Donnerstag, 2. März 2017

Ministerium für Wahrheit und Liebe

Ende des Jahres wird in Berlin der Neubau des BND bezogen. Die viertausend geheimnisvollen Überwachungsbeamten kommen in zehn Etappen von Pullach bei München in die Hauptstadt. Die neue Zentrale wirkt so düster wie die alte, die man von den Nazis übernommen hat. Der BND-Präsident hat sein Büro im ehemaligen Schlafzimmer des Hitler-Vertrauten Martin Bormann, auf dem Gelände gab es auch einen Führerbunker. In der Chausseestraße 96 werden sich die Mitarbeiter nicht frei bewegen können, ihre Karte berechtigt sie nur zum Betreten der eigenen Abteilung und dort nur zum Betreten des eigenen Büros. Namensschilder gibt es an den Bürotüren nicht, nur Nummern. Sie machen sich als Blogger Sorgen, jemand könne Ihr Pseudonym lüften? Hier weiß man, wessen Katze krank ist, wer gerade Rückenschmerzen hat oder Witze über seinen Chef reißt. 1,3 Milliarden Euro lassen wir uns die neue Hütte für die Schnüffler kosten.
Bildquelle: rbb-online

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