Dienstag, 6. Februar 2018

Die falsche Frage

„Welcher Begriff wäre törichter als der des Fortschritts, da doch der Mensch, wie jeder Tag aufs Neue beweist, immer dem Menschen ähnlich und gleich, das heißt immer ein Wilder bleibt. Was bedeuten die Gefahren des Waldes und der Steppe neben den sich täglich wiederholenden Zusammenstößen und Auseinandersetzungen der Zivilisation?“ (Charles Baudelaire)
Häufig wird in den Medien und im Netz die Frage diskutiert, wie viele Menschen auf der Erde leben können. Das ist die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: Welche Bedürfnisse hat der Mensch? Er muss zunächst mal essen und trinken. Wenn ihm frisches, sauberes Wasser reicht und pflanzliche Kost, können sehr viel mehr Menschen auf der Erde leben, als wir denken. Wollen wir alle Fleisch essen, Auto fahren und Urlaub auf Mallorca machen, wollen wir alle – kurz gesagt – das falsche Leben der Deutschen und der Amerikaner führen, ist die Kapazitätsgrenze längst erreicht. Die Erde trägt und erträgt uns nicht mehr, Sie und mich eingeschlossen. Was brauchen wir, um leben zu können? Die Frage wird in dieser Debatte nur selten gestellt. Stattdessen hantiert jeder mit Zahlen herum, zehn Milliarden, elf Milliarden. Als ob es so einfach wäre.
N.W.A. - Express Yourself. https://www.youtube.com/watch?v=u31FO_4d9TY