Sonntag, 5. Februar 2017

Blogstuff 112

„Ein Glas ist fabelhaft, zwei sind zu viel, drei sind zu wenig.“ (Schottisches Sprichwort)“
Der Tatort am Sonntagabend ist ein ebenso bürgerliches Ritual wie eine kirchliche Trauung oder der Verwandtschaftsbesuch mit Kaffee und Kuchen. Es verschafft den Zuschauern eine tiefe Befriedigung, wenn pünktlich um 21:45 Uhr die bürgerliche Ordnung durch die zuständigen Beamten der Kriminalpolizei wieder hergestellt worden ist.
„Trump und Kultur? Paul Auster der Schriftsteller lächelt. Gerade erst habe Trump angekündigt, die Gelder für die staatliche Kunstförderung zu kürzen. Aber was wolle man erwarten, von einem Mann wie Donald Trump, der einst gesagt habe: Er hasse den Geruch von Büchern.“ (Quelle: Deutschlandradio Kultur, 28.1.2017)
Verschollene Filmperle: „Warum die UFOs unseren Salat klauen“ (BRD 1980). Ein Hobby-Biologe züchtet in West-Berlin einen Salat, der beim Verzehr zu Hypnose führt und die Geschwindigkeit von Fahrzeugen, die mit ihm in Berührung kommen, verdoppelt. Nicht nur das US-Militär, sondern auch die Sowjetunion interessiert sich für den Salat. Schließlich greifen auch außerirdischen „Bionauten“ in den Konflikt ein. „Völlig misslungen; klamaukhaft, banal und langweilig“, schreibt der „Film-Dienst“. Mit Hildegard Knef als Bordellbesitzein, Curd Jürgens als UFO-Kommandant, Kurt Raab als Hitler und Tangerine Dream-Gründer Edgar Froese als Außerirdischer.
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Neulich ist es mir bei Kaufland in Bad Kreuznach aufgefallen. Da plärrte ein Radioprogramm aus den Deckenlautsprechern. Diese lästige Kundenbeschallung gibt es eigentlich gar nicht mehr. In Bad Kreuznach habe ich einen Anachronismus erlebt. In den Supermärkten ist es still geworden. Der Straßenverkehr ist im Vergleich zu meiner Jugend leise geworden. Man hört auch kaum noch Marktschreier oder die Rufe der Alteisensammler und Scherenschleifer, die früher durch die Straßen gezogen sind. Eigentlich wird es immer leiser. Für perfekte Stille sorgt dichter Schneefall. Dann ist die Welt ein Stummfilm. Regen hört man, bei Sonnenschein hört man die Vögel.
Hätten Sie’s gewusst? Die „Deadline“ war ursprünglich eine Linie, die um amerikanische Militärgefängnisse gezogen war. Gefangene, die diese Linie auf der Flucht überschritten, durften erschossen werden. In den 1920ern wanderte der Begriff in die Welt des Journalismus und von dort in die allgemeine Bürosprache.
Die Erde hat kein Gedächtnis. Der Mensch wird eines Tages komplett verschwunden sein, inklusive seiner Artefakte. Selbst Plutonium strahlt nicht ewig – die Natur wird es entweder positiv nutzen und sich in den entstehenden Mutationen weiterentwickeln oder die nutzlosen Mutanten wieder aussortieren.
Was haben Til Schweiger und Donald Trump gemeinsam? Sie benutzen gerne Großbuchstaben und Ausrufezeichen in den „sozialen“ Medien.
Meine Zähne quietschen, wenn ich mit der Zunge darüber fahre, als würde ich eine Motorhaube polieren. Oft nach der Kombination von Weißwein und Schokolade. Kennen Sie das auch?
Über mir ist nur der Herrgott und an den glaube ich nicht. Solange mein Kühlschrank voll ist, bin ich unschlagbar.
Kennen Sie die Peter Pinguid Society aus Thomas Pynchons Roman „Die Versteigerung von No. 49“? Sie bekämpft den Kapitalismus, weil er nach Karl Marx zwangsläufig zum Kommunismus führt. Antikommunismus muss bereits mit Antikapitalismus beginnen!
Was hat der White Trash in Deutschland mit dem türkischen, dem arabischen oder dem rumänischen Prekariat gemeinsam? Nichts, sie verachten einander und kennen ihre Gemeinsamkeit nicht, für die es einmal den Begriff „Proletariat“ gegeben hat. Was hat ein armer Mensch in Griechenland mit einem armen Menschen in Ghana gemeinsam? Nichts als die Armut. Und Armut verbindet nicht, auch wenn bei jeder marxistischen Soiree des Bildungsbürgertums das Gegenteil behauptet wird.
Worte, die in den sechziger Jahren entstanden: trendsetter, paparazzo, miniseries, skateboard, biohazard, teenybopper (Quelle: http://blog.oxforddictionaries.com/2015/05/words-from-the-1960s/)
Solid Space - A Darkness In My Soul. https://www.youtube.com/watch?v=Pd4nlkegHDQ

Kommentare:

  1. Quiz am Sonntag: Welche zwei Berufsgruppen werden durch Martin Schulz endlich aufgewertet?

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  2. Buchhändler und Suchtberater. Hahahaha.

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  3. "Und Armut verbindet nicht, auch wenn bei jeder marxistischen Soiree des Bildungsbürgertums das Gegenteil behauptet wird."
    So sieht´s aus. Wer sich um die Befriedigung seiner Grundbedürfnisse, also um´s nackte Überleben kümmern muss, hat wenig Zeit und Energie sich mit anderen Betroffenen zu organisieren. Die sind im Zweifel auch nur Konkurenten am Futternapf und müssen weggebissen werden. Auch Solidarität muss man sich leisten können. Behaupte ich jetzt mal.

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  4. Von Weißwein und Schokolade kriege ich nur Sodbrennen.

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  5. "In Kühlschrank we trust" - und wenn wir die Tür öffnen, schenkt er uns sein Licht. Ne, wär nix für mich.

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  6. Tatortgucker finde ich gruselig, mal so am Rande

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