Montag, 21. August 2017

Zwanzigtausend Wörter unter dem Meer


Blogstuff 144
„Nicht jeder Mensch ist verpflichtet, sich in die Weltgeschäfte einzumischen. Es gibt auch solche, die innerlich schon so weit entwickelt sind, dass sie die Berechtigung haben, der Welt ihren Lauf zu lassen, ohne sich ins politische Leben reformierend einzumischen. (…) Nur die Arbeit an den höheren Zielen der Menschheit in der eigenen Person gibt die Berechtigung zu solcher Zurückgezogenheit.“ (I Ging, 18. Zeichen: Die Arbeit am Verdorbenen)
Die Welt ist ungerecht. Wenn Galilei irgendwelche Sachen vom schiefen Turm in Pisa wirft, ist es Wissenschaft. Wenn ich etwas aus dem Fenster schmeiße, bekomme ich Ärger mit der Hausverwaltung.
Es gibt jetzt auch ein weißes Nutella. Nennt sich Nivea. Unbedingt probieren!
Ich habe ein neues Hobby: Ich biege aus Büroklammern die Silhouetten berühmter Persönlichkeiten.
Der typische Berliner: Alles-und-Nichts-Könner, Fahrradversteher und international verkannter Modeschöpfer.
Hätten Sie’s gewusst? Andy Bonetti wurde Schriftsteller, weil es ihm von einem berühmten Hellseher prophezeit worden ist.
Physik ist der Glaube an eine vollkommene Ordnung im Universum.
Bonetti hat in seiner Villa ein Zimmer eingerichtet, das ausschließlich seiner Inspiration dient. Einige ausgestopfte Schafe stehen auf Kunstrasen, an den Wänden ist eine gemalte Berglandschaft zu sehen. Hier denkt er über neue Geschichten nach, die seinen Lesern gefallen könnten.
***
Ich stand gerade am Weinregal meines Supermarkts und telefonierte mit einem Kollegen, als ich ihn sah. Zu spät. Er winkte, lächelte und setzte sich in meine Richtung in Bewegung.
„Mensch, Frank. Lange nicht mehr gesehen.“
Ich nickte zerstreut. „Hi, Paul. Alles klar?“
Er hatte eine Frisur wie eine Internatslesbe aus den sechziger Jahren. „Ich bin seit gestern in der Stadt.“
„Komm doch heute Abend einfach vorbei“, sagte ich, „dann habe ich mehr Zeit.“ Ich drehte mich zur Seite. „Da bin ich wieder, Herr Malotzke.“
Am Abend klingelte es an der Wohnungstür. Als ich öffnete, stand Paul vor mir. In jeder Hand hatte er einen riesigen Koffer.
***
Er war zu erschöpft und blieb einfach in der S-Bahn sitzen, die die ganze Nacht im Kreis fuhr.
„Gibt es etwas, das du an mir nicht magst?“ – „In alphabetischer Reihenfolge oder nach Priorität geordnet?“
Zur Melodie „In The Navy“ von den Village People: „Herr Malotzke! Ja, er ist unser neuer Held. Herr Malotzke! Tut jeden Tag, was ihm gefällt! Herr Malotzke!! Herr Malotzke!!“
Wer lobt den Wagen, der die schwere Last allein zu tragen hat? Alle klopfen dem Fahrzeugführer auf die Schulter.
Aus einer geplanten Festrede zum Richtfest des Gewerkschaftshauses „Roter Textbaustein“: „Das Fundament dieses Gebäudes sind Blut, Schweiß und Tränen des Proletariats sowie Spucke, Urin und Eiter des Arbeitgeberverbands …“
Heißen Nilpferdkinder eigentlich Nilfohlen?
P.S.: Wir wissen noch zu wenig über Herrn Malotzke. Was macht er gerade? Wo kommt er her, wo geht er hin? Es bleibt ein wichtiges Thema.
The Chameleons - Thursday's Child. https://www.youtube.com/watch?v=Mk_5fCbTdPQ

Dorf der Jugend. Copyright: Harri.
NEU: Blogstuff wird jetzt von einem Franchise-Unternehmer vermarktet. Ackerboy unterstützt die Expansion von Bonetti Media Unlimited. http://ackerbaupankow.blogspot.de/2017/08/zen-pictures-1.html

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen