Samstag, 7. Oktober 2017

Rot

„Obwohl Boulatruelle ein Trinker war, hatte er ein helles und scharfes Gedächtnis, das ja für einen Mann, der den Kampf mit der öffentlichen Ordnung aufnimmt, eine unentbehrliche Waffe ist.“ (Victor Hugo: Die Elenden)
Rot ist die Fahne der Revolutionäre, die auf den Barrikaden im Paris der 1830er Jahre kämpfen. Rührend der Tod des kleinen Gavroche. Victor Hugos Roman kann ich, auch wenn das Ende so pathetisch und viel zu schön ist, nur jedem ans Herz legen.
Im Kalten Krieg gab es mal den Witz: Die Sowjets fliegen zum Mond und malen ihn rot an. Die Amis fliegen hinterher und schreiben mit weißer Farbe „Coca-Cola“ drauf.
Leider ist es so gekommen. Was ist heutzutage rot? Amerikanische Limonade, eine deutsche Unternehmerpartei mit zwanzig Prozent, McDonald’s und Marlboro.
Ein Elend. Was habe ich in letzter Zeit noch gelesen und kann es, neben Hugo, empfehlen?
Tama Janowitz: Slaves of New York.
Gary Shteyngart: Super Sad True Love Story.
James Purdy: Die Preisgabe.
Die Kurzgeschichten von Raymond Carver.
Gerade lese ich Viktor Pelewin: Generation P.
In der Herbstpipeline: Hanns-Josef Ortheils „Die Erfindung des Lebens.“
Quelle: Bonetti Images.

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