Montag, 2. Januar 2017

Die Villa Bonetti

Andy Bonetti im Spiegel der Weltpresse:
Der Kiezneurotiker bezeichnet ihn als „alten gammligen Gossenpoeten, der sich Kiezschreiber nennt und auf seinem Blog mindestens fünf verschiedene abgespaltene Persönlichkeiten unterhält.“ Schön ist aber auch folgende Phantasie:
„Ein Schlumpf ist er! Ein Schlurch! Der Chaot der Chaoten. Ich weiß wie die Wohnungen von so Typen wie Eberling aussehen. Sauställe. Messibutzen. Abraumhalden. Berge von Papierstapeln. Pizzakartons. Am Lampenschirm eine alte Socke. Zahllose Kanten Shit in Alufolie unter Miederwarenkatalogen. Den Keller voll mit alten Penthouse-Ausgaben aus den 80ern, seiner großen Zeit. Und 25 volle Aschenbecher. In jedem Raum. Er raucht Selbstgedrehte. Natürlich. Sie werden nie irgendwas finden in solchen Buden, der Behauser jedoch schon, der lebt nämlich seinen Unrat, sein Chaos, seine Schlumpfigkeit, der hat sich der Sinnlosigkeit jedweder Ordnung hingegeben, ist mit dem Grind seiner Umgebung verwachsen. Die armen Erben, die irgendwann einem prekären weißrussischen Entrümpler viel Geld zahlen müssen, damit der den ganzen Mist in Bauschuttcontainern irgendwo auf dem Balkan entsorgt, weil das Zeug sonst niemand anfassen will.“
Annika Hansen schreibt über ihn: „Ich kann aber nur jedem raten, ihn zu lesen, weil sich in jedem Post mindestens ein Satz für die Ewigkeit findet. Keine Ahnung, woher er die nimmt. Außerdem lacht er gerne über sich selbst, jedenfalls schont er sich nicht.“ Cecil McAckerbau aus Pankow ergänzt, dass sein „Unbewusstes wie ein Seismograph die Verwerfungen der modernen Gesellschaft aufzeichnet.“
Daher aus gegebenem Anlass ein Bild der Villa Bonetti. Um kein Neiddebatten auszulösen, zeige ich Ihnen heute nur den Westflügel:
Die Villa Bonetti „war vor über zweihundert Jahren gebaut worden, in einer Zeit von Triumphen und Prunk, und lag ausgestreckt da, in gelassener Pracht, wunderbar, wehrlos und provozierend, eine Kleopatra unter den Häusern.“ (Evelyn Waugh: Mit Glanz und Gloria)

Kommentare:

  1. Ich mag es ja, wenn man sich in verschiedene Persönlichkeiten aufspaltet, dann ist immer ein anderer Schuld.

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    1. Mein Therapeut hat mir geraten, nicht mehr auf die vielen Stimmen in meinem Kopf zu hören. Für derlei Banalitäten bezahle ich den Mann nicht ...

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  2. Man beachte die Überwachungskamera rechts oben- bestimmt von Agenten Nordkoreas unter einem Vorwand installiert! Vielleicht wird sie aber auch benötigt um alle Facetten der Person auf dem Laufenden zu halten über wichtige Besucher/- innen.

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  3. Das ist keine Kamera, sondern ein Tausend-Watt-Strahler. Herr Bonetti lässt des Nachts den Garten des Anwesens in hellem Licht erstrahlen, wenn er ein verdächtiges Geräusch hört. Und dann steht er mit seiner doppelläufigen Jagdflinte auf der Terrasse und eröffnet das Feuer.

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  4. Ich wusste, dass die Fenster vergittert sind!

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  5. Und du kriegst noch ein Ding, mein Lieber. Ich habe nämlich dein 4,99-Machwerk durch. :D

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    1. Ich will es mächtig heiß und richtig scharf, Butch!

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    2. P.S.: Und eine einzige Anspielung auf das Nasenhaar bedeutet deinen sofortigen Tod.

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    3. Es sind Nasenhaare. Mehrzahl.

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  6. Na, mit der Bude ist nicht viel Staat zu machen.

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    1. ... wenn die Rosen blühen, dann schon (ړײ)

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    2. ... wenn die Rosen blühen, dann schon (ړײ)

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    3. Gut erkannt, Angelnette. Ein Dutzend Sorten Rosen blühen im Sommer und rechts vom Haus ist eine zehn Meter lange Pergola.

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