Montag, 8. Mai 2017

Wabi-Sabi

„Wabi-Sabi“ ist der japanische Ausdruck für die Kunst der Unvollkommenheit. Man fügt beispielsweise einer Vase bei der Herstellung ganz bewusst einen Makel an, eine Delle oder einen Riss in der Glasur. Nicht Perfektion wie in der westlichen Ästhetik ist das Ziel, sondern das Nicht-Perfekte, das Unfertige, das Vergängliche. Als ästhetisches Konzept ist es eng mit dem Zen-Buddhismus verbunden. „Wabi“ bedeutet ursprünglich, sich einsam und verloren zu fühlen. „Sabi“ bedeutet, dass etwas über Reife und Patina verfügt. Die Schönheit einer Harke, die Rost angesetzt hat, oder einer alten Scheune, deren Dach eingefallen ist, erkennt man oft erst auf den zweiten Blick. Es ist das Gegenstück zur oberflächlichen Schönheit, wie wir sie aus der heutigen Werbung kennen.

Kommentare:

  1. Jetzt weiß ich, dass wir beide wabi-sabi sind...

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    1. Und Frau Tonaris Rostparade hat endlichen einen tieferen Sinn ;o)

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