Mittwoch, 21. Juni 2017

Blogstuff 137

„Ein Blatt schreiben regt den Bildungstrieb lebendiger auf als ein Buch lesen.“ (Jean Paul)
In meinem Alter kann man bei einem Candle-Light-Diner die Speisekarte nicht mehr lesen.
In diesem Alter stell sich mancher ja auch die Frage: Lohnt sich die Anschaffung einer neuen Perspektive noch? Oder mache ich einfach so weiter, bis der Arzt mir den Stecker zieht?
Selbstverständlich ist nicht nur der Krieg eine Ware, sondern auch der Kriegsflüchtling. Es gibt nicht nur eine Waffenindustrie, deren Außendienstmitarbeiter im Ministerrang die Krisengebiete dieser Erde bereisen, sondern auch eine Fluchtindustrie, die an jedem Flüchtling eine schöne Stange Geld verdient. Frage: Wer bringt als Ware mehr Profit, der Kriegstote oder der Kriegsflüchtling?
Laut Newsweek vom 18. August 1986 gab es damals in den USA bereits 25 Millionen PC, während es in der UdSSR nur wenige tausend gab, davon praktisch keinen in Privatbesitz (vielleicht mit Ausnahme hoher Funktionäre der Partei). Der Fünf-Jahres-Plan der sowjetischen Regierung sah die Produktion von 1,1 Millionen PC bis zur Jahrtausendwende vor – für eine Bevölkerung von 280 Millionen Einwohnern.
Hätten Sie’s gewusst? 1863 wurde in der Schweiz der letzte Eisbär in den Alpen geschossen.

Die Grillsaison läuft prächtig.
Die coolste Kellnerin Deutschlands kenne ich persönlich – und zwar amtlich und privat. Als ein Gast am Tresen mal zu ihr sagte, er würde den Rest von seinem Weizenbier gerne mit nach Hause nehmen, schnappte sie sich wortlos das Glas, kippte den Inhalt in eine Plastiktüte und reichte sie ihm über die Theke. Was haben wir gelacht!
„Damit Euer Arsch immer in Bewegung bleibt, wird SELF-SERVICE bei uns groß geschrieben“, heißt es auf der Getränkekarte von „Trude, Ruth und Goldammer“, einer Kneipe in Neukölln. „Rassistisches oder sexistisches Verhalten wird von uns nicht geduldet! Von Euch hoffentlich auch nicht!“ Das nenne ich mal ein Vorwort – Berliner Gastronomie 2017.
Jede Generation denkt, das Ende der Geschichte stünde unmittelbar bevor. Die einen warten auf den Messias, die andere auf den völligen Zusammenbruch. Aber dann kommt jemand in den Saloon gerannt und schreit: "Am Klondike hat man Gold gefunden!" und die ganze Scheiße geht wieder von vorne los ...
Und dann war da noch der Empfang in der spanischen Botschaft, als ich den Minister mit „Buenos Aires“ begrüßte.
Letzte Woche hat mir mein Winzer die letzten vier Flaschen Silvaner des Jahrgangs 2014 zu einem Sonderpreis verkauft. Den Jahrgang hätten wir also geschafft, jetzt müssen wir den 2015er Wein wegschlucken, denn in wenigen Monaten beginnt die Lese des 2017ers. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, dass ich kann ich Ihnen aus berufenem Munde von unserem Dorf berichten. Wer gedenkt all der tapferen Männer und Frauen, die jedes Wochenende in den Straußwirtschaften und auf Weinhöfefesten ihr Bestes geben?
Hätten Sie’s gewusst? Müller-Thurgau nennt man aus Marketinggründen heute auch Rivaner. Klingt einfach besser. Müller-Thurgau klingt so nach Sachbearbeiterin in der Kreisverwaltung. Hermann Müller-Thurgau züchtete die Rebsorte erstmals 1882 in der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau, in der auch mein Winzer aus Schweppenhausen arbeitet.
Charlie - Spacer Woman. https://www.youtube.com/watch?v=eglu23iGsU0

Kommentare:

  1. Oft reicht eine Brille, um Speisekarten bei schlechter Beleuchtung lesen zu können. Eine Alternative sind selbstleuchtende Tritium - Speisekarten, vor denen Gastwirte wegen der hohen Kosten zurückschrecken ;)

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  2. "Ware" Kriegsflüchtlinge: Gestern kam in einem TV-Bericht die Mitteilung, dass die EU Gelder auf alle Mitglieder verteilt hat, um die Unterbringung der Flüchtlinge zu bezuschussen. Dieses Geld erhielten auch die Länder, die bisher niemanden aufnahmen nach dem Verteilungsschlüssel.

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