Montag, 3. Juli 2017

Scheitern – Aufgeben – Lachen, wenn es nichts zu lachen gibt


Blogstuff 140
„Die Hälfte aller gedruckten Bücher wird nicht verkauft, die Hälfte aller verkauften Bücher wird nicht gelesen, die Hälfte der gelesenen Bücher wird nicht verstanden, die Hälfte der verstandenen Bücher wird falsch verstanden.“ (Giovanni Papini)
An Geld, das man vernünftig ausgegeben hat, erinnert man sich nie.
Wenn man es in einem guten Augenblick schafft, die ganze Menschheit und ihr Treiben aus der Distanz zu betrachten, dann sind wir nicht die Krone der Schöpfung, auch nicht die Dornenkrone, sondern der größte Witz der Evolution – Sie und mich eingeschlossen.
1853 war George Crum Koch im Hotel Moon Lake Lodge in Saratoga Springs. Ein Gast beschwerte sich, dass die Bratkartoffeln zu dick, zu wenig gewürzt und nicht knusprig genug wären. Also schnitt er eine Kartoffel in hauchdünne Scheiben, würzte sie stark und briet sie anschließend besonders knusprig. Crum eröffnete bald darauf ein eigenes Restaurant in der Stadt und auf jedem Tisch stand ein Körbchen mit seinen speziellen Bratkartoffeln. Weil sie sich großer Beliebtheit erfreuten, verkaufte er sie auch in kleinen Schachteln außer Haus. Bis um das Jahr 1900 hießen sie Saratogachips, heute nennt man sie Kartoffelchips.
Vier Jahre später erfand Joseph Gayetty das Toilettenpapier, das zunächst als „Gayetty’s medizinisches Papier“ verkauft wurde. Es war aus ungebleichtem Manilahanf und 500 Blatt kosteten 50 Cent – was damals viel Geld war.
Anton Feuchtwanger verkaufte in St. Louis heiße Würstchen, denen er Handschuhe beilegte, damit man die heißen Dinger anfassen konnte. Allzu oft wurden die Handschuhe geklaut und er kam schließlich auf die Idee, sie in ein längliches Brötchen zu stecken, in das man praktischerweise auch direkt Senf oder Ketchup tun konnte. Der Hot Dog war geboren.
Vor achtzig Jahren, 1937, erfand Sylvan Nathan Goldman den Einkaufswagen. Der Supermarktbesitzer hatte sich geärgert, dass seine Kunden immer zu Kasse gingen, wenn ihr Einkaufskorb voll war. Wir sollten bei Neubenennungen von Straßen an diese Menschen und ihre nützlichen Erfindungen denken – aber bitte nicht an Helmut Kohl.
Ich würde ja Tiefkühlpizza – auch eine wichtige Erfindung - von einer kommunistischen Kolchose kaufen, wenn ich auf diese Weise den Klassenkampf unterstützen könnte, aber in meinem Supermarkt habe ich nur die Wahl zwischen Wagner und Dr. Oetker.
Wenn man auf der Straße von einem Verkäufer angequatscht und vollgelabert wird, heißt das übrigens „Dialogmarketing“. Die meisten dieser Leute werden von der „Agentur Provocateur“ (Spin-off der Bonetti Media AG) ausgebildet.
Das Flüchtlingsdrama, das sich in diesem Jahrzehnt auf dem Mittelmeer abspielt, gab es schon einmal in meiner Kindheit. Als die US-Armee nach dem verlorenen Vietnamkrieg 1975 das Land verließ, fürchteten viele Vietnamesen die Rache der Sieger. Die kommunistischen Sieger richteten 200.000 Südvietnamesen hin, ebenso viele starben in Umerziehungslagern und als Zwangsarbeiter. 1,6 Millionen flüchteten über das Meer, eine Viertelmillion Menschen starben bei der Flucht. Erst Ende der achtziger Jahre endete dieses traurige Kapitel. Den Begriff „Boat People“ kennen ältere Leser sicher auch heute noch. Etwa 10.000 von ihnen kamen nach Deutschland, dann wurde ein Aufnahmestopp verhängt.
Eines Tages hatte der Busfahrer keine Lust, an der Endstation anzuhalten, und fuhr einfach weiter.
Was soll ich von einem veganen Restaurant halten, dass „Emilia Carotti“ heißt und von den Yakitori-Brüdern eröffnet wurde?
Wie stelle ich fest, ob die Hausbesitzer gerade im Urlaub sind? Richtig. Der Briefkasten wird nicht geleert. Wie kontrolliere ich die Briefkästen? Indem ich so tue, als hätte ich in der Straße etwas zu tun. Merke: Alle Zeugen Jehovas und Werbeblättchenverteiler arbeiten als Spione für Einbrecherbanden.
Er behauptete steif und fest, sich nicht für Pornos zu interessieren.
The Smiths - Shoplifters of the World. https://www.youtube.com/watch?v=lJRN76hxFz0

Copyright: Harri, der sich langsam aber sicher ein Meet & Greet mit Andy Bonetti erarbeitet.

Kommentare:

  1. Die Einleitung bzgl. der Bücher finde ich grandios... und in der Konsequenz mehr als beängstigend.

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  2. Gerade wenn man an das Leseverhalten der Generation Smartphone und den ganzen Ratgeber- und Glücksmüll in den Buchhandlungen denkt.

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  3. Den Busfahrer kann ich gut verstehen...

    Harri ist reif für seinen eigenen Blog.

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