Freitag, 5. Mai 2017

Andy Bonetti ändert sein Leben


Blogstuff 126
Er setzte sich neben sie auf die Bank im Kunstmuseum und deutete auf ihr Notizbuch. „Zeichnest du das Gemälde ab?“
„Nein“, antwortete sie, „ich schreibe es ab. Ich schreibe auf, was ich sehe.“
(Johnny Malta: Thekengedanken)
Ich gehöre vermutlich zur letzten Generation, die noch eine Obsession für Büromaterial hat. Gutes Papier, Filzschreiber, die leicht durch die Zeilen gleiten, ein Locher mit den eleganten Formen eines schwarzen Bentley von 1953. Als Kind bin ich immer in den Schreibwarenladen neben dem Gymnasium gegangen. Der Inhaber hieß mit Nachnamen „Glücklich“ und das stand auch in großen Buchstaben über der Eingangstür. Dort waren all die schönen Sachen, die neuen Radiergummis, die gelben Textmarker, die flachen Kästen mit Buntstiften. Natürlich gibt es das Geschäft schon lange nicht mehr.
Die alten Fragen werden immer wichtiger: Bist du Deutscher oder nicht? Bist du Christ oder nicht? Hast du Geld und ein Haus oder nicht?
Wir brauchen mehr Arme, nicht weniger. Immer heißt es, man müsse das Einkommen der Unterschicht stärken. Wozu? Damit sie auf dem gleichen Niveau nutzlose Konsumgüter anhäufen wie die Mittelschicht? Wer die Unterschicht von der Armut befreien will, ist dem Materialismus genauso verfallen wie ein FDP-Wähler. Die Gesellschaft muss verarmen, die Wirtschaft muss schrumpfen, der Konsum muss sinken. Das ist die einzige Lösung. Wohlstand ist der Untergang.
Was erwartet uns nach dem Tod? Ich kann es Ihnen sagen. Eine Menge Unerfreulichkeiten wie starres Herumliegen, stummes Entsetzen über die Aktivitäten der Erben, Dunkelheit, dazu kommt die Unmöglichkeit, auf WhatsApp oder Facebook zu reagieren.
In den Vereinigten Staaten kann man jetzt den Bachelor in Verkaufswissenschaften machen.
Ich habe kein Auto, aber jede Menge Stil. Wenn ich Taxi fahre, dann nur Rolls Royce.
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Das Credo des Neoliberalismus lautet, private Unternehmen sind effizienter als staatliche. Nehmen wir die Krebsforschung als Beispiel: ein staatliches Forschungsinstitut, zum Beispiel an einer Universität, forscht danach, eine Krebserkrankung zu heilen. Ein Pharmakonzern forscht jedoch danach, eine Behandlungsmethode zu entwickeln, die möglichst kostenintensiv ist und einen höchstmöglichen Profit verspricht. Wer ist effizienter aus der Perspektive der Kranken?
Ein gutes Gespräch bietet den Vorteil, dass man nie weiß, welche Wendung es nimmt und wohin man kommen wird, während die Themen unaufhörlich wechseln. Es kann spannender sein als eine Reise, deren Stationen im Regelfall schon vor dem ersten Tag feststehen.
Es gehört zur Lebenslüge der EU-Fans, dass die Union ein Friedensprojekt ist. Das war sie nur am Anfang. Inzwischen garantieren die Vernetzungen innerhalb des NATO-Bündnisses den Frieden und nicht Brüssel. Man sollte auch nicht so tun, als würden die Europäer bei jeder sich bietenden Gelegenheit gleich wieder übereinander herfallen. Im 20. Jahrhundert war Deutschland zweimal der Aggressor – sonst niemand. Eine schwache Bundeswehr reicht also als Garant des Friedens in Europa. Ein zweiter wichtiger Punkt wäre das Prinzip militärischer Nichteinmischung, doch leider lassen sich die NATO-Staaten vom amerikanischen Leitwolf immer wieder vom Gegenteil überzeugen. #Jugoslawien #Ukraine #Syrien #Irak #Afghanistan #Mali
In meiner Jugend war Dandy Crime in Mode. Reiche Leute wurden in ihren Häusern überfallen, sie wurden lustvoll in Angst und Schrecken versetzt, aber es wurde nichts gestohlen. Gibt es das heute noch? Oder habe ich mir diesen Trend nur ausgedacht?
Adam &The Ants. Stand and Deliver. https://www.youtube.com/watch?v=4B2a6l6wM2k

Kommentare:

  1. Hast Du das Schild selbst gedruckt? Unglaublich, scheint wie eine Initiative der Vegetarier. Auf dem Land ist man halt noch nah am Leben, da gehört der Tod zum Alltag, wird nicht heimlich "abgewickelt", da liefert der Metzger noch die Brötchen zum Leichenschmaus.

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    1. Man sollte keine Fragen zur genauen Herstellung der Wurst stellen ...

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  2. Ich lege auch heute noch Wert auf gutes Papier. Schreibe im Büro sowie auch im privaten Bereich noch mit Füller. Mit Kolben.. Schwarze Tinte auf guten Papier. Ich vermeide Kugelschreiber wo ich nur kannSo wie ich auch noch zu denen gehören, die ein handschriftliches Tagebuch führen. Das Gefühl dabei kann man nicht digitalisieren.

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    1. Sehr gut. Wenn Sie jetzt noch im Besitz von Manschettenknöpfen sind, haben Sie alles richtig gemacht.

      Der Verkauf von E-Books ist übrigens rückläufig, das gute alte Buch hat beachtliche Zuwachsraten. Und die LPs haben wir auch nicht weggeworfen ;o)

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    2. Sie wären überrascht, ich habe tatsächlich welche, muss aber zugeben, dass ich sie schon ewig nicht mehr getragen habe.

      Und das mit den Ebooks wundert mich persönlich nicht. Ich kaufe meine Bücher in der Regel gebraucht, für einen Spotpreis. Dafür um so mehr. Ich mag das Digitale... aber bei manchen Dingen bin ich dann doch ziemlich Old School.

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    3. Ich hatte auch mal Manschettenknöpfe, vergoldet und quadratisch, aber sie sind mir - mit den Hemden, der Hoffnung und der Figur - irgendwo verloren gegangen. Aber wer kauft denn heute noch die entsprechenden Hemden? Ein Jammer - sie waren das Pendant zu den Ohrringen meiner Freundin ...

      Ich kaufe mir meine Bücher auch gerne gebraucht. In diesem Bereich funktioniert Recycling sehr gut. Warum sollte ein Buch nur von einer Person gelesen werden?

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  3. @Bonetti:
    Hast Du das letzte Paar gekauft ?
    https://www.amazon.de/Kreuzschlitz-und-Schlitz-Schraubendreher-Manschettenkn%C3%B6pfe/dp/B00GZCUE1W

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    1. Nein, obwohl der Midseason Fashion Sale normalerweise zu meinen Spezialdisziplinen gehört.

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  4. Auch ich, Baujahr 87, begeistere mich noch für gutes Büromaterial. Als Kind schon war es das Größte, vor dem neuen Schuljahr neue Stifte Hefter und Blöcke zu kaufen. Der Geruch frischen Papiers, großartig.
    Neulich habe ich etwa eine halbe Stunde vor dem Regal mit den unbeschriebenen Büchern verbracht und mir ein neues Tagebuch herausgesucht, weil mein altes jetzt fast voll ist. So viel Zeit muss sein. Und so gutes Papier macht Spaß.

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    1. Gebundene Notizbücher und gutes Papier sind großartig. Das kann kein Smartphone und kein Notebook ersetzen.

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