Samstag, 19. August 2017

Foodblog Berlin – der Hauptgang

Jing Yang, Albrechtstraße 125, am S- und U-Bahnhof Rathaus Steglitz. Echter Chinesen-Chinese mit sehr angenehmer Atmosphäre. Frische Zutaten, großartig zubereitet – und wenn scharf auf der Karte steht, ist es scharf. Nach dem Essen sprach die Wirtin eine Weile mit mir, weil ich zum ersten Mal das Lokal besucht habe. Gutes Gespräch, sehr aufmerksam. Die Hunan-Küche ähnelt der Sichuan-Küche. Fazit: nach nur einem Besuch hat es dieses Restaurant in den erlauchten Kreis meiner Stammlokale geschafft. Aufgepasst, Tian Fu und Hot Spot!
Burger de Ville. Berlins Burgerladen Nr. 297 im Kranzlereck, Innenhof. Fast Food-Service mit Slow Food-Geschwindigkeit. Man steht am Tresen Schlange, zahlt sofort und bekommt ein rundes Ding, das brummt, wenn der Burger fertig ist. Mein Gerät trug die Nr. 13 – und so kam es dann auch. Ich habe länger gewartet als in einem normalen Restaurant, weil man mich vergessen hatte. Der maximaltätowierte, dauertelefonierende Schnöselspanier brachte mir schließlich den Cheeseburger mit einem gequälten Lächeln an den Tisch. Aber vielleicht passt ein dicker Mann im Jeans-Saitling auch nicht in diese Ansammlung von schönen Frauen und geföhnten Typen in Business-Klamotten? Bun zu trocken, Patty mittelmäßig (medium bestellt, well done bekommen), Soßen langweilig. Fazit: völlig überschätzt – nie mehr wieder.
Nürnberger Wirtshaus, Sredzkistraße 30, Prenzlauer Berg. Ausgezeichnetes fränkisches Bier vom Fass, v.a. das Zirndorfer Kellerbier. Als ausgewiesener Frankenfan, der jedes Jahr vier Mal vor Ort ist, kann ich auch das Essen empfehlen. Giant Schäufele. Nette Atmosphäre, Tische vor der Tür und sehr freundliche Bedienung.
Krimiserie „Der Foodblogger“: Wir sehen ihn am Steuer eines Wagens bei einer wilden Verfolgungsjagd – mit einem Hot Dog in der Hand. Er schleicht durch eine dunkle Lagerhalle – und isst dabei Pizza. Als ein Gebäude explodiert, springt er gerade noch rechtzeitig aus dem Fenster – während er einen Burger umklammert. Er öffnet Türschlösser mit Essstäbchen und bezahlt seine Informanten mit Donuts.
Uncle Sam, Schloßstraße 49, nur wenige Gehminuten vom S- und U-Bahnhof Rathaus Steglitz entfernt. Grillsergeant Lee hat seinen Standort geändert, aber ich finde ihn immer wieder. Sein Homestyle Burger ist der Nullmeridian des Burger-Universums, quasi der Ur-Burger, bevor die ganzen Experimente mit Guacamole und Tofu losgingen. Adenauer hätte diesen Burger gegessen.
Goldies, Oranienstraße 6. Im guten alten SO 36 gibt es jetzt einen souveränen Frittenladen. Diverse Soßen und ungewöhnliche Beilagen. Exzellente Qualität, dahinter stecken zwei Top-Köche. Normale Portion nur 2,40 €.
XL Döner, Schloßstraße 27B, Charlottenburg. Nicht weit vom U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz kann man sich mit einem leckeren Dürüm Döner mit Spezialsoße gemütlich in einen kleinen Park setzen und chillen.
Kumpel & Keule, Eisenbahnstraße 42, Wrangelkiez. Sehr guter Metzger in der Markthalle, Burger und Bratwürste kann man gleich vor Ort verkosten. Klasse!
Momiji, Bleibtreustraße 52, an der „Asienmeile“ Kantstraße. Wer gerne japanisch isst, sich aber vom einfachen Sushi zu warmen Mahlzeiten upgraden möchte, steht häufig vor dem Problem, dass die „echten“ Restaurants ziemlich teuer sind. Nicht im Momiji: In diesem Lokal gibt es günstige Nudelsuppen sowie Rind, Huhn und Fisch auf Reis – alles um die zehn Euro. Es schmeckt auch noch und die Gastgeber sind einfach nett. Pluspunkt: Statt nervigem Flötengedudel erklingt im Hintergrund geschmeidiger Bossanova, der das sommerlich gestimmte Gemüt erfreut.
Amma, Brandenburgische Straße 22, Wilmersdorf. Es gibt viele gute Inder in der Stadt, ohne das ein Lokal herausragt. Daher möchte ich jetzt mal ein einzelnes Gericht loben: „Ente Amma“ im gleichnamigen Lokal. Wunderbare Soße und eine Riesenportion leckeres Fleisch, so dass ich gleich anschließend nach Hause auf mein Sofa musste, wo ich gerade noch den 14-Uhr-Zug nach Nickerchen City erwischte.
Il Casolare, Grimmstraße 30, Kreuzberg. Manchmal kann das Leben so einfach sein: Pizza oder keine Pizza? Wenn Sie keine Lust auf Pizza haben, können Sie gleich wieder gehen. Dafür gibt es bei diesem echten Italiener ohne Hipsterallüren auch Salsiccia oder Pferdefleisch als Belag. Drumherum ein netter Kiez am Landwehrkanal.
Beatles – Penny Lane. https://www.youtube.com/watch?v=S-rB0pHI9fU
Bonetti vs. Schäufele. Quelle: Ackerboy.

6 Kommentare:

  1. Ich frage mich, ob es auch Hinweise für überragende Happy-Hour-Cocktails gibt...

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    1. Dunkle Erinnerungen an White Russians ...

      Aber in Blogstuff 153 gibt es eine kurze Notiz über die Grillparty bei einem legendären Alphablogger, der seinen Namen nicht gerne in der Presse liest. Unbedingt einschalten! ;o)))

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    2. Äh... deine Kontonummer ist immer noch dieselbe? Und der Tarif auch?

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    3. Dieses Mal begnüge ich mich mit dem Foto von der Tischdeko im Nürnberger Wirtshaus, das du gemacht hast. Du erinnerst dich?

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    4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. @Kumpel & Keule: Gibt da 'nen ganz nettes (entspannt-informatives) Gespräch von Holgi und Jörg (von K&K) -> Fleisch. Hätte ich Dir schon fast mal empfohlen den Laden, dann aber schlicht vergessen. :)

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