Montag, 27. März 2017

Welcome to Berlin


Vergessen Sie Konnopke oder Curry 36. Vergessen Sie die Empfehlungen aus sämtlichen Reiseführern. Hier in der Currybaude am Bahnhof Gesundbrunnen gibt es die beste Currywurst der Stadt. Hier isst man die Wurst auch in entsprechendem Ambiente (Wedding) und ohne Touristen. Wenn Sie „Doppelte Curry mit, Pommes Mayo und’n Schultheiß“ (mit = mit Darm) in weniger als drei Sekunden fehlerfrei aussprechen können, gehören Sie dazu. Dann fragt der Mann hinter dem Tresen sogar noch, ob das Bier kalt oder nicht so kalt sein soll. Und wenn Sie dann antworten: „Kalt. Ist doch endlich Frühling“ (denn das nicht so kalte Bier trinkt man nur im Winter), erleben Sie sogar das seltene Phänomen eines breiten Lächelns (ein Lächeln, das im Gegensatz zum allgemeinen Service-Zähnefletschen auch ehrlich gemeint ist) und hören den Satz „Dit is’n schöner Frühlingstach, wa.“

Leider kann ich an dieser Stelle keine weiteren gastronomischen Tipps mehr geben, denn es spricht sich allzu schnell herum, wo Meister Bonettis gnädige Gabel die gebratenen Garnelen zum Munde führt. In meinem Stammlokal kocht ein langjähriger Mitarbeiter von Witzigmann, mit dem ich längst über das Thema Speisekarte hinaus bin. Er kocht für mich und sitzt oft bei mir am Tisch, wo wir über Wein und gastronomische Trends sprechen (bei uns im Hunsrück ist ja gerade Lafer wegen einer Steuerhinterziehung völlig abgekackt, hä hä; einem benachbarten Edellokal in meinem Berliner Kiez sind beide Chefköche davongelaufen). Heute hatte ich gebratene Blutwurst mit Ziegenkäse, dann Wolfsbarsch und zum Nachtisch selbstgebackenen Käsekuchen. Mit Weinbegleitung und Espresso für 45 Euro. Hier nimmt man Bonetti auch als Künstler ernst, ein Musiker der Berliner Philharmoniker (ebenfalls Stammgast) fragt höflich nach meinem neuesten Buch und macht sich Notizen. Aber wo Bonetti isst, wanzt sich auch schnell die Prominenz heran. Als ich heute das Lokal betrete, verlässt gerade ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank (mit einem veritablen Bäuchlein ausgestattet und in edelstem Zwirn) den Speisesaal. Vorgestern war Gina-Lisa Lofink hier und in der Woche zuvor die Witwe von Richard von Weizsäcker.
Währenddessen ist in Berlin ein gedrucktes Fanzine mit Blogstuff-Texten entstanden, das in der Untergrundszene kursiert. Die For-Profit-Organization Bonetti Media hat wieder ein paar unbezahlte Mitarbeiter mehr.
Außerdem zieht das Thema Schraubenzieher-Man weite Kreise in der Hauptstadt:
http://diezeitensindvorbei.blogspot.de/2017/03/herr-wanzl-wie-haben-sie-das-gemacht.html?m=1
Hierzu hat mich auch dieses Video erreicht: https://www.youtube.com/watch?v=NqpHrKzA2Rs
Wie wird das alles enden? Erfahren Sie mehr – demnächst in diesem Blog.
In meinem Berliner Kiez blüht die Wissenschaft:

Leider ist das Institut immer geschlossen, wenn ich mit den letzten Menschheitsfragen anrücke:

Das Wahrzeichen des Brunnenviertels, in dem ich drei Jahre als Kiezschreiber tätig war. Ein alter Flakbunker:

Will Smith – Welcome to Miami. https://www.youtube.com/watch?v=IwBS6QGsH_4

Kommentare:

  1. HALLO...
    https://www.youtube.com/watch?v=Zvp4M4VPtBc .... mit einer geklauten Stunde und in der Sommerzeit (ړײ)

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  2. Schön das Du wieder da bist, habe Dich vermisst. Lass uns in den Frühling starten, jeder an seinem Platz. Wohin wird sich zeigen...

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  3. Der Bahnhof Gesundbrunnen. Das eine Berliner Großprojekt, das fertig gestellt wurde...

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  4. ich höre zuviel Musik, Titel lesen und zack, Ohrwurm :-/

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  5. Currywurst Feinkosttempel... das sind sinnvolle Empfehlungen.

    Willkommen zurück.

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  6. Danke, liebe Leser! Es ist schön, wieder am sonnigen Rhein zu sein. Weißdorn und Forsythie, Mandel- und Kirschbäume blühen, während im eisigen Berlin Heizung und Nase liefen ...

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