzt Seehofer seit Jahren seine Partei.

Muss Seehofer demnächst ins Austragshäuserl? (Symbolbild)

Die Taktik, die AfD beim Thema Flüchtlinge zu kopieren, hat nichts gebracht. Dazu hängt man in Berlin zu tief drin. Die Leute kaufen lieber das Originalprodukt, beim Thema Klimawandel zum Beispiel die Grünen. Der heiße Sommer war nicht gut für die CSU, die Bauern hatten eine schlechte Ernte. Kreuze in Behörden, eine eigene Grenzpolizei, Eigenlob, das zum Himmel stinkt – das war bisher die krachlederne Logik des CSU-Politbetriebs. Auf der Zielgeraden soll es jetzt der Kampf um die Mitte richten: Pflegnotstand, Familienbeihilfen, Wohnungsmarkt. Am Sonntag kommt sogar Angela Merkel zu einem Wahlkampfauftritt in den Süden. Das wird Schwung in den Laden bringen, ich kann es förmlich spüren.
P.S.: Hätten Sie’s gewusst? Bayern hat mit seinen 13 Millionen Einwohnern eine größere Bevölkerung als die fünf neuen Bundesländer (12,5 Millionen).
Hank Mizell - Jungle Rock. https://www.youtube.com/watch?v=HUi7DaldSpA

Meine Empfehlung an alle Leserinnen und Leser in Bayern.

1 Kommentar:

  1. Das Plündern der anderen Bundesländer (ein CSU Verkehrsminister soll z.B. 80% der Maßnahmen n ach Bayern vergeben haben, die unsinnigen und völlig überhöhten Solarstrombeihilfen sind nichts anderes als das Länder wo viel Windenergie anfällt netto den Süden sponsern, die GEZ Gelder werden zu diesem unsportlich arroganten mit allen dreckigen Mitteln arbeitenden Fußballverein umgeleitet u.v.a.m. ) funktioniert halt nicht mehr so gut wie früher. Die Abgabenlast ist am Anschlag.

    Das merken die Schmarotzer sofort und bei den Flüchtlingen ist es ihnen auch nicht gelungen Sie nach der "mir san mir" Taktik (will heißen richtig shice) anderen aufs Auge zu drücken. Wie z.B. bei den bayrischen Drogis die hier in Hamburg nun mal ein menschlicheres Biotop vorfinden und deswegen hier sind.

    Da liegt der Hase im Pfeffer und ohne die Bayern ginge es dem Rest wesentlich besser. Nicht nur im Konzernfussball.

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