Samstag, 29. April 2017

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„U-Bahn. Lärm, Menschen, Gerüche. Du bist im Bauch der Stadt, im Bauch der Maschine. Obwohl du nichts hast als das vage Versprechen, an einen anderen Ort gebracht zu werden, fühlst du dich in diesem Augenblick gut. Du weißt, du tust das Richtige, ohne zu wissen warum.“ (Johnny Malta: Du beginnst, dich zu erinnern)
Spanien war, nach Holland, das zweite Land, das ich als Kind bereist habe. Neben einigen Reisen nach Südfrankreich oder auf deutsche Campingplätze ging es im Sommer eigentlich immer nach Spanien. Oft fuhren wir mitten in der Nacht los, als wären wir Geheimagenten oder als sei alles ein phantastisches Abenteuer. Damals war Spanien noch nicht Teil der EU und der globalisierten Wirtschaft, wo alles mit allem zusammenhängt. Damals war Spanien einfach einhundert Prozent Spanien. Zwei Dinge habe ich als Kind von den Spaniern gelernt, die bis heute prägend sind.
Erstens das Wort „mañana“. Es heißt „morgen“. Es gibt eigentlich nichts, was man nicht auf morgen verschieben kann, weil nichts wirklich wichtig ist. Außer den Basics wie Essen und Trinken. Oft erledigen sich die Dinge auch, wenn man sie verschiebt. Sie verlieren ihre Wichtigkeit, wenn man ein wenig Geduld und Gelassenheit gelernt hat. Die Spanier benutzten das Wort oft, lächelten und ich hatte Verständnis. Gerne hätte ich das Wort in der Schule oder zu Hause beim Thema Ordnung & Sauberkeit im Kinderzimmer auch mal benutzt.
Das zweite Wort ist „Siesta“. Wenn man müde ist, macht man ein Nickerchen. Gerade nach dem Mittagessen, aber auch zu anderen Zeiten am Nachmittag. Dafür bleibt man dann abends einfach länger auf, was ja auch viel schöner ist, als um acht Uhr schon im Bett zu liegen, wie es noch meine Großeltern taten. Heute weiß ich, dass es gesund ist, der Müdigkeit am frühen Nachmittag zwischen eins und zwei nachzugeben. Was Schlafforscher in deutschen Labors mühsam herausfinden mussten, war seit uralter Zeit ein Teil der spanischen Volksweisheit.
Gerade diese wertvollen Aspekte der spanischen Kultur, ihr Erbe für das gemeinsame Europa, sind in unseren eiligen und geldgetriebenen Zeiten leider verloren gegangen. Vielleicht kann man Wohlstand und Muße nicht gleichzeitig haben, aber ich verzichte doch lieber auf das neue iPhone, wenn ich dafür meine Ruhe haben kann.
Sweet - Love Is Like Oxygen. https://www.youtube.com/watch?v=FTlM6OBRc8w

1 Kommentar:

  1. mir ist die Umschreibung von "manana" mit "nicht heute" noch sympathischer
    und das Lied habe ich diese Woche als Ohrwurm, lief am Montag in der Playlist und ist da geblieben, jeden Morgen auf dem Rad :-)

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