Mittwoch, 6. September 2017

Blogstuff 150

„Die Neger werden weiß gebohren, außer ihren Zeugungsgliedern und einem Ringe um den Nabel, die schwarz sind. Von diesen Theilen aus ziehet sich die Schwärze im ersten Monate über den ganzen Körper.“ (Immanuel Kant’s physische Geographie)
„Man hört hin und wieder Klagen über Seichtigkeit der Denkungsart unserer Zeit und den Verfall gründlicher Wissenschaft.“ (Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft, Vorrede zur ersten Auflage)
Andy Bonetti ist auf die Tibeter nicht gut zu sprechen, seit sie seinen Sohn Michi abgeholt und zum neuen Dalai Lama gemacht haben.
Auf der Fahrt von Mainz nach Koblenz, hinter Bacharach, in der Nähe von Oberwesel, kurz vor St. Goar, kam mir die Idee zu einer Kurzgeschichte mit dem Titel „St. Goar statt Goa“ oder umgekehrt, aber den Inhalt habe ich vergessen.
Einst waren Fernrohre gewaltige Monumente des Peniskults einer rein männlichen Wissenschaft. Heute öffnet sich die Vulva einer Sternwarte und wir werfen einen Blick auf die hervorlugende Klitoris des astronomischen Erkenntnisdrangs.
Ständig versuchen Martin Walser, Elfride Jelinek, Peter Handke, Herta Müller und andere Schriftsteller, Kontakt mit mir aufzunehmen. Sie schreiben lange Briefe und schicken teuren Wein. Den Wein trinke ich, die Briefe werfe ich ungelesen weg.
Zu einer Ehe gehören immer zwei – und zu einer Scheidung auch. Zum Martyrium der Ehe siehe auch: „Ungeschriebene Texte ungeschiedener Männer“. Der Sammelband ist gerade bei Bonetti Media Unlimited erschienen.
Was früher in meinem Kiez losgewesen sein muss! In der Ausgabe 103 der „Radikal“ vom April 1982 gibt es ein Bekennerschreiben, das auch die „Bewegung Winterfeldtplatz“ unterzeichnet hat. 23 Objekte hat man entglast und „einige Zweigstellen des Kapitals vorübergehend geschlossen.“
Der technische Fortschritt hat anfangs das Proletariat entlastet, die Roboter befreiten den Menschen vom chaplinesk verhöhnten Fabrikirrsinn. Jetzt hat sich der Fortschritt aber den Bürojobs zugewendet, es gibt keine automatischen Dönerstationen und Putzroboter. Keine Kaste darf komplett überflüssig werden.
Früher waren die Leute den ganzen Tag unterwegs, um zu jagen und zu sammeln oder um auf einer Wiese zu liegen und in der Sonne zu dösen, wenn keiner hingeschaut hat. Dann saßen sie abends um das Lagerfeuer und erzählten sich gegenseitig, was sie – tatsächlich oder angeblich – den ganzen Tag erlebt hatten. Sie nannten dieses Ritual „Tagesschau“. So vergingen die ersten fünfhunderttausend Jahre.
Während Wiesbaden noch vor zweihundert Jahren ein unbedeutender Handelsplatz für Jäger und Fallensteller war, kann Mainz auf eine zweitausendjährige Geschichte als Stadt zurückblicken.
Man muss im Leben auch Posterioritäten setzen können.
Du klopfst an die Tür, um hereingelassen zu werden. Aber es ist eine Falltür und du klopfst von unten.
Ich sehe mir eine Doku über Rettungsteams im syrischen Bürgerkrieg an. Neunzig Minuten. Länger als ein Gottesdienst. Ich fühle mich dank dieser Leistung moralisch überlegen und berichte darüber in meinem Freundeskreis. Ablasshandel statt FC Bayern oder ZDF-Krimi. Nicht nur Schweinefleisch ist billig in diesen Tagen.
Gegen WhatsApp ist Twitter ja geradezu episch. Zehn bis zwanzig Buchstaben müssen genügen, dazu die Emojis wie Grunzlaute aus dem Neolithikum.
Hätten Sie’s gewusst? Bonettis Schwester hat ins englische Königshaus eingeheiratet und heißt jetzt Susi Bonetti-Windsor.
Als ich neulich aus dem Bett gefallen bin, sind sämtliche Autoalarmanlagen in meiner Nachbarschaft angegangen. Es ist so ... so demütigend …
P.S.: Die besten Sprüche aus Blogstuff 1 bis 150 gibt’s jetzt auch als Glückskeks zu kaufen.
Depeche Mode – World In My Eyes. https://www.youtube.com/watch?v=nhZdL4JlnxI
Der komplette Autokorso durch Schweppenhausen zum Jubiläum. Ich danke allen Fans!

5 Kommentare:

  1. "P.S.: Die besten Sprüche aus Blogstuff 1 bis 150 gibt’s jetzt auch als Glückskeks zu kaufen."

    BITTE, den Bezugs-HINWEIS einblenden, auch wenn´s Herr Ackerbau sein sollte ... (ړײ) *zwinker*

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  2. Herr Ackerbau tippt die einzelnen Sprüche auf der Schreibmaschine, dann werden sie per Container nach China gebracht, um in die Kekse eingebacken zu werden. Jetzt auch in jedem siebten Überraschungsei.

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    1. "Du klopfst an die Tür, um hereingelassen zu werden. Aber es ist eine Falltür und du klopfst von unten."

      DANKE, werde mir - jetzt - jedes 7. Ü-Ei kaufen !!! *gibbel*

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    2. Du hast vergessen, auf die neue Rateshow "Bonetti oder Glückskeks" hinzuweisen....

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  3. Du klopfst an die Tür, um hereingelassen zu werden. Aber es ist eine Falltür und du klopfst von unten.

    Geniestreich.

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