Sonntag, 30. September 2018

Die Dunkelheit am Ende des Tunnels


Blogstuff 244
„Das ist die größte Geschichte in der Geschichte der Geschichte.“ (The Cleveland Show)
Kennen Sie jemand, der Schmetterlinge nicht mag? Alle mögen diese Scheißviecher, nur weil sie bunter sind als Motten. Wir sind so oberflächlich, es ist nicht auszuhalten.
Sie haben es mal wieder mit einer Diät übertrieben? Eine Woche in Rainer Calmunds Tortencamp – und Sie fühlen sich wie neu geboren.

Ich sitze mit meinem alten Prof Krippendorff (der in diesem Jahr gestorben ist) an einem Küchentisch und wir arbeiten an einem Text. Es geht darum, eine politische Einstellung aus dem Alltagsverhalten zu entwickeln. Politik nicht als Überbau, aus dem man sein Verhalten ableitet, sondern umgekehrt. Wir entwickeln den Idealtypus dieses Menschen, ich schreibe mit Kugelschreiber auf einem Blatt Papier unsere Ideen auf. Dieser ideale Mensch ist völlig unprätentiös, er ist nicht eingebildet, sondern freundlich zu jedermann. Er geht gerne gut essen, vor allem asiatisch, aber in schlichte, einfache Restaurants. Er geht zu Fuß, er hat Zeit für Gespräche. Aus dieser entspannten Haltung entwickelt er seine Einstellung zu den „großen“ Themen der Politik. Wir sind von unserer Idee begeistert, aber ich habe beim Mitschreiben Probleme. Der ganze Tisch und auch das Papier sind voller süß-saurer Soße. Ich drehe das Blatt um, aber da ist noch mehr Soße. Ich überlege, wie ich weiterschreiben soll, da kommt seine Sekretärin in die Küche. Krippendorff muss weg, er hat einen dringenden Termin. Ich soll alles aufschreiben, was wir besprochen haben. Dann wache ich auf. (Traum vom 16.9.18)
„Bald überall in Preußen.“ Mit diesem Slogan warb Löwenbräu 1975. Da kann man als Nicht-Bayer schon ein bisschen Angst bekommen. Im Jahr 2000 ging es dann mit „Ein Bier wie Bayern“ weiter. Was heißt das? Dumm und stark? Noch rätselhafter dann ein paar Jahre später: „Ein Bier wie Bayerns Nächte.“ Vollends schwurbelig wird es 2004 mit dem Slogan „Power, die mir schmeckt.“
https://www.youtube.com/watch?v=1NwTmp3tJzQ
Ich kann nicht mehr zurück nach Ingelheim, wo ich geboren wurde und aufgewachsen bin. Der Weg ist mir versperrt. Die Innenstadt hat man praktisch komplett neu gebaut und die Leute sehen genauso aus wie in Berlin. So betrachtet ist Heimat ein Territorium, das nur aus Erinnerungen besteht.
Ich bin in einer fremden Stadt und weiß nicht mehr, wie ich zu meinem Hotel zurückkommen soll. An einer Straßenbahnstation studiere ich lange die Karte der Stadt, aber kein Stadtteil kommt mir bekannt vor. Ich weiß auch nicht mehr, wie ich heiße und warum ich in dieser Stadt bin. Schließlich laufe ich einfach los. Irgendwann treffe ich einen kleinwüchsigen Mann ohne Unterleib, der braungebrannt ist, eine Glatze und viele Tätowierungen hat. Er läuft auf seinen Händen. Ihm erzähle ich meine Geschichte. Er lädt mich zu sich nach Hause ein. Er wohnt in einer heruntergekommenen Baracke fast ohne Möbel, irgendwo am Stadtrand. Im Laufe der nächsten Tage erfinden wir eine Geschichte um eine lustige Kakerlake und ihre Abenteuer. Wir schreiben sie auf. Der kleine Mann kennt eine Frau bei einem Independent-Verlag. Sie kommt vorbei, liest die Geschichte und verspricht, sie zu veröffentlichen. Sie wird ein Erfolg und wir kommen ins Fernsehen. In der letzten Szene telefoniert der kleine Mann mit mir – ich wohne inzwischen in der Innenstadt -, während er sich gerade künstliche Beine anschnallt. Er gibt damit an, dass er an den letzten vier Ampeln von Passanten wiedererkannt wurde. Wir sind jetzt berühmt. In einem schicken Anzug geht er auf die Straße hinaus. (Traum vom 17.9.18)
Aus den Trümmern meines Palastes habe ich mir eine Hütte gebaut.

Nina Hagen - Street - Berlin (Is Dufte!). https://www.youtube.com/watch?v=YQblUB5ObrQ

1 Kommentar:

  1. Nenne dich nicht arm, wenn deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.

    Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916)

    ... eines , meiner Lieblingszitate ♥

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