Freitag, 16. Juni 2017

Erinnerungen an Helmut

Wir Rheinland-Pfälzer kennen uns ja. Schließlich gibt es nicht viele von uns – und der Alkoholismus (größtes Drogenanbaugebiet Deutschlands) sowie der Hang zu drittklassiger Küche (Saumagen, Lewwerworscht) verbindet uns.
Ich traf Helmut Kohl zum ersten Mal 1979 beim Rotweinfest in Ingelheim. Damals saß sein Konkurrent Schmidt von der SPD ja fest im Sattel, Kohl war als Oppositionsführer im Bundestag so unsichtbar wie heute die Grünen. Beim Schoppen riet ich ihm, den bajuwarischen Hitzkopf Franz-Josef Strauß die Kanzlerkandidatur zu überlassen. Ich konnte ihn überzeugen – und 1980 scheiterte der Alpenayatollah endgültig mit seinen bundespolitischen Ambitionen.
1985 traf ich Helmut Kohl in einem China-Restaurant in Berlin-Charlottenburg, wo er gerade verzweifelt versuchte, Saumagen süß-sauer zu bestellen. Ich überredete ihn, an meine Stammwürstchenbude (Ku’damm 195) zu gehen. Dort erzählte ich ihm, ich hätte gerade ein Steinchen aus der Berliner Mauer gehauen. „Wenn das jeder machen würde“, sagte er ich kicherte verschmitzt. Damit war der Plan für die deutsche Einheit geboren.
Als die Verhandlungen mit Gorbatschow 1990 ins Stocken gerieten, habe ich ihm den Tipp gegeben, dem Russen Eierlikör einzuflößen. Eierlikör verträgt der Russe nicht, Wodka jedoch in unbegrenzten Mengen. Als es noch saure Gurken und Pelmeni zum Saumagen gab, war die Sache im Prinzip gegessen.
Der Tiefpunkt war natürlich die Parteispendenaffäre. Jetzt kann ich als sein alter Kumpel ja die Spender nennen, deren Namen lange verschwiegen wurden: Ed von Schleck, Graf Zahl, Milli Vanilli und Johannes Heesters. Ruhe sumpf … - äh: Ruhe senf.
P.S.: Donald Trump auf Twitter: “Helmoot Cole is dead. Total disaster. So sad.”
Deep Purple – Highway Star. https://www.youtube.com/watch?v=Wr9ie2J2690

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