Samstag, 13. Januar 2018

Offenbach, das hessische Kalkutta


Blogstuff 186
„Die Leser gehen mit Bonettis Werk um, als hätten sie noch einen zweiten Bonetti im Kofferraum. Dabei haben wir diesen Bonetti nur von unseren Kindern geliehen. Denken Sie mal darüber nach!“ (Marcel Reich-Ranicki)
„Ich wäre lieber mit Österreich wiedervereinigt worden.“ (Adolf Gauland)
Geschäftsidee: Ambulanter Samen-Notdienst.
Er hörte in der Ferne das Geräusch eines landenden Hubschraubers, aber er bezog es nicht auf sich und ging weiter. Dann bemerkte er den jungen Mann, der in seine Richtung rannte. „Mister Bonetti. Bertelsmann benötigt Ihre Dienste.“ „Worum geht es?“ „Ein Roman. Er ist völlig missglückt. Sie müssen ihn noch heute bearbeiten.“ Es ist immer das gleiche.
Weitere Neuigkeiten aus der Wortspielhölle: Bei Aldi gibt es die Zwei-Kassen-Gesellschaft. Sie ertragen diese Kalauer hoffentlich mit wachsender Entgeisterung.
Den folgenden Kalauer habe ich aus dem Internet: „Warum können saarländische Kinder kein Versteck spielen? Weil keiner nach ihnen sucht.“
Warum haben wir eigentlich nichts gegen Piraten mit Kopftüchern?
Ältere Leser werden sich noch erinnern: Früher, vor der Erfindung von Nutella, legten wir uns Eszet-Schnitten aufs Frühstücksbrötchen.
LPs bekamen Kratzer und die Cover Eselsohren und Rotweinflecken. Bei den CDs bekamen wenigstens noch die Plastikhüllen Kratzer. Aber im Internet altert der Tonträger nicht. Kein Text vergilbt im Netz wie es Bücher tun, kein Bild verblasst mit den Jahren.
„Erst wenn das letzte Wort gebrochen, der letzte Abgeordnete gekauft und die letzte Diätenerhöhung beschlossen ist, werdet Ihr merken, dass Wahlen nichts bringen.“ (Weissagung der Pfälzer)
Das müde Europa träumt vom Untergang, derweil ist in Asien und Afrika der Kapitalismus en marche. Und zwar mit Pauken und Trompeten.
Warum ist das Schreiben jeder anderen Art von Berufstätigkeit vorzuziehen? Erstens: Man kann, wenn man möchte, im Bett bleiben. Zweitens: Man braucht keine spezielle Berufskleidung. Drittens: Man muss bei schlechtem Wetter nicht das Haus verlassen, kann bei schönem Wetter aber auch in einem Biergarten sitzen. Viertens fallen keine Kosten an, fünftens steht man nicht im Stau, sechstens gibt es kein Ende. Schreiben kann man immer. Selbst über das Nicht-Schreiben oder Nicht-Schreiben-Können sind ganze Romane geschrieben worden.
Wir verzeihen es guten Filmen, wenn in ihnen schlechte Ideen eingebaut sind. Denken Sie nur an den ersten Star Wars-Film. Da wird für Milliarden Steuergelder ein Todesstern gebaut und dann gibt es eine Stelle, wo man eine Bombe draufhaut und diese gigantische Raumstation zerspringt in einer Sekunde wie ein Polenböller. Und weil dem Autor im dritten Teil nix Besseres einfällt, wird einfach nochmal ein Todesstern gebaut. Eigentlich schwach. Aber wir lieben es trotzdem. Die schlechten Star Wars-Filme wurden alle später gedreht.
Andy Bonetti bekommt manchmal Gänsehaut, wenn er seine eigenen Texte liest. So gut muss man erst mal sein.
In der DDR gab es die Gattung der „Ankunftsliteratur“, in der es um die Ankunft des neuen, sozialistischen Menschen ging. Schriftsteller wurden aufgefordert, in die Betriebe zu gehen, das Leben der Arbeiter kennenzulernen und es in ihren Erzählungen zu beschreiben. Der V. Parteitag der SED 1958 forderte auch die Arbeiter ausdrücklich zur literarischen Arbeit auf. Die Parole, die auf dem Parteitag ausgegeben wurde, lautete: „Greif zur Feder, Kumpel!“
Interpol - The Heinrich Maneuver. https://www.youtube.com/watch?v=Ha_bppvZ0a8

Kommentare:

  1. Den folgenden Kalauer habe ich aus dem Internet: „Warum können saarländische Kinder kein Versteck spielen? Weil keiner nach ihnen sucht.“

    Wenn der mal nicht aus der rechten Ecke kommt (Todesstrafe, Schwanz abschneiden etc.), ich erinnere nur an Pascal:
    https://www.n-tv.de/panorama/Pascal-bleibt-verschwunden-article19895166.html

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    1. Ich verstehe den Zusammenhang mit Rechtsradikalismus oder gar "Todesstrafe, Schwanz abschneiden etc." nicht. Hier in Rheinland-Pfalz macht man Witze über Saarländer wie man anderswo Witze über Ostfriesen macht.

      Einfach mal einen Gang zurückschalten, lieber Gesinnungskommissar aus Berlin. Es geht auch nicht - wie der verlinkte Artikel insinuiert - um Kindesmissbrauch oder einen echten Fall aus dem Jahr 2001. Sicher hat damals die saarländische Polizei nach Pascal gesucht.

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    2. "Seit vielen Hundert Jahren feiert man Weihnachten nicht im Saarland. Ne Geburt im Stall und keiner weiß wer der Vater ist - ist doch nichts besonders."

      (Jan Böhmermann am 14.12.2017 in Neo Magazin Royale)

      In dieser Sendung kommen regelmäßig Witze über Saarländer. Das ZDF freut sich auf deinen Leserbrief, Harri :o)))

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  2. „Erst wenn das letzte Wort gebrochen, der letzte Abgeordnete gekauft und die letzte Diätenerhöhung beschlossen ist, werdet Ihr merken, dass Wahlen nichts bringen.“ (Weissagung der Pfälzer)

    JEPP ... könnte sogar von mir sein (ړײ)

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  3. Und warum die späteren 'Star Wars'-Filme die schlechteren sind, bekommt man sehr schön bei Red Letter Media erklärt.

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