Freitag, 22. September 2017

Weiche Ökonomie, Teil 1: Das Schenken


Blogstuff 158

„Als Künstler hat man eigentlich nie Feierabend. Man fängt auch nie richtig an, es geht einfach immer weiter. Alles ist Rohstoff, so wie für den Graffiti-Künstler die ganze Stadt eine Leinwand ist. Wenn man mit so einem außerordentlichen Talent gesegnet ist wie ich, ist jeder Augenblick kostbar. Jede Minute, in der ich nicht schreibe, ist eine Sünde, denn ich habe die Pflicht, Tag für Tag großartige Werke zu schaffen. Kunst ist – auf meinem Niveau – Dienst an der Menschheit, ist Fortschritt in seiner unmittelbarsten und schönsten Form.“ (Andy Bonetti)
Meine erste Million habe ich mit einer Offshore-Änderungsschneiderei gemacht.
Woher kommen Sie? Was sagt uns die Antwort „Kiel“? Was machen Sie beruflich? Was sagt uns die Antwort „Sachbearbeiter“? Wie alt sind Sie? Was sagt uns die Antwort „38“? Diese ganzen Standardfragen führen ins Leere.
Achtung Fake-News! Es gibt keine Gruppierung mit dem Namen „Brauner Halbmond – Muslime gegen Muslime“.
Zum Fußballgeschäft: Das Schöne an dieser sozial-christ-frei-demokratischen Welt mit Biosiegel ist ja, dass der Staat zwar den Fußball nicht reguliert, ihn aber via alternativloser Rundfunkgebühr von allen Haushalten finanzieren lässt. Das ist so wie mit den Kirchen und den Autobahnen, die ja auch von den atheistischen Fußgängern mitfinanziert werden, ohne dass es eine Ausstiegsmöglichkeit gibt. Das ist der Fortschritt: als die Scheichs ihr Geld noch in die Zucht von Rennpferden oder in Wetten bei Kamelrennen investiert haben, mussten sie das komplett aus eigener Kasse bezahlen.
Ist Ihnen mal aufgefallen, dass die großen Vögel, Tauben oder Krähen, gehen wie Menschen, die kleinen Singvögel aber hüpfen wie Kängurus?
„Operation Unthinkable“ hieß der Plan der USA und Großbritanniens, unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Sowjetunion anzugreifen und militärisch zu unterwerfen. Als Termin für den Angriff wurde der 1. Juli 1945 festgelegt, neben amerikanischen und britischen Truppen sollten auch Teile der ehemaligen deutschen Wehrmacht eingesetzt werden. Der Plan wurde dann jedoch aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit der sowjetischen Truppen auf deutschem Boden fallengelassen.
Stichwort „Treuhandanstalt“. Warum ist es gelungen, die Gebäude und die Infrastruktur auf dem Gebiet der früheren DDR zu erneuern, aber nicht die Betriebe? Man hätte doch nur alte Maschinen durch neue Maschinen ersetzen müssen, bessere Produkte und Dienstleistungen anbieten müssen – dann hätten die intakten Strukturen ebenso erhalten werden können wie die Innenstädte und Straßennetze.
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus hätten wir die Amerikaner als Schutzmacht eigentlich gar nicht mehr gebraucht. Sie sind immer noch da. 28 Jahre später. Warum eigentlich?
Gibt es für ein Image auch ein Verfallsdatum? Was ist zum Beispiel mit dem Fußballclub FC St. Pauli? Szene, Prostituierte, Drogen? Linksalternativer Szene-Club oder wie? Geht’s hier nicht um Geld oder was? Ist das Christiane F. mit Stollen?
Es gibt nicht nur Fake News, sondern auch Fake-TV. Ein kleines Gerät, made in Malaysia, das flackert wie ein echter Fernseher und auf diese Weise die Einbrecher von meinem Haus fernhält.
Es gibt verschiedene Methoden, um das Unkraut im Garten zu bekämpfen. Man kann es selbst beseitigen, aber das ist harte Arbeit, die nie enden wird. Man kann, wie mein Nachbar, den Vorgarten mit Kunststoffmatten auslegen, auf denen dunkelgraues Geröll geschüttet wird. Dann sieht das eigene Grundstück wie ein Holocaust-Mahnmal aus. Oder man lässt wasserdurchlässige Folie ausbringen, auf dem Rindenmulch liegt. Rund um die Büsche und Rosensträucher. Dann sehen wir im Garten nur das, was wir uns wünschen. Das war auch unsere Lösung. Als ich im Esszimmer saß und durch die Panoramascheibe des Wintergartens bei einem ausgezeichneten Filetsteak und Rotwein die beiden polnischen Arbeiter beobachten musste, die in sengender Hitze diese Arbeit verrichteten, kam ich mir allerdings vor wie ein Plantagenbesitzer. Ich ließ daraufhin die Vorhänge schließen.
Die Scheibe Brot, die ich zum Frühstück mit Marillenkonfitüre bestrich, hatte die Umrisse von Österreich. Die Welt ist voller Zeichen und Wunder.
Echo and the Bunnymen - Lips Like Sugar. https://www.youtube.com/watch?v=OLQ7xr_Urag

Kommentare:

  1. Die Gedanken sind mir immer wieder Anregung zum Selbst-Nachdenken, und das Bild stellt eine Binsenweisheit anschaulich dar, freut mich.

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    1. Danke. Schön, dass meine Denkanstöße einen Dominoeffekt haben.

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  2. Und was ist mit der Bachstelze? :-)

    LG, Schirrmi

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    1. Nächste Woche exklusiv in diesem Blog: Die Interviewserie "Der Kiezschreiber fragt - Bachstelzen antworten." Vielleicht klärst du mich bis dahin auf, du Aushilfsornitheologe :o)

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