Sonntag, 24. September 2017

Der rote Planet – Raumflug zum Marx


Blogstuff 159
„Er lehnte die Stirn gegen die kühle Kachelwand der Herrentoilette, während er am Urinal stand und tief unten nach seinen Genitalien suchte.“
Dieses Zitat stammt aus Andy Bonettis neuem Buch „Nach Mitternacht“. Gestern Morgen wurde die erste Auflage ab neun Uhr in allen deutschen Bahnhofsbuchhandlungen angeboten und schon vor zwölf war sie ausverkauft.
LSD ist unglaublich. Als ich von meinem ersten Trip runterkam, saß ich in einem Müllcontainer hinter McDonald’s und dachte, ich wäre in einer Raumkapsel beim Rücksturz zur Erde.
Es ist ein kniffliger Fall für die Juristen, der gerade am Amtsgericht in Wichtelbach verhandelt wird. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei in der Küche einer Studenten-WG einen Papagei, der linksradikale Parolen krächzte. Frage: Wer von den Bewohnern ist der Schuldige?
Glück ist kein Ziel, auf das man hinarbeitet, sondern das Ergebnis von Ereignissen, von deinen einige auf bloßem Zufall beruhen. Viele verwechseln Glück mit Zufriedenheit. Glück hat man, wenn man einen Euro auf der Straße findet. Zufrieden ist man, wenn man den Schokoriegel isst, den man sich von dem Euro gekauft hat.
Die Wohnungen unserer Großeltern waren mit zukünftigen Antiquitäten möbliert, wir wohnen in zukünftigem Müll.
Hätten Sie’s gewusst? Unser Körper besteht aus 100 Billionen Zellen. Würde man sie aneinanderlegen, wäre die Kette zweieinhalb Millionen Kilometer lang. Unser Blutkreislauf hat eine Gesamtlänge von etwa hunderttausend Kilometer.
„Mein Großonkel Ophelius Bonetti war ein Weltenbummler und Abenteurer, der die Quellen des Sambesi und der CDU gesucht hat, der in Saudi-Arabien mit einem Brauhaus und einem bayrischen Spezialitätenlokal Pleite ging, der dem Sultan von Brunei als Flötenspieler und Büchsenspanner diente, auf Helgoland nach Diamanten suchte, in der deutschen Scrabble-Nationalmannschaft spielte und in Kalkutta ein Steakhaus eröffnet hat. Alles, was er seinen Erben hinterließ, war seine Wasserpfeife, ein Bohnensuppenrezept auf der Rückseite einer Schatzkarte ohne Ortsangaben und eine Sammlung historischer Champagnerkorken.“ (Andy Bonetti: Die Bonettis – Aufstieg, Fall und Wiederaufstieg in fünf Generationen und sieben Bänden)

Ophelius Bonetti
Ich habe mal zwei Wochen in einer IKEA-Filiale gewohnt und keiner hat’s gemerkt.
Richtigstellung: Die neue Dessous-Serie von Bonetti Enterprises heißt nicht „Schweinemettcontainer“.
99 Prozent der Menschen sind perfekt informiert und wissen doch nichts. Sie kennen die Daten der politischen Meinungsumfragen, kennen aber nicht die Programme der Parteien.
Hätten Sie’s gewusst? Wolfgang Bosbach nimmt sein Toupet nur ab, wenn die deutsche Nationalhymne gespielt wird.
Wenn Andy Bonetti sagt, er arbeite nur halbtags, heißt das: zwölf Stunden.
P.S.: Ich werde heute nicht zur Bundestagswahl gehen. Das ist auch eine Möglichkeit, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Was mir in den letzten Wochen tierisch auf die Klöten gegangen ist: der dumme Spruch, dass man sich anschließend nicht beschweren darf, wenn man nicht gewählt hat. Wer bestimmt das? Gibt es da ein Gesetz, das ich nicht kenne? Ich werde nicht zur Wahl gehen und mich dennoch die nächsten vier Jahre kritisch zur Bundesrepublik äußern. Menschen, die in diesen Zeiten von einer Wahlpflicht, also von einem Wahlzwang sprechen, offenbaren in meinen Augen eine totalitäre Gesinnung. Ich habe auch in den USA nicht gewählt und darf Trump Scheiße finden. Ich kenne ein Ehepaar, das seit vielen Jahren zur Wahl geht und die Stimmzettel in der Wahlkabine ungültig macht. Das ist legitim und ebenso eine Meinungsäußerung wie die Wahl einer Partei. Und mein Kommentar zu den Leuten, die jede Stimme für eine kleine Partei, die es nicht in den Bundestag schafft, für eine „Papierkorbstimme“ halten, mit der man indirekt sogar zum Aufstieg des Faschismus beiträgt: Fickt Euch bitte selbst. Fickt Euch jetzt. Fickt Euch hier.
N.W.A. - Express Yourself. https://www.youtube.com/watch?v=u31FO_4d9TY

13 Kommentare:

  1. Also im P.S. ist ein logischer Fehler. Wundert mich aber nicht weil Leute die so was raushauen nicht selbst drauf kommen. Meist sind es eh die von denen ich mir nichts sagen lasse. Ob ich zur Wahl oder nicht gehe schon gar nicht.

    Wenn ich nicht dahinlatsche um einen Kreis anzukreuzen kann ich mich nicht nur nicht Beschweren, nein ich kann mich doppelt beschweren. Einmal bei denen die den ganzen Mist verzapfen und einmal bei denen die diese korrupte nichtsnutzige Mischpoche auch noch wählen.

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  2. Ich halte Wahlpflicht für durchaus überdenkenswert. Sie führt zu einer wesentlich höheren Wahlbeteiligung und damit zu einer geringeren sozialen Verzerrung selbiger. Das ist meines Erachtens wünschenswert, sofern man Wahlen in der aktuellen Form generell für sinnvoll hält. Es muss ja nicht unbedingt wirklich irgendwie strafbewehrt forciert werden - schon die pure Ansage, dass das jetzt Pflicht ist, erfüllt den Zweck weitgehend. Sinnvollerweise würde dabei aber auch eine "keine der Möglichkeiten"-Option eingeführt.

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  3. Sich an der Wahl zu beteiligen bedeutet im Unterschied zum Nicht-Wählen, den Prozentanteil der Nazis zu relativieren. Wenn mich keine Partei anspricht, kann ich den Wahlzettel auch ungültig machen - ich relativiere immer noch den Prozentanteil.

    Der Spaß hat mich 70 Cent gekostet und ich musste auf dem Weg zum Einkaufen mal kurz am Briefkasten halt machen. Das war's mir wert.

    "Ich habe diesmal nicht gewählt,
    wollte mich überraschen lassen." (Rattelschneck)

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    1. „Wer sich nicht mit Politik befasst, hat die politische Parteinahme, die er sich ersparen möchte, bereits vollzogen: er dient der herrschenden Partei.“

      Max Frisch

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  4. @Harri - Bitte Prozentrechnung üben.

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    1. Hat doch nichts mit Rechnen zu tun, sondern mit der Frage, ob die ungültigen Stimmen in die Berechnung der Stimmanteile der anderen Parteien einbezogen werden. Werden sie nicht, also ist ungültig wählen und gar nicht wählen funktional gleichwertig.

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  5. ..der die Quellen des Sambesi und der CDU...
    ssst, Glückwunsch.

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  6. Es ist mir vollständig gleichgültig, ob in dem Reichstagskäfig rote, schwarze oder gelbe Affen herumspringen.

    Wilhelm II. (1859 - 1941), letzter deutscher Kaiser und preußischer König von 1888 bis 1918

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  7. Ich habe NPD gewählt, um die AfD zu schwächen.

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    1. Bei uns plakatiert die MLPD "Revolution darf kein Straftatbestand mehr sein". Das ist so deutsch gedacht, dass man sie fast mögen muss.

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    2. Sehr lustig. ich denke, sobald der Paragraph gestrichen ist, bricht hier die Revolution aus. Aber ab 22 Uhr ist bitte Ruhe! Dann wird ab 8 Uhr am nächsten Morgen weitergemacht.

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    3. Du bist zu hart: In begründeten Fällen gibt es eine Revolutions-Sondererlaubnis bis 22.30 Uhr.

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  8. Da fällt mir das Lied von Erich Mühsam ein: "War einmal ein Lampenputzer..."
    Oder auch die Tatsache, dass eine Frau nicht ein bißchen schwanger sein kann. Es gibt nicht immer ein sowohl- als auch.

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