Mittwoch, 1. Februar 2017

Blogstuff 111

„Vogelgezwitscher: Die Simulation von Harmlosigkeit auf dieses Planeten.“ (Andy Bonetti)
In Duisburg gibt es jetzt für arbeitslose Jugendliche Weiterbildungsangebote im Bereich Graffiti. Ich weiß nicht, ob ich das gut finde … Doch, ich finde es gut.
Trumps ewige Liebe zum Superlativ: In seiner Welt ist es nie still, und wenn, wäre es „am stillsten“.
Was lesen meine müden und entzündeten Augen in diesen unseren Tagen? Es gibt einen „rechtsesoterischen Druiden“ in Schwetzingen, der eine bewaffnete Terrorzelle (klingt ein bisschen nach Telefonzelle) gegründet haben soll. Bringt diesen alten weißbärtigen Schwaben zum verhaltensauffälligen Rest seines Volks in den Prenzlauer Berg, dort wird er nicht weiter auffallen.
Hätten Sie’s gewusst? „Mexican Halloween“ ist die Bezeichnung für eine fiktive Sexualpraktik, die in humoristischer Absicht in amerikanischen Comedy-Serien und anderen Sendungen erwähnt wird und dann vom Publikum tatsächlich in die Praxis umgesetzt wird. Ich habe es zwar nicht ganz verstanden, aber ich finde es trotzdem lustig.
Im April besuche ich den Westen Tschechiens. Marienbad, Karlsbad, Franzensbad – dort fließt das Heilwasser goldgelb aus dem Zapfhahn. Schon acht Mal war ich in diesem Land, fast ausschließlich in Prag – mit einem Abstecher zum Ort des „Schlosses“. Kafka hat mich 1986 in dieses Land gebracht, das Bier hat mich immer wieder zurückgebracht. Nach der langen Habsburgerherrschaft schlüpfte der Schmetterling 1918 aus dem Kokon – um nach seinem kurzen Leben im Höllenschlund der Nazi- und Kommunistenherrschaft zu verschwinden. 1989 ist der Schmetterling ein zweites Mal geschlüpft, hoffentlich für immer.
Wirtschaft: Die Kartoffelchips mit Lebergeschmack, die Bonetti Heavy Industries im vergangenen Jahr im Segment Tiernahrung auf den Markt gebracht hat, sind ein voller Erfolg.
Wenn es nicht so gut läuft, sprechen die einen von Alterserscheinungen der Gesellschaft, die anderen von Wachstumsschmerzen. Übergang oder Untergang – es ist eine Frage der Perspektive.
Am 19. Oktober 1981 schrieb die „Financial Times“ über den damaligen Oppositionsführer im Bonner Bundestag: „Niemand, nicht einmal der schlimmste Feind (und es gibt einige Konkurrenten um diesen Titel), wird Helmut Kohl vorwerfen, dass er ein Visionär oder brillanter Redner ist. Die Christdemokraten misstrauen solchen Qualitäten, und Herr Kohl, der Parteivorsitzende, hat ihr seine Einstellung mehrfach versichert, indem er jegliches Talent, das er für eine helle Idee oder scharfe Analyse hätte haben können, unterdrückt.“ Das gilt heute immer noch – für Angela Merkel.

Gentrifizierung in Zahlen. Im Humboldthain in Berlin-Gesundbrunnen, der Teil meines Gebiets war, das ich als Kiezschreiber 2008 bis 2011 beackert habe, sind im vergangenen Jahr die Angebotsmieten bei Neuvermietungen um 47 Prozent gestiegen. Das ist der Spitzenwert in Berlin. So entsteht der nächste Prenzlauer Berg in direkter Nachbarschaft. Auf Platz 2 und 3 kommen Kieze in Neukölln (Richardplatz, Silbersteinstraße).
Hätten Sie’s gewusst? Der beste Platz, um bei diesem Sauwetter gepflegt mit ein paar Freunden eine Flasche Wihisky zu leeren, ohne in diese teuren Gaststätten zu gehen, ist die Bibliothek der Landeszentrale für politische Bildung in Mainz. Da ist garantiert niemand. Wer liest denn noch Bücher – und dann auch noch über Politik? Da hat man seine Ruhe, dort wird man nicht gestört. Wegen des Personalmangels sitzt nur eine alte Frau am Eingang im Erdgeschoss. Einfach mal ausprobieren!
The Black Eyed Peas - Pump It. https://www.youtube.com/watch?v=ZaI2IlHwmgQ