Montag, 12. März 2018

Hitlers Lieblingswitz

Colonel Clickbait hat Sie wieder mal erwischt. Hitler? Muss ich anklicken. Hier geht es nicht um den Posterboy der rechten Szene. Das ist einfach nur Blogstuff 201.
„Fünfzig. Fifty is just another word for nothing left to loose. Außer unsere Pfunde. Das allerdings wird zum Problem. (…) Früher habe ich Bier gesoffen und wieder ausgeschieden. Jetzt wird es zu mir.“ (Thomas Reis)
Ich bin wie ein Baum. Aber meine Jahresringe sind aus Fett.
In den Medien heißt es immer, dass Angela Merkel 2021 nach 16 Jahren als Kanzlerin aufhört, als sei das schon in Stein gemeißelt. Aber ihr Vorbild ist nicht Kohl mit seinen 16 Jahren Amtszeit, sondern Honecker mit seinen 18 Jahren als Generalsekretär des ZK der SED (1971 – 1989).
Neulich habe ich mit einem 85jährigen Mann gesprochen, der mir erzählt hat, in Stromberg habe es früher einmal vierzehn Gasthäuser gegeben. In einem Ort mit 3000 Einwohnern. Jetzt gibt es nur noch eine winzige Kneipe an der Hauptkreuzung und Sie müssen sich vom Metzger ein Frikadellenbrötchen oder ein Mettbrötchen mitbringen, wenn Sie dort etwas essen wollen. Selbst der Dönerladen hat dicht gemacht.
„Natürlich ist sich Bonetti Media seiner absoluten Ausnahmestellung im Internet bewusst. Andy Bonetti ist Vorbild für eine ganze Generation von jungen Menschen, die darauf brennen, im Medienbereich vergleichbare Erfolge zu erzielen. High-Influencing und Mega-Agenda-Setting – Bonetti ist Leitstern für die kommenden Epochen des User-Understanding.“ (Cicero 2/2018)
So läuft das Geschäft im Weinanbaugebiet, in dem ich lebe: Ein hiesiger Weinhändler kauft argentinischen Rotwein für 28 Cent den Liter. Im Preis ist der Transport aus Übersee schon drin. Er lässt ihn hier abfüllen und etikettieren, da kostet ihn eine Flasche inklusive Transport zum Großabnehmer 95 Cent. Im Supermarkt wird die Flasche dann für 2,99 Euro verkauft. Der Weinhändler und der Supermarkt verdienen je einen Euro an der Flasche. Der argentinische Winzer – oder die Leute, die für ihn im Weinberg arbeiten – verdient Groschenbeträge. Der deutsche Winzer kann bei diesem Geschäft nicht mithalten. Bei uns im Dorf kostet die Herstellung einer Flasche Wein mit allem Drum und Dran etwa 1,50 Euro.
Apropos Argentinien. Eine traurige Geschichte aus dem Falkland-Krieg. Hat sich 1982 wirklich so zugetragen. Ein argentinischer Soldat ruft seine Mutter zu Hause an und sagt, er käme heim. Er fragt sie, ob er einen Kameraden mitbringen dürfe. Dieser Kamerad habe aber einen Arm und ein Bein verloren. Die Mutter antwortet, sie möchte keinen Kriegskrüppel in ihrem Haus haben. Der Soldat legt auf und erschießt sich noch am selben Tag. Er hatte vom Lazarett aus angerufen. Er selbst hatte im Krieg einen Arm und ein Bein verloren.
Wer ist denn schon bedeutend für den Lauf der Welt? Wer will es sein? Und die, die man uns in den Medien als bedeutend verkauft, sind es mit Sicherheit nicht. Den Tauben ist es egal, ob sie auf ein Denkmal oder auf einen Niemand scheißen.
Traum: Ich sitze an einem Tisch in einer öffentlichen Bücherei, um einen Essay über ein Buch zu schreiben. Das Honorar für diese Arbeit beträgt 1500 Euro. Es ist unglaublich laut und ich kann mich nicht auf meine Lektüre konzentrieren. Deprimierendes Gespräch mit dem Bibliothekar. Während ich ihm zuhöre, habe ich das Gefühl, ich sehe ihm beim Sterben zu.
Hätten Sie’s gewusst? Die feministische Partei „Die Frauen“ hat 376 Mitglieder. Bei der letzten Bundestagswahl bekam sie 439 Stimmen.
„In effigie“ – das ist der lateinische Fachausdruck für eine Hinrichtung in Abwesenheit des Delinquenten, die bis zum 19. Jahrhundert gebräuchlich war. Statt des echten Täters, der sich durch Flucht dem Strafvollzug entzogen hatte, wurde an seiner Stelle ein Bild von ihm gehenkt, verbrannt oder anderweitig exekutiert. Heute finden Hinrichtungen dieser Art vorzugsweise im Internet statt, wobei „das Volk“ die Rollen des Anklägers, des Richters und des Henkers übernommen hat.
Heaven 17 - We Live So Fast. https://www.youtube.com/watch?v=vgSdV8mmD94

Kommentare:

  1. Hat mir gestern - beim Katzenfutterdosenöffnen - den halben Daumen abgeschnitten ...

    und

    "Den Tauben ist es egal, ob sie auf ein Denkmal oder auf einen Niemand scheißen."

    *TJA*

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  2. Die phonstarke Bibliothek, das war kein Traum.
    Das war in der "Mediathek" genannten Ingelheimer Bibliothek, wo die Schüler von nebenan ihre Schulerlebnisse verarbeiten.
    Der Bibliothekar ist übrigens inzwischen tot. Statt seiner gibt es lautlose Ausleih- und Rückgabe-Kassen.

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    1. Ich kenne nur die SMG-Schulbibliothek und die alte Stadtbibliothek. Orte der Ruhe, wo man Gleichgesinnte traf. Boehringer hatte früher übrigens auch mal eine Betriebsbibliothek, da hat man selbst in einer Fabrik an der Alphabetisierung der Unterschicht gearbeitet. Wurde in den frühen 80er Jahren aufgelöst und der Bestand wurde kiloweise verkauft. Ich war dabei.

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    2. Kulturgeschichte lässt sich eben nur als Verfallsgeschichte schreiben.

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  3. Argentinien ist für Wein schon zu weit weg! Es geht auch noch billiger. Winzertröpfchen "aus den Weinen der EU". Steht da tatsächlich drauf.
    Alle Lumpensammler wurden zu Weinsammlern umgeschult.

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    1. Mein Winzer erzählte mir, dass auf dem Balkan das Kilo Weintrauben 13 Cent kostet. Oetker kauft da ein, dann muss man sich auch nicht über Sekt für 2,99 wundern (es gehen von diesem Geld 1 Euro für die Sektsteuer und 57 Cent für die Mehrwertsteuer ab). Billige Trauben, billige Menschen. Sollte man nicht unterstützen. Ich kaufe direkt beim Erzeuger aus meinem Dorf.

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