Dienstag, 6. März 2018

Abschied von Delmenhorst


Blogstuff 199
„Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan!“ (Matthäus-Evangelium, Kapitel 4, Verse 8-10)
Warum lacht Olaf Scholz nie? Er leidet unter einer schmerzhaften Vorhautverengung. Solche Informationen gibt es nur im Blogstuff. Danken Sie mir nicht, ich tue nur meine journalistische Pflicht.
Der Deutsche ist wieder wie früher: naiv und blöd und wenn er enttäuscht wird, bringt er gleich tausend Leute auf einmal um.
Schröder ist der letzte Vorgänger vor Merkel, der noch lebt. Wenn er in den nächsten zehn Jahren stirbt – solange müssen wir mit Merkel rechnen, Adenauer gab erst mit neunzig Jahren den CDU-Vorsitz auf, das Kanzleramt kurz vorher -, ist Merkel die einzig lebende Amtsinhaberin.
Das Wort „endlich“ hört sich in der Jugend anders an als im Alter.
Hätten Sie’s gewusst? Früher nannte man die Charité „Erich’s Bypass-Studio“. In diesem All-inclusive-Krankenhaus muss man nur die Frühstücksbrötchen selbst mitbringen.
Andy Bonetti hat zwischen seiner Zeit im Extrem-Curling und den Jahren als Dompteur in Las Vegas an calvinistischen Ausgrabungen in Villingen-Schwenningen teilgenommen. Das wissen nur die wenigsten.
Die Wirtschaft boomt, lese ich. Die Politik ist gelähmt, auch das lese ich. Vor zehn Jahren gab es eine Wirtschaftskrise, jetzt gibt es eine Vertrauenskrise. All das hat auf mein Leben, das Leben meiner Familie oder meines Freundeskreises keinen Einfluss. Ich sehe auch nichts davon im Dorf. Niemand spricht darüber. Es scheint, dass alles, was an der Oberfläche der Medien und der sogenannten Öffentlichkeit passiert, was die Wellen der Empörung oder der Begeisterung aufpeitscht wie ein Sturm, hier unten bei uns Bewohnern des Meeresgrundes nicht ankommt.
Film-Tipp: „Drecksau“ mit James McAvoy. Schwarze schottische Komödie mit Sex, Drugs & Rock ’n Roll.
Am 29. Dezember 2016 schrieb ich unter der Überschrift „Frostikowski“, man werde im Alter wetterfühlig und mein schmerzendes linkes Knie würde auf den kommenden Frost hinweisen. Drei Monate später hatte ich einen dermaßen heftigen Gichtschub, dass ich zum Arzt musste. Seitdem verzichte ich überwiegend auf Bier und Schweinefleisch, die beiden Säulen der deutschen Ernährung, und en passant wurde auch mein Blutdruck auf lebensverlängernde Weise reguliert. Damals war ich fünfzig, jetzt bin ich ein Jahr älter. Das Schöne am Älterwerden ist ja die Veränderung der Themenwahl. Ich lese und spreche inzwischen gerne über das Wetter und die Gesundheit, während Mode und die aktuellen Charts ganz aus meinem Bewusstsein verschwunden sind. In meinem Alter kann man anfangen, junge Leute mit Geschichten von früher zu langweilen und damit ein bisschen von dem Horror zurückgeben, den ich früher bei Gesprächen mit Älteren empfunden habe. Diese jungen Menschen sind unglaublich höflich. Sie hören zu und sie haben ebenso wie ich damals nicht den Mut, einfach mal „Halt’s Maul, Opa“ zu sagen.
„Du schätzt Eleganz und Schönheit. (…) Du strahlst Anmut aus und hast einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik“, heißt es in einem Internet-Test, in dem ich erfahre, dass ich aus der Renaissance stamme. Natürlich. Nur oberflächlich macht es den Eindruck, meine billigen Klamotten hätte ich im Halbschlaf aus dem Schrank gezogen. In Wirklichkeit ist es der neue Look namens „Hunsrück-Blues“, den Sie demnächst auch in New York und Paris sehen werden – bei adipösen Frührentnern.
Aber der Rest der Analyse stimmt schon: „Dein Einfallsreichtum ist Deine größte Stärke und Du lässt Dich von anderen inspirieren. (…)Steckt in Dir etwa ein zweiter da Vinci?“ Die Typen vom Internet wissen schon, wie Sie mich kriegen.
Howard McGhee – Lover Man. https://www.youtube.com/watch?v=pOqy3F44KZQ

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