Sonntag, 26. November 2017

Moon Palace

Vor fünfundzwanzig Jahren, an Weihnachten 1992, bekam ich Paul Austers Roman „Mond über Manhattan“ geschenkt (Originaltitel: Moon Palace, 1989 in New York erschienen). Jetzt habe ich es zum zweiten Mal gelesen und bin erstaunt. In diesem bemerkenswerten Buch stehen einige Sätze, die geradezu prophetisch auf meine innere und äußere Entwicklung im letzten Vierteljahrhundert hinweisen:
„Ich wollte der Welt ins Gesicht spucken, etwas so Ausgefallenes wie nur möglich machen. Und mit dem ganzen Eifer und Idealismus eines jungen Mannes, der zu viel nachgedacht und zu viele Bücher gelesen hatte, beschloss ich dann, gar nichts zu unternehmen: Meine Tat würde ein militantes Verweigern jeglicher Tat sein. Das war ein zur ästhetischen Lehre verklärter Nihilismus.“
„Mit fünfzehn schon hatte er seine volle Körpergröße erreicht, etwa eins achtundachtzig bis eins neunzig, und von da an hatte er ständig zugenommen.“
„Er war titanisch in seiner Feistheit, ein Mensch von derart praller, vorquellender Fettleibigkeit, dass man sich bei seinem Anblick unweigerlich schrumpfen fühlte. Es war, als ob seine Dreidimensionalität stärker ausgeprägt wäre als bei anderen Menschen.“
Genesis - The Carpet Crawlers. https://www.youtube.com/watch?v=2yUN6CsuVPw

3 Kommentare:

  1. Solche Erlebnisse gibt es, hatte ich letztens ähnlich mit The Lost Language Of Cranes von David Leavitt (deutsch "Die verlorene Sprache der Kräne", dürfte nur noch antiquarisch zu haben sein). Ich habe das immer, also schon vor ungefähr zwanzig Jahren als ich es bekam, mehr mit Hinblick auf das Familiengeheimnis denn die Homosexualität gelesen. Und in diesem Jahr kam zufällig raus, wir haben ein sehr ähnliches Geheimnis in der Familie meiner Mutter (mit etwas anderem, nicht Homosexualität) und dieser Umgang damit ist bei einigen Personen in der Familie fast übertragbar aus dem Buch, wie mir auffiel als ich es im Oktober wieder gelesen habe.

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  2. You've gotta get in to get out.

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