Montag, 13. November 2017

Nachrichten aus dem bekannten Weltall


Blogstuff 167
„Ihr wisst ja doch nicht, was ihr mit eurem Leben anfangen sollt. Und ihr könnt hingucken, wohin ihr wollt, immer guckt ihr in das Feuer, in dem euer Leben verbrennt. Dass man euch Fernseher und Supermärkte hinstellt statt Krematorien, ist ein Akt der Barmherzigkeit. Die Funktion ist die gleiche, und darauf kommt es an.“ (Viktor Pelewin: Generation P)
An der Wand des Lokals hingen die üblichen Schwarzweißfotos: der Wirt mit Frank Sinatra, der Wirt mit Muhammad Ali, der Wirt mit Andy Bonetti. Er stieg die steilen feuchten Treppenstufen zur sogenannten Herrentoilette hinab, einer düsteren Tropfsteinhöhle mit einer langen Pissrinne, die sich über die gesamte Länge des niedrigen Raums hinzog, der von einer nackten Glühbirne nur spärlich illuminiert wurde.
Einen Laien erkennt man an seinen Gewissheiten.
Sonntagmittag im Joe’s am Theodor-Heuss-Platz. Joe’s ist ein klassisches Berliner Gasthaus mit hoher Decke und alten Bierreklameschildern an den Wänden. Der Name klingt cool, aber es ist ein Seniorentreff. Einzelgänger und Pärchen, mit meinen 51 Jahren senke ich den Altersdurchschnitt erheblich. Als ein Greis am Nachbartisch Entenleber bestellt, verstehe ich zunächst Rentnerleber. Das Tagesgericht ist ein Schweinenackensteak mit Bratkartoffeln und „Möhrchen“. Eine Fleischbriefmarke auf Altersheimniveau, die älteste Kundin nimmt dennoch die Hälfte als Doggy Bag mit. Der Wirt ist ebenfalls uralt, sein Sohn bedient derweil das ganze Lokal und lamentiert gegenüber einem Gast über „unternehmerische Selbstversklavung“. Er wirkt in diesem Gemäuer wie ein Altenpfleger. Als er ein Glas fallen lässt, das mit einem lauten Knall zerspringt, ruft er „Alles wach?“ Spezialität des Hauses ist ein unerreichbares Bücherregal in drei Meter Höhe.
 
„Ihre gesamte Zimmereinrichtung bestand aus einer Matratze und einem Holzstuhl, auf dem eine Familienpackung Kondome lag. Junge Junge, sie gehörte zu den Frauen, die nichts anbrennen ließen.“ (Andy Bonetti : Meine hundert heißesten Affären)
Es ist bei jeder Abstimmung in Berlin dasselbe, egal ob es um Tegel geht oder das Tempelhofer Feld oder was auch immer. Der Senat stellt nicht einfach etwas zur Abstimmung und sagt: Entscheidet Euch – und genauso werden wir es machen. Nein, der Senat ist natürlich jedes Mal so blöd und mischt sich in die Debatte ein und erzählt den Wählern bzw. den Abstimmern, was er gerne für ein Ergebnis hätte. Natürlich stimmen dann die Leute schon aus puren Trotz gegen die Stadtregierung. Wenn man so abstimmt, wie es der Bürgermeister will, hätte man ja auch gleich zu Hause bleiben können. Es ist, als ob Sie einem Kind sagen, es darf auf keinen Fall in die unterste Schublade Ihres Schreibtischs schauen. Auf gar keinen Fall! Welche Schublade wird es öffnen, sobald Sie sich auch nur einmal umgedreht haben? Neulich habe ich bei einem Chinesen das Essen extra scharf bestellt. Der Kellner bringt mir ein geheimnisvolles Behältnis mit einem winzigen Löffel. Die Soße sei besonders scharf, das Schärfste, was sie im Haus hätten. Ich solle sie besser erst gar nicht probieren. Sie wissen, wie die Geschichte ausging.
Was fehlt? Ein Herrenfriseursalon in Neukölln namens „Ali Barber“.
Was fehlt noch? Die Formulierung „Es war mir ein innerer AfD-Parteitag“.
So wie die meisten Tiere sich selbst nicht im Spiegel erkennen, begriff er nicht, welchen Eindruck er mit seinen merkwürdigen Marotten bei anderen Menschen hinterließ.
Das Beste an Hotelzimmern ist die Minibar. Im Bett ein Bier trinken, ohne aufzustehen? Kein Problem. Warum hat niemand von uns eine Minibar zu Hause?
Jam & Spoon Feat. Plavka - Right In The Night. https://www.youtube.com/watch?v=V3MStWmq7Rs

1 Kommentar:


  1. Nett sein ist Pflicht am 13. November 2017, dem Welt-Nettigkeitstag oder World Kindness Day.

    *daraufeinBIERausderMINIbaranmeinemBett...schlürfendDIRaucheinesanbiete*

    AntwortenLöschen