Freitag, 15. September 2017

Pläne

„Je weniger Bedürfnisse wir haben, desto ähnlicher sind wir den Göttern.“ (Sokrates)
„Lass uns das Haus für vier Wochen mieten“, sagte sie.
„Abgemacht.“ Er strahlte sie an.
„Wir werden den Sommer genießen“, sagte sie, als sie im Aufzug nach oben fuhren.
„Wir werden uns jeden Abend auf der Veranda den Sonnenuntergang anschauen“, sagte er, als er die Wohnungstür aufschloss.
„Kein Fernsehen, kein Internet“, sagte sie, als sie ihren Mantel an die Garderobe hängte.
„Die Stille und Einsamkeit der Bergwelt“, sagte er, als er sich ein Bier aus dem Kühlschrank nahm.
„Nur das Zwitschern der Vögel, wenn wir beim Frühstück auf der Holzbank im Garten sitzen“, sagte sie, als sie den Fernseher einschaltete.
„Keine Elektrizität, kein Herd, kein Licht. Wir werden am Lagerfeuer grillen und abends eine Kerze anzünden“, sagte er, während er seine Mails checkte.
„Keine hochhackigen Schuhe, kein Make-up, keine Partys“, rief sie aus dem Badezimmer, als sie sich die Haare wusch.
„Kein Handyempfang, keine Zeitung, keine Informationen. Es wird absolut entspannend werden“, sagte er, als er sich ins Bett legte.
Am nächsten Tag beschlossen sie, zu Hause zu bleiben.
Public Image Limited - Bad Life. https://www.youtube.com/watch?v=fwD7_iQ5S6Q

1 Kommentar:

  1. Die schönste Rede, die man unsern Zeiten halten kann, wäre:
    Über die Kunst, zu Hause zu bleiben.

    Karl Julius Weber (1767 - 1832)

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