Samstag, 24. März 2018

Veränderungen

Zum ersten Mal in diesem Jahr sitze ich bei offenem Fenster am Schreibtisch. Das Sonnenlicht blendet mich fast, es zeichnet scharfe Schatten um das Notebook, die Stifte und die Boxen. Ich höre Vogelgezwitscher, dann eine Bohrmaschine, einen Hammer und wieder die Bohrmaschine. Das Dorf erwacht aus seinem Winterschlaf. Zwei Männer reden. Ich verstehe sie nicht, aber die Stimmen hören sich nach guter Laune an. Einmal ein unbändiges Lachen. Dann eine helle Kinderstimme. Eine Hummel brummt vorbei. Sogar der erste Schmetterling taumelt übermütig wie ein betrunkener Teenager vorüber.
Ein Neuanfang. Wäre er nur überall möglich. Ich habe eine Idee. Wenn man einem Menschen sagt, er habe wegen einer schweren Krankheit nur noch ein Jahr zu leben, wird er die verbleibende Zeit anders nutzen als zuvor. Er wird seine Alltagsroutinen hinterfragen, er wird sehr bewusst das Unwichtige vom Wichtigen trennen. Er wird auf überflüssige Lügen, auf schwachsinnigen Konsum und vermutlich auf seinen Job verzichten, wenn der Job ihn nicht glücklich gemacht hat. Was ist, wenn man der ganzen Menschheit sagt, sie habe nur noch ein Jahr zu leben? Meteor. Außerirdische. Seuche. Keine Ahnung. Sie müssten es nur glauben. Wenn wir alle nur noch ein Jahr zu leben hätten, würden wir uns ändern.
So wird es bald wieder vor meinem Schreibtisch aussehen.

Kommentare:

  1. Manchem glückt es, überall ein Idyll zu finden: und wenn er's nicht findet, so schafft er's sich.

    Theodor Fontane

    (1819 - 1898)

    ... DU scheinst - JA - eine NATUR-Idylle gefunden zu haben ?!? *zwinker*

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  2. Ich lebe wie die Waltons ;o)

    50 Meter von unserem Haus entfernt beginnt der Weinberg, dessen Erträge ich in Flaschenform konsumiere.

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