Samstag, 16. September 2017

Kommunismus ist doof

Der ganze Kommunismus ist viel zu oberflächlich und typisch westlich. Was nutzen mir die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und völlige Lohngleichheit, wenn ich hinterher immer noch dieselbe Scheiße herstelle, weil der Mensch auch als Kommunist noch nach Smartphones und Nutella schreit, und ich – nur eben auf andere Weise - immer noch die Natur ausbeute und die Welt kaputt mache? Wir brauchen Buddha statt Marx: den ewigen Kreislauf von Produktion und Konsum durchbrechen, unseren endlosen Begierden entsagen, Askese und innere Einkehr statt Jägerschnitzel und Mallorca.
P.S.: Lustigerweise wird das iPhone, das globale Feldzeichen des siegreichen Kapitalismus, in einem kommunistischen Land von glücklich befreiten Proletariern hergestellt. Selbstverständlich hat der „Schwarze Block“ bei der Randale rund um den G20-Gipfel in Hamburg auch einen Apple-Store geplündert. Vor dem Gott des Konsums und der Gier sind offenbar alle Menschen gleich. Den technischen Fortschritt und die Abrichtung des Menschen zu Jägern oberflächlicher Glücksmomente der Aneignung von Tinnef & Talmi stellt niemand mehr ernsthaft in Frage. Smartphones als Teil des Systems, gegen das man eigentlich revoltieren wollte? Soweit denkt der pseudopolitische Eventtourist zwischen 18 und 29 nicht mehr. Zu Lebzeiten von Herbert Marcuse und seiner Forderung nach „totalem Protest“, nach der „großen Weigerung“ war der Gedanke der persönlichen Bereicherung nicht so ubiquitär wie 2017.

1 Kommentar:

  1. Ich finde es auch bescheuert.Die "Kommunisten" schreiben sich den Antikapitalismus auf die Fahnen haben Smartphone,Markenschuhe und Kleidung und unterstützen die sex Industrie,eine Industrie die zutiefst menschenfeindlich ist.Verstehe das mal einer ..

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