Montag, 26. März 2018

Eine steile These

Das Internet ist eine Jauchegrube für Wut, Hass und Frustration geworden. Es gibt natürlich auch die freundlichen Ecken im Netz. Aber sobald es um Politik geht, ist das Internet schlimmer als jeder Haufen Autofahrer in einem Fünf-Stunden-Stau.
Das Internet ist zum Ventil geworden. Hier schreie ich heraus, was ich meiner Kanzlerin, meinem Boss oder meinem Nachbarn gerne mal sagen würde. Natürlich gibt es auch außerhalb des Internets Aggressionen. Gewalt in der Familie, Ausraster am Arbeitsplatz, Amokläufer in Schulen.
Aber – und das ist meine steile These – ohne das Internet wären der Zorn und die Gewalt noch viel mächtiger, als sie ohnehin schon sind. Das Internet ist eine notwendige Erfindung des neoliberalen Zeitalters. Ohne dieses Ventil hätte der enorme Druck in der Leistungsgesellschaft, der Zeitdruck durch die permanente Beschleunigung in Technik und Wirtschaft, längst sehr viel mehr zerstört.
Der Kapitalismus braucht Facebook. Er braucht die sozialen Medien, um den Druck aus dem Kessel zu nehmen. Sonst wäre er schon geplatzt.

1 Kommentar:

  1. Vielleicht ist es auch einfach nur egal.

    Übrigens ist Kapitalismus (nach Wilhelm Hankel) kreditgesteuerte Marktwirtschaft. Ein Mechanismus in der Marktwirtschaft.

    Die Herrschaftsform ist interessanter, die hiesige würde ich als Neo-Feudalismus definieren.

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