Samstag, 3. März 2018

Failed Life


Blogstuff 198
„Ich werde das nicht ändern, Sie werden das nicht ändern, Sie schon gar nicht – aber ich wollte nicht ausfallend werden.“ (Robert Gernhardt: Ich Ich Ich)
Kabarett: wir hören uns Kritik nur noch an, wenn wir uns dabei amüsieren können. Bringt uns eine halbe Stunde zum Lachen – und wir lauschen auch gnädig den vorgebrachten Zweifeln an unserer Lebensweise.
In meiner Jugend wurde der Wald vom Sehnsuchtsort der Romantik, der den Ränkespielen der Menschen enthoben war, zu einem politischen Thema. Ein Gespräch über Bäume wurde zur politischen Auseinandersetzung. Stichwort „Waldsterben“. Heute ist ein Gespräch über das Wetter politisch. Stichwort „Klimawandel“. Wenn wir über das Wetter reden, sprechen wir über Mobilität, Energiegewinnung, Recycling und Parteiprogramme. Der Himmel über uns ist politisch geworden.
Ich möchte mich an dieser Stelle für die Emanzipation und den Feminismus bedanken. Die Frauen haben sich selbst befreit und dabei die Männer gleich mit. Wir mussten gar nichts dafür machen, es ist kein einziger Schuss gefallen. Wir sind befreit von der Verantwortung für Frauen und Kinder. Frauen können sich inzwischen selbst ernähren und erziehen ihre Kinder alleine. Männer hatten die letzten Millionen Jahre eigentlich noch nie was mit Erziehung zu tun. Und wer hat schon gerne einen Versorgungsfall mit zwanzig Sorten Nagellack und Migräne an der Backe? Wir geben uns fröhlich unserer inneren Natur hin und leben mit Internetpornos und Puffbesuchen unsere Sexualität aus. Wir sind frei – und je mehr Geld wir haben, desto freier sind wir. Der mächtigste Mann der Welt, Donny Trump, zahlt jeder Bitch, die er flachgelegt hat, ein Schweigegeld und das war’s. Es wundert mich, dass überhaupt noch Familien gegründet werden. --- Kleiner Spaß. Ist nur Satire, Mädels. Oder Borderline. Dann habt Ihr doch Verständnis, oder? Smiley.
Katzen hinter Fensterscheiben. Unbeweglich und mit ausdruckslosen Gesichtern beobachten sie die Dorfstraßen. Zurückstarren hilft. Richtig fies sind kleine Hunde, die warten, bis man ganz nahe am Fenster vorbeigeht, und dann fürchterlich loskläffen. Die Infarktrisiken des Landlebens. Als die Reihenhauszeile gebaut wurde, ähnelten sich die Häuser wie neugeborene Kinder. Jetzt, da sie fast sechzig Jahre alt sind, hat jedes einzelne Haus seinen unverwechselbaren Charakter. Es gibt fröhlich bunte, gediegen pastellfarben gestrichene Domizile – und es gibt das heruntergekommene Wrack am Ende der Straße. Dort wohne ich … Mein von Alter und Entbehrung gezeichneter Leib … (Fragment)
Zu einem gelungenen Urlaubstag in Wales gehören zwölf Guinness, ich habe es vor einigen Jahren selbst einmal ausprobiert. Das erste Glas trinkt man, wenn am späten Vormittag der Pub öffnet. Es ist eigentlich das beste Guinness des Tages und es weckt den Appetit auf ein zweites Frühstück oder ein frühes Mittagessen. Zum zweiten Guinness isst man ein Sandwich und spült mit einem dritten Bier nach. Am Nachmittag, wenn man schon wieder Hunger auf eine kleine Zwischenmahlzeit hat, trinkt man das vierte Guinness. Um den Hunger zu stillen, folgt das fünfte. Gegen Abend nimmt man dann ein kräftiges Mahl ein, am besten ein großes Steak mit Pommes. Dazu trinkt man zwei weitere Guinness. Um 20 Uhr geht es dann in den Pub. Bis man um elf Uhr, wenn die Glocke läutet, sein zwölftes und letztes Guinness bestellt, hat man im Kreise seiner Freunde die Nummern 8, 9, 10 und 11 getrunken. Kein großes Ding. Man ist auch nicht betrunken. Man hat einen schönen und, wie ich finde, gesunden (denken Sie an die vielen Vitamine und Mineralien im Hopfensmoothie aus Irland!) und abwechslungsreichen Tag gehabt, zwei Burgen und eine Innenstadt besichtigt, und man ist fit für den nächsten Tag voller Abenteuer – und mit zwölf Guinness.
Papa Was A Rolling Stone (Original Soul Train Vemix). https://www.youtube.com/watch?v=0g7KawdsVSQ

Kommentare:

  1. Es lohnt sich nicht über verschüttetes Guinness zu weinen...

    Irland, zitiert im Film Departed *sláinte*

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    1. Müsste das nicht eigentlich "failed life" heißen?

      Andererseits, so richtig gescheitert und vertan..., das kriegt man wirklich nur "live" oder gar nicht hin.

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    2. Richtig! Hab's auch gleich geändert. Ich habe echt schlaue Leser ;o)

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  2. Augen auf beim Tunnelbau! https://sprachrahmen.files.wordpress.com/2018/02/shit.jpg?w=506&h=380

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