Montag, 5. März 2018

Ein heiterer Dialog mit maritimen Redewendungen

Wir sind im Studio von Kabeljau-TV. Andy Bonetti wird von dem berühmten Feuilletonpiraten Blackbird interviewt. Blackbird trägt ein Piratentuch auf dem Kopf, darüber einen Kapitänshut. Er hat ein Holzbein, eine Augenklappe, anstelle der linken Hand einen Haken und auf seiner rechten Schulter sitzt ein Papagei.
Blackbird: Ahoi, Leichtmatrose Bonetti. Sie haben ja die deutsche Literatur von achtern geentert.
Bonetti: Der blanke Hans der Armut und eine Buddel voll Rum haben mich in den Hafen des Verlagswesens geweht, aber ich habe es bis heute nicht bereut.
Blackbird: Die Crew in Ihren Romanen besteht ja hauptsächlich aus Landratten, die noch nie eine Fock gerefft haben.
Bonetti: Die Galionsfigur war aus echtem Holz geschnitzt. Die konnte der Klabautermann nicht holen.
Blackbird: Aber bei Ihrer Jungfernfahrt haben Sie gleich Mastbruch erlitten.
Bonetti: Der Roman lag in Cuxhaven vor Anker und nahm keine Fahrt auf. Drei Wochen Flaute und die Leser meuterten. Da hilft es auch nicht, wenn man den Romanhelden kielholen lässt.
Blackbird: Aber in Ihrem zweiten Buch wurden die Anker gelichtet und der Leser hat endlich seine Heuer gesehen.
Bonetti: Ich segelte damals mit zwanzig Knoten im Kielwasser von Hans Albers, dessen Autobiographie mit allen Wassern gewaschen war und die sieben Weltmeere gesehen hatte.
Blackbird: Der Plot hatte Tiefgang. Heilige Meerjungfrau! Der Orkan im Finale, als die gesamte Takelage und die Hauptmasten über Bord gingen. Da musste ich mich beim Lesen an der Reling festhalten.
Bonetti: Man darf nicht beidrehen und die Segel streichen. Eine Mütze voll Wind und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Das ist das ganze Geheimnis.
Blackbird: Mast- und Schotbruch, Matrose. Viel Glück für das nächste Buch.
Heaven 17 – Let Me Go. https://www.youtube.com/watch?v=pJrU9RIurFE
Literatur und Wirklichkeit am Beispiel Hund.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen