Samstag, 11. Februar 2017

Kommando Yoko Ono - Presseerklärung

„Das Nichts hat sich ermordet, die Schöpfung ist seine Wunde, wir sind seine Blutstropfen, die Welt ist das Grab, worin es fault“. - „Da ist keine Hoffnung im Tod; er ist nur eine einfachere, das Leben eine verwickeltere, organisiertere Fäulnis“. (Georg Büchner)
In der Tradition großer Aktionskünstlerinnen wie Yoko Ono haben wir gestern ein Happening veranstaltet. Wir haben mit der Dekonstruktion technischer Artefakte und der Erschaffung einer Skulptur eine neue Realität hergestellt.
Die Systemmedien haben vor einigen Tagen über den „Diebstahl“ von zwanzig Maschinenpistolen der Berliner Polizei berichtet. Wir haben die Polizei nicht bestohlen, sondern enteignet. Wir haben der Bevölkerung ihr Eigentum wiedergegeben. Dabei haben wir es so umgestaltet, dass es keinen Schaden anrichten kann. Daher kann es sich bei dieser Aktion auch nicht um Sachbeschädigung oder groben Unfug handeln. Wir haben Dinge, die wir uns angeeignet haben, auf eine höhere Ebene getragen, wir haben die Waffen transzendiert.
Konkret hat die Aktion so ausgesehen: Wir haben die Maschinenpistolen auf dem Tempelhofer Feld komplett auseinandergenommen und die einzelnen Teile zu einem Friedenszeichen zusammengeschweißt. Wir haben um unser Objekt einen Tanz aufgeführt und auf diese Weise Aktions- und Objektkunst, gegenstandslose und gegenständliche Kunst miteinander vereint.
Es gibt ein Video, ein Gedicht und ein Lied zu diesem Happening, so dass wir mit unserer Aktion nicht nur gegen die staatliche Gewalt demonstriert haben, sondern der Muse der Geschichtsschreibung (Klio), der Muse der Tragödie (Melpomene), der Muse des Tanzes (Terpsichore), der Muse der Komödie (Thalia), der Muse der Lyrik und des Flötenspiels (Euterpe) und der Muse der Rhetorik und der Philosophie (Kalliope) gehuldigt haben.
Mögen neue Künstler unserem Weg folgen!
Kommando Yoko Ono
XTC - Burning With Optimism's Flames. https://www.youtube.com/watch?v=O8O7ng4vyY0

Kommentare:

  1. Eine schöne Parodie, irgendwo zwischen hippiesker Stadtguerilla und Gallery Weekend. Gut zu wissen, dass der neue Berliner Senat die Künste stärker fördern möchte. Lang lebe das Flötenspiel!

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    1. Ich habe mit den Musen ein halbes Jahr in einer WG in Griechenland gelebt. Künstlerisch okay, aber die Frage, wer den Abwasch macht oder den Müll runterbringt ... ich würde es nicht nochmal machen ...

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    2. Dieser Kommentar ist nun wiederum eine astreine Woody-Allen-Parodie. Herr Eberling, Sie sind heute aber wirklich in Form! ;-)

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  2. Nicht ganz OT: Hast du den Vesper-Film gesehen? Wie fandst du? Der gleiche Regisseur hat auch eine gute Doku-Arbeit zu Grams/Herrhausen gemacht, "Black Box BRD", auch interessant. (Dieses Jahr bringt er einen Beuys-Film, das interessiert dich aber wahrscheinlich eher weniger.)

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    1. Hat mir gefallen, der Zeitgeist vergangener Epochen lockt mich immer wieder an. Ich verstehe es nach wie vor nicht, wie man ein Kind zurücklassen kann, aber ich habe mit Familiengründung auch keine eigene Erfahrung.

      Beuys interessiert mich sehr, der Mann hat meine Jugend (die 80er) unglaublich geprägt. Er war präsenter als die deutschen Künstler heute.

      Sagt dir der Name Blinky Palermo was?

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    2. Ja. Allerdings nur aus einem Buch über Beuys und seine Schüler und da stand nicht viel über die Environments. Sieverding musste ich mich mal mit beschäftigen und die Imis (nicht der Immendorff ist gemeint, aber an dem kommt man in meiner Situation auch nicht vorbei, der war in D'dorf ja sehr präsent.)

      Ich bin gespannt auf Veiels Beuys-Film. Die Riegel-Biografie war/ist unsäglich. Wenn du mit Anthropsophie bei Beuys klarkommst (ich nicht), dann ist auch von Rüdiger Sünner "Zeige deine Wunde" ganz gut, gibt es als Buch und Film.

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  3. Der YouTube Link funktioniert bei mir nicht 😥

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