Donnerstag, 24. August 2017

Berichte von der Nachtseite der Welt


Blogstuff 145
„Wir waren in der Beobachtung alles Scheiternden stets und von jeher geschult, doch fühlten wir hier im Turm, verstört, von der ganzen Natur ins Vertrauen gezogen, auf einmal die Weisheit der Fäulnis.“ (Thomas Bernhard: Amras)
Man kann ein junges Wildpferd zähmen, aber kein altes.
Kein Wunder, dass wir fest daran glauben, das Klima beeinflussen zu können. Schließlich hat man uns schon als Kind eingetrichtert, es würde schlechtes Wetter geben, wenn ausgerechnet wir unseren Teller nicht leer essen.
Früher hat man sich Gott als alten Mann mit weißer Mähne und weißem Vollbart vorgestellt. Heute verehren wir seine Abbilder: Marx, Einstein, Gandalf.
Dit is Berlin: Ein Junge mit Schulranzen, eine ältere Dame und ich gehen gleichzeitig bei Rot über die Straße.
Ich bin jetzt im Arbeitskreis „Begrenzung sozialer Ungleichheit“ der SPD-Ortsgruppe Schlonzheim. Läuft!
Da ist es schon wieder passiert! Es klingelt an der Wohnungstür und der Lieferdienst bringt mir eine riesige Pizza und ein Sixpack Bier. Diese Fans! Ich sollte meine Adresse nicht mehr im Internet veröffentlichen.
So ist Andy Bonetti: Selbst seine zerknüllten Notizblätter sehen wie Blumen aus.
Alte Berliner Werbung: „Der Orje fragt den Kulle: Hasde nich ne Paech-Brot-Stulle?“
Hätten Sie’s gewusst? Donna Summer trat früher unter ihrem tatsächlichen Namen Donna Wetter auf, hatte jedoch keinen Erfolg.
Da lacht der Skat-Spieler: „In Duisburg hat sich schon mal einer totgemischt.“
Manche verschmelzen vollständig mit ihrer Umgebung, manche kämpfen gegen die Entropie, um nicht wie die Anderen zu werden.
Es reicht eine Kleinigkeit, um die Gleichgültigkeit, die unter Fremden in der Großstadt herrscht, in Freundlichkeit oder Feindseligkeit umschlagen zu lassen. Ich rutsche in der U-Bahn zur Seite, damit sich ein älteres Ehepaar gemeinsam auf die lange Bank setzen kann. Die Ehefrau bedankt sich und selbst die Dame gegenüber lächelt mich an.
Wenn ich Klempner wäre, würde ich mich in einer Badewanne beerdigen lassen.
Acht Mal hat Gott seine Schöpfung zerschlagen. Dies ist die neunte und letzte Schöpfung. Daran sollen uns die Katzen erinnern, das ist ihre Aufgabe.
Im ewigen Dämmerlicht, das im Reich des Feuilletons herrscht, ist seit den siebziger Jahren „Spätmoderne“. Wann ist dieser Abschnitt der Geschichte denn endlich abgeschlossen? Was folgt?
Ein Löwenbändiger kommt auf hunderttausend Schafbändiger.
Menschennamen, Stadtnamen, Baumnamen, Wurstnamen, Werkzeugnamen, Pizzanamen, Tiernamen, überall Namen.
Ich kenne einen promovierten Philosophen, dessen Doktorvater ihn regelmäßig zum Rasenmähen und Unkrautrupfen missbraucht hat, bevor es zur Besprechung der Fortschritte an der Dissertation ging. Folglich dauerte die Arbeit an diesem Schriftstück länger als zehn Jahre.
Geht Ihnen der Sommerhit „Despacito“ auch so auf den Zeiger? Heute hat es ein Balkanese – mit fahrbarem Rhythmusgerät und Geige bewaffnet – in der U2 gewagt, diese Nummer zu spielen. Ein blondes Kamel entblödet sich nicht, die akustische Hinrichtung mit dem Handy aufzunehmen und die Schande der Karpaten auch noch mit einem Euro zu belohnen. Vermutlich finden Sie es bei YouTube unter dem Titel „Vollidioten unter sich“.
Aus ein wenig lauwarmer Masse (35 Grad Celsius Körpertemperatur) wird ein loderndes Feuer. Lassen Sie sich einäschern!
XTC - Towers of London. https://www.youtube.com/watch?v=EeFlqn7Q8rY

Redaktionsassistent Snowball betreut seit 1. August die Kinderseite dieses Blogs.

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