Freitag, 6. April 2018

Broccoli – Fluch oder Segen?


Blogstuff 210
„Als Schreiberling ist man immer wieder gezwungen, seiner Ehefrau das sie enervierende Bedürfnis zu erklären, allein in atmosphärischen Kneipen herumzusitzen, um dort im eigenen Geist nach Einfällen zu angeln, und natürlich kommt man in Versuchung, mit diesem Alibi seine gesamte Sauferei zu adeln.“ (Alexander Schimmelbusch: Die Murau Identität)
Vielleicht haben deswegen so viele Europäer Angst vor den Einwanderern dieser Tage, weil sie selbst als Einwanderer in der Vergangenheit ganze Völker und Kulturen ausgelöscht haben? #Amerika #Afrika #Australien #Asien
Mega-Trend 2018: Sich den ganzen Nachmittag mit Chardonnay in die Gleichgültigkeit hineintrinken.
Hätten Sie’s gewusst? Es gibt New York und York, aber nicht Old York.
Jeder einsame Koffer kann eine Bombe sein. Jeder einsame Mensch auch.
Wie viele Schauspieler haben schon in Stücken von Shakespeare auf der Bühne gestanden? Sie kommen und gehen und nach ihrem Tod sind sie vergessen. Die kreative Leistung des Autors zählt mehr als die Leistung des Menschen, der nur die Worte auswendig lernt und auf der Bühne wiederholt. In der Medienwelt der Moderne herrscht der Kult der Oberflächlichkeit. Der Hollywood-Schauspieler wird vergöttert und ist schnell Millionär. Die Autoren der Drehbücher kennen wir nicht. Wir wissen nicht, wer die Figuren erschaffen hat, die von den Stars verkörpert werden, und wer die Sätze geschrieben hat, mit denen die Stars identifiziert werden. „Sein oder nicht sein“ – Shakespeare. „Es kann nur einen geben“ – irgendein unbekannter und schlecht bezahlter Drehbuchautor. Heute reichen eine hübsche Fassade und die Fähigkeit, Texte fehlerfrei nachplappern zu können. Schon ist man reich und berühmt.
Neulich im Radio: „Hier die Aufstellung der deutschen Mannschaft: Rupf, Hummel, Spuck, Utz, Blunk, Kupp, Runkel, Nuck, Grutz, Klumm, im Tor Sandlmayer.“
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er arbeitet an seinem monumentalen Epos „Aufstieg und Fall des Nudelsalats – eine Kulturgeschichte“.
Über die Bonettistas schreibt Jorge Luis Borges im „Sandbuch“: „Die Sekte war niemals zahlreich, und heute hat sie nur noch wenige Anhänger. Von Eisen und Feuer dezimiert, schlafen sie am Wegesrand oder in den Ruinen, die der Krieg übriggelassen hat, da es ihnen ja untersagt ist, sich Wohnstätten zu errichten.“
Hat es leider nicht in die Rubrik „Blogstuff“ geschafft: Das Horst-Käse-Szenario.
Wenn man bei der Bildersuche von Google den Begriff “korrupte Politiker” eingibt, erscheinen zuerst Riester, Orban und Berlusconi.
Der wahre Narzisst verachtet die sozialen Medien, denn er ist sich selbst genug.
„Nimm diese Urkunde mit meinem Siegel als Unterpfand meiner Huld”, sagte Bonetti und legte dem Praktikanten salbungsvoll die Hand auf das Haupt, bevor er ihm sein Arbeitszeugnis gab. Ein Jahr bei Bonetti Media ist kostenlos, aber niemals umsonst.
Er verströmte einen ganz eigenen Geruch, eine Mischung aus antikem Zahnstein und nassem Hundefell, ein Dialog aus Moder und Resignation.
Hätten Sie’s gewusst? Kurz vor der Glienicker Brücke, auf der Berliner Seite, steht die „Große Neugierde“. Ein Teepavillon aus der Preußenzeit. Partywissen de luxe.
Bush – Mouth. https://www.youtube.com/watch?v=zkfNRooifK4

Kommentare:

  1. IHR ZITAT DES TAGES... umsonst:

    Es kommt selten so gut wie erhofft, aber auch selten so schlimm wie befürchtet.

    Gerhard Cromme

    ... den, kenne ich nicht -> IHNEN, ihr BLOGgeschreibsel aber schon (ړײ) *zwinker*

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  2. "atmosphärische Kneipen"
    Erst gestern Abend ( aua, auch um 11 Uhr noch...) besprachen Wir, also ich und ein paar hier nicht zu nennende Köpfe, das tragische Kneipensterben.
    Aber auch das verschwinden eben dieser Kultur, die diese Kneipen ja auch am Leben gehalten haben, weil es schlicht Kunden gab, durstige junge Männer wie auch Frauen, wie Wir gestern noch erarbeitet haben.
    Erst vor 2 Wochen wurde eine historische Gaststätte, mithin die älteste erhaltene, der Falken, schlicht abgerissen.
    Es ist ein leises Sterben, die alten, alteingesessenen, verrauchten, holzgetäfelten, in der Innenstadt liegenden, zum Schluss nur noch von Griechen/Jugos/gestrandeten Existenten betriebenen Kleinode, die Heimstadt boten, Schutz vor der lauten, viel zu schnellen, kalten Welt.
    Zum Schluss bleiben nur noch Kulissen wie das Hofbräuhaus in München übrig.
    Oder die letzten Überreste diese Kultur in Reservaten wie z.B. Franken.
    Aber genau das passt ja auch in das Programm dieser neuen Zeit, keine physikalischen Treffpunkte mehr, keine physische Kommunikation mit in die Augen schauen mehr und somit auch keine Bühne und Startpunkt für andere Ideen oder gar Wiederstand.
    Prost.

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    1. Nur in Franken ist die Welt noch in Ordnung. Jeden Abend sind die Kneipen rappelvoll, man schwatzt und lacht, Handy siehst du nicht. Ansonsten nur noch Restaurants. Ich vermisse das auch.

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  3. Sag doch bitte mal dem Herrn Pralinski er soll bitte mal den Herrn Bonetti oder den Herrn Eberling zu mir schicken, die sollen das Ultravox-Coverinlay auflösen. Kann doch nicht sein, dass da seit vorgestern keiner drauf kommt... Gibt auch Brausewürfel. Ansonsten Lakritze.

    Du fährst doch jetzt irgendwann auch weg, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Kann nicht angehen, dass dieses Coverinlay wochenlang unidentifiziert bleibt. *kopfschüttel*

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    1. Ich habe nur Depeche Mode erkannt. Wusstest du, dass die Schwester von einem meiner Kumpel in den 80ern mit dem blonden Lockenkopf zusammen war? Im Prinzip bin ich mit DM verwandt ;o)))

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    2. Dann bist du quasi-berühmt und kannst beim Fellmonster Klinken putzen gehen ob sie die Weltherrschafft mit dir teilt! Yeah!


      Nummer 4 ist die Vinyl-Version von "Quartet". Haben wir abgespielt und sie zickt bei "We Came To Dance", spielt aber einwandfrei bei "Hymn". Soll uns das was sagen? Ist da jetzt der Horst oder der Vladimir dran Schuld? Bei "Visions In Blue" (ausgerechnet) waren meine Kopfhörer leer.


      (Wenn du die Bonetti-Girls irgendwann wieder aus der Kiste ziehst, musst du mal das Video bringen. Ieh, pfui, was ein Schweinkram des, wo des sogar zensiert war damals... ;) )

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