Montag, 4. Dezember 2017

Der jüngste Gerichtsvollzieher


Blogstuff 174
„Kunst überhaupt! – Weißt du, für mich ist das keine Verzierung des Lebens, kein Feierabendschnörkel, den man wohlwollend begrüßt, wenn man von der soliden Tagesarbeit ausruht; ich bin da invertiert: für mich ist das Atemluft, das einzig Nötige, und alles andere Klo und Notdurft.“ (Arno Schmidt: Brand’s Haide)
Wir führen über das Internet die gleiche Debatte, die zu den Zeiten eines Aristoteles über das Theater und später über das Fernsehen und danach über Computerspiele geführt wurde: Reagieren wir im Netz unsere Aggressionen ab oder werden wir durch das Netz erst aggressiv?
Um politisch beweglich zu bleiben, darf man ideologisch nicht mit schwerem Gepäck reisen. Das ist Merkels Kernprinzip.
„Sie haben doch keine Ahnung“, sagt der Blogger zu seinem Kritiker, bevor er sich in seinem Tagtraum dem Mikrofonwald der Weltpresse zuwendet.
„Bonettis Blog ist das literarische Äquivalent einer Amöbenruhr im fortgeschrittenen Stadium.“ (Lupo Laminetti)
Idee für einen Roman: Ein italienischer Klempner kommt von der Arbeit nach Hause und stellt fest, dass seine Verlobte von einem riesigen Monsteraffen in ein Lagerhaus voller Fässer entführt wurde. Er versucht, sie zu befreien, obwohl er außer Hochspringen und „Hoja“ rufen nichts kann.
Säugetiere markieren ihr Revier mit Exkrementen und verteidigen es durch Gebrüll, Drohgebärden und Ausscheidungsprozesse – der Gegner fühlt sich dann „angepisst“ oder „beschissen“. Politiker markieren ihr ideologisches Territorium mit Phrasen („Grundsätze“) und verteidigen es wie alle anderen Säugetiere.
Wenn Politiker ein echtes Territorium verteidigen oder erobern, kommt es im Regelfall zum Massenmord. Kriege waren von der Natur eigentlich nicht vorgesehen.
Der Mensch ist ein juristisch privilegierter Primat.
„Was? WAS ?!“ (Beethoven)
Ich bin in der sechsten von acht Dekaden meines Lebens, wenn man den Statistiken zur Lebenserwartung trauen darf.
Hätten Sie’s gewusst? In den fünfziger Jahren nannte man die Nerds Existenzialisten. Man erkannte sie an ihren schwarzen Rollkragenpullovern, die nach Sartres Tod zu einem modischen Tabu wurden.
Nur eine Handvoll Menschen hat die Macht über die Atomwaffen, die uns alle töten können. Wir sind in der Hand von Geiselnehmern.
In London geht man nach der Arbeit erst mal in die Kneipe, um den Kopf von dem ganzen nutzlosen Ballast der Arbeitswelt frei zu spülen. Dergestalt erleichtert und seelisch befreit geht es dann nach Hause.
Bonetti Media plant einen wöchentlichen anarcho-nihilistischen Rundbrief, der nur an Multiplikatoren versandt werden soll. Und die schicken ihn wieder an andere Multiplikatoren. Das ist praktisch unschlagbar. Viral ist das neue Anal.
Die neue Konzeptshow „Weinanbau & Schweinanbau – Rheinhessen grüßt Niedersachsen“ ist allerdings von der ARD abgelehnt worden.
In meiner Jugend verkehrten in unserem Hause regelmäßig zwei Herren, die eine Ratte auf ihrer Schulter hatten. Wir gaben den Tieren Bier zu trinken und ließen ihnen allerlei andere Aufmerksamkeiten zukommen. Das scheint mir völlig aus der Mode gekommen zu sein.
Der Therapeut konnte mich beruhigen. Die Halluzinationen hatte ich mir nur eingebildet.
P.S.: Zu Weihnachten bekommt jeder fünfzigste Leser von Bonetti Media einen Orgonakkumulator geschenkt.
P.P.S.: Sie sind nicht der fünfzigste Leser.
P.P.P.S.: Wir wollen in der Adventszeit aber auch an die armen Sklaven in den Bonetti-Minen denken. Menschen, die in Bangladesh für zehn Cent am Tag nach Pointen schürfen und mit ihren blutigen Händen so manchen Gag ans Tageslicht gebracht haben, den Sie dann einfach achtlos weggelacht haben.

Ganz hinten können Sie das Orgon sehen. Achtung! Nehmen Sie nicht zu viel Orgon auf, zwei bis drei Bonetti-Sphären pro Tag sollten „reichen“.
George McCrae – Rock Your Baby. https://www.youtube.com/watch?v=Wdo-ZiHqbls

1 Kommentar:

  1. "...zwei bis drei Bonetti-Sphären pro Tag sollten „reichen“."

    Mehr Blogbeiträge - am Tag - gibbet hier doch auch nicht zu lesen ... doah (ړײ)

    4. Adventskalendertürchen hier dazu stell:

    Wachsen, blühen und werden

    Der Brauch, am 4. Dezember - Barbara Tag -
    (nicht zu verwechseln mit; https://www.youtube.com/watch?v=GixZbY6rVD4)

    einen Kirsch oder anderen Blütenzweig einzustellen, der dann an Weihnachten blühen soll,
    geht auf die Legende der heiligen Barbara zurück.

    Das Blühen soll nicht nur die düstere Winterzeit etwas bunter werden lassen,
    sondern nach regionalem Volksglauben auch Glück anzeigen für das kommende Jahr.





    AntwortenLöschen